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17.10.2007 - 

Kolumne

Oracle kauft sich den Weg freiKolumne

Lawrence Ellison hat ein Ziel: Wachstum. Dafür geht er Risiken ein, die viele seiner Konkurrenten scheuen. Angesichts der langen Liste zugekaufter Softwareanbieter (siehe Seite 5) scheint die Gier keine Grenzen zu kennen. Dass ihm so mancher Branchenbeobachter Größenwahn attestiert, hat den selbstbewussten Manager noch nie gestört. Auf den ersten Blick liegen die Motive hinter der milliardenschweren Offerte für Bea Systems deshalb auf der Hand. Der für seine Infrastruktursoftware oft gelobte Hersteller brächte Oracle jede Menge hochkarätige Kunden und eine stärkere Position, um die eigenen Produkte zu vermarkten.

Doch das Übernahmeangebot hat noch eine andere Dimension. Oracle will sich langfristig als ein führender Middleware-Anbieter etablieren. Zugleich gilt es, die zahlreichen Herausforderer aus dem Open-Source-Lager in Schach zu halten, die Ellison schon im Kernmarkt der Datenbanken ärgern. In diesem Segment entwickelt sich MySQL neben den kommerziellen Erzrivalen Microsoft und IBM zu einem ernsthaften Konkurrenten. Niemand wunderte sich deshalb, als Oracle Interesse an dem Datenbankanbieter zeigte.

Im Middleware-Markt ergibt sich eine ähnliche Konstellation: Oracle konkurriert einerseits mit den kommerziellen Plattformanbietern, allen voran IBM, Bea und Sun Microsystems. Andererseits hat sich mit JBoss erneut eine Open-Source-Company in eine aussichtsreiche Position gebracht. Schon früh gab es Gerüchte, Oracle wolle JBoss übernehmen. Nachdem Red Hat den Middleware-Anbieter geschluckt hatte, stand der Linux-Distributor angeblich selbst auf Ellisons Einkaufsliste. JBoss ist zudem längst nicht die einzige Softwareschmiede aus der Open-Source-Community, die sich mit Middleware beschäftigt. Mit Iona, MuleSource oder auch der Post-Ausgründung Sopera basteln noch andere erfahrene Entwickler an Lösungen, die für IT-Verantwortliche eine Alternative sein könnten.

Vor diesem Hintergrund ergeben sich für Oracle zwei strategische Optionen: die Open-Source-Herausforderer aufzukaufen und sie damit aus dem Weg zu räumen oder die eigene kommerzielle Position zu stärken. Ellison hat sich augenscheinlich für letztere Variante entschieden. Mit Bea würde er einen starken kommerziellen Rivalen eliminieren und gleichzeitig den Abstand zum Marktführer IBM verringern: Nach Gartner-Erhebungen hielt Big Blue im vergangenen Jahr einen Anteil von 32 Prozent im Middleware-Markt, gefolgt von Bea mit zehn und Oracle mit neun Prozent. Der Kauf von Bea Systems würde die Ellison-Company auf Rang zwei katapultieren.