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20.11.1992 - 

DOAG-Konferenz stand im Zeichen von Version 7.0

Oracle kündigt künftig Produkte ohne eine feste Terminzusage an

STUTTGART (hv) - Offensichtlich waren es leidvolle Erfahrungen, die den

Datenbankanbieter Oracle zu der Grundsatzentscheidung gebracht haben, Produkte

künftig nicht mehr für einen konkreten Auslieferungszeitpunkt anzukündigen. Mit dieser Aussage überraschte Herbert Fischer, Direktor für den Bereich Technische Dienstleistungen, die Teilnehmer einer Anwenderkonferenz in Stuttgart.

Gelassen nahmen die zahlreich erschienenen Mitglieder der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG), Stuttgart, die Ankündigung des Oracle-Managers hin. Nach dessen Ausführungen ist das einzige Kriterium für die Freigabe von Produkten künftig deren Fehlerfreiheit sowie die erfolgreiche Absolvierung der diversen Tests. Oracle-Produkte gelten nach Aussagen Fischers dann als fehlerfrei, wenn alle Bugs der Prioritäten eins und zwei beseitigt sind. Der Öffentlichkeit werde das Unternehmen keine Auslieferungszeitpunkte mehr bekanntgeben.

Unix-Plattformen haben absoluten Vorrang

Auf drei verschiedenen Plattformgruppen, so der leitende Mitarbeiter, will Oracle die neuen Produkte künftig synchron freigeben. Zuerst werden die wichtigsten Uhix-Derivate auf PCs und Workstations bedient, jeweils drei Monate später kommen dann die Mainframe-Kunden zu ihrem Recht. Die Portierung der Software auf Großrechner sei ein komplexen Vorgang, der seine Zeit brauche, führte Fischer aus.

Mit einer weiteren 90tägigen Verzögerung sollen dann auch die sogenannten Exoten bedient werden, Rechner also, die am Markt keine große Bedeutung haben. Fischer teilte ebenfalls mit, daß Oracle neue Versionen des relationalen Datenbanksystems in Zukunft gemeinsam mit den zugehörigen Tools, darunter den Netzwerk- und 4GL-Produkten, freigeben werde.

Teilnehmer der Konferenz vermuteten, daß diese ungewöhnlichen Maßnahmen mit der häufig kritisierten Verzögerung der Oracle-Version 7.0 zusammenhängen. Das Datenbanksystem, um das sich bei der diesjährigen DOAG-Versammlung beinahe alles drehte, steht kurz vor seiner Markteinführung.

Auf der User-Konferenz brachten Mitarbeiter der BASF, die das System im Alpha-Test geprüft hatten, ihren positiven Gesamteindruck zum Ausdruck. Das Datenbanksystem war mit dem Ziel weiterentwickelt worden, Möglichkeiten eines unternehmensweiten Daten-Managements auf der Basis heterogener Systemumgebungen bereitzustellen, und dabei auch große Benutzerzahlen zu berücksichtigen. Um vorhandene Systemressourcen auszunutzen und ein Höchstmaß an Parallelverarbeitung zu ermöglichen gibt es neben der Multithreading-Server- Architektur ein paralleles Cache-Management bei Cluster-Systemen, die Steuerung von parallelen Datenzugriffen und die Möglichkeit, Transaktionen in ihrem Rossourcenverbrauch von vorneherein einzuschränken.

Eine Einschränkung des Anwendungsentwicklungs-Aufwandes und gleichzeitig die Erhöhung des Datendurchsatzes sollen in Oracle 7.0 Trigger-Techniken und gespeicherte Prozeduren (Stored Procedures) realisieren. Außerdem unterstützt das DB-System ein Two-Phase-Commit zur Sicherung der Datenintegrität sowie die Verteilung der Datenbank auf mehrere Server. Anwender können auf die im Netzwerk verteilten Daten so zugreifen, als lägen sie auf einer einzelnen lokalen Maschine.