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Openworld: Infrastruktur steht wieder im Mittelpunkt

Oracle konzentriert 9i-Server auf das Web-Hosting

13.10.2000
MÜNCHEN (IDG) - Customer-Relationship-Management, das seit über einem Jahr von Oracle-CEO Larry Ellison favorisierte Thema, entwickelt sich zum Commodity-Produkt einer Oracle-Gesamtplattform. Der Datenbankprimus konzentriert sich wieder auf seine eigentlichen Stärken: die als Version "9i" vorgestellten Infrastruktur-Server.

Eine Zwei-Produkte-Strategie und der Fokus auf drahtlos kommunizierende Internet-Anwendungen waren zwei der zentralen Themen auf Oracles Jahreskonferenz Openworld in San Franzisko. Dreh- und Angelpunkt sind dabei die Versionen 9i des Application- und Datenbank-Servers. An der von Ellison gewohnten Effekthascherei für die neu vorgestellten Systeme fehlte es auf der Veranstaltung nicht. So versprach er jedem eine Million Dollar, der beim Einsatz der 9i-Server keine Verdreifachung der Performance im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten von IBM und Microsoft erreicht.

Bereits der 9i-Application-Server soll in Verbindung mit der 8i-Datenbank deutlich schnellere Web-Anwendungen erlauben. Das Rezept dazu: Bislang im Backend vorgehaltene Caching-Mechanismen sind nun auf den Application-Server als Middleware ausgelagert und stehen dort auch für dynamisch veränderte Daten wie Java Server Pages zur Verfügung. Die Leistung soll nochmals steigen, wenn ab März 2001 Version 9i der Datenbank ausgeliefert wird.

Damit konzentriert sich Oracles Portfolio auf die beiden 9i-Server-Linien, in die sämtliche Applikationen bereits integriert sind. Man habe in der Vergangenheit zu viele Produkte separat verkauft, was zu individuellen zeitraubenden Installationsprozessen geführt hat, verteidigt Ellison die neue Strategie. Den Bedenken der Anwender, dies werde die Auswahl von Backend-Techniken erheblich eingrenzen, entgegnet er selbstbewusst: "Je einheitlicher die Konfiguration in der Praxis ist, desto leichter fällt es Oracle, über Performance-Tests die Stabilität und Verfügbarkeit des Systems zu erhöhen." Ganz im Fahrwasser des von Microsoft jüngst vorgestellten Windows-Datacenter-Konzepts schließt das auch die Hardware ein. Hier drängt Ellison die Anwender, 9i nur in Verbindung mit den von Oracle zertifizierten Partnern wie Compaq, Sun und HP einzusetzen.

Oracle rückt damit dem erklärten Ziel, eine Infrastruktur für Internet-Anwendungen als One-Stop-Shop anzubieten, ein gutes Stück näher. Vor allem das in diesem Umfeld zentrale Thema der Hosting-Services will der Hersteller bearbeiten. Entsprechend liest sich die Liste der neuen Server-Features. Ob Sicherheitsfunktionen wie "Data Guard", die Reorganisation der Datenbank bei laufendem Betrieb, automatische Recovery-Mechanismen, dynamische Speicheradressierung sowie vereinfachtes Speicher- und Memory-Management: Sämtliche in San Franzisko präsentierten Erweiterungen standen im Zeichen höherer Verfügbarkeit und der Systemstabilität. Hierunter fällt auch die "Virtual Private Database", die Providern die Möglichkeit gibt, mehrere Kunden auf einer Datenbank zu verwalten.

Welches Potenzial die für ein Web-Business konsolidierten Server bergen, demonstrierte Oracle auf der Openworld am eigenen Beispiel. Bereits im letzten Geschäftsjahr habe man auf diesem Weg eine Milliarde Dollar einsparen können, erklärte Executive Vice President Gary Bloom in seiner Eröffnungsrede, nun werde die nächste Milliarde in Angriff genommen. Dass es sich dabei nicht um Marketing-Hype handelt, wie Analysten vermuten, belegt Bloom mit Zahlen: So habe man die weltweit 44 Rechenzentren inzwischen auf zwei reduziert, statt der ehemals 97 E-Mail-Server gebe es jetzt ebenfalls nur noch zwei, die auf HP-Clustern laufen.

Die künftige Bedeutung des Wireless-Markts betonte Oracles Chefmarketier Mark Jarvis auf der Veranstaltung. Ziel seines Unternehmens sei es, jede Art von Inhalt, entweder aus dem Web oder einer beliebigen Datenbank, personalisiert auf die Endgeräte zu bringen. Bis zum Jahr 2002 werden nach Auffassung von Jarvis alle mobilen Devices Web-fähig sein, etwa eine Milliarde solcher Internet-Geräte soll es im Jahr 2003 geben. Von besonderem Interesse seien deshalb die für Suns Java 2 Micro Edition angekündigten Microbrowser-Systeme. Sie will Oracle mit einer "Wireless Edition" des Oracle 9i Application Server unterstützen. Als Merkmal dieser Variante nennt Jarvis eine Adaptertechnik, die Content in den Server lädt, für drahtlose Endgeräte transformiert und durch eine Personalisierungs-Engine schickt. Ein weiteres Produkt aus Oracles Wireless-Initiative wird das "Mobile Online Studio" sein, eine Entwicklerplattform für XML-Applikationen.