Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Oracle lockt Scopus Siebel-Kunden mit Rabatt


08.01.1999 - 

Oracle lockt Scopus Siebel-Kunden mit Rabatt Preiskrieg im Front-Office-Markt

MÜNCHEN (CW) - Passend zur Weihnachtszeit gab sich Oracle als Retter im Stich gelassener Anwender. Mit dem "Scopus to Oracle Trade-up-Program" will die Company durch einen 50prozentigen Rabatt Scopus- beziehungsweise Siebel-Kunden in den USA zum Schwenk auf die eigenen Vertriebs-, Marketing- und Serviceprodukte "Front Office 3.0" bewegen.

Gewohnt reißerisch traten die Softwerker aus Redwood Shores unter dem Motto an: "Oracle kommt, um alleingelassene Scopus- Kunden zu retten." Hintergrund dieser Aktion ist laut Oracle, daß viele Scopus-Anwender seit der Übernahme durch den Sales-Force- Automation-(SFA-) Anbieter Siebel zu Beginn des Jahres vergeblich auf eine Migrationsstrategie warteten.

"Siebel hatte damals versprochen, binnen sechs Monaten Migrationssoftware und -services zur Verfügung zu stellen. Doch bis jetzt ist nichts passiert", tönt Mark Barrenechea, Oracles Vice-President für Front-Office-Anwendungen. Nutzer der Versionen 3.6 bis 5.0 der Servicesoftware von Scopus erhielten nun einen Preisnachlaß von 50 Prozent, wenn sie sich bis spätestens zum 28. Februar 1999 für Oracles Lösungen entschieden. Daneben würden mit "Scopus/Siebel Fast Path" Beratung und Migrationswerkzeuge für den Wechsel auf Oracles Produkte angeboten.

Steve Bondanio, Analyst der Hurwitz Group aus Framingham, Massachusetts, interpretiert die Offerte als das Bemühen von Oracle, zu zeigen, daß man jetzt über ein eigenes komplettes Front-Office-Angebot verfüge.

In dem Markt werde zunehmend mit härteren Bandagen gekämpft: "In der Vergangenheit war das Wachstum in diesem Segment so groß, daß für alle Anbieter genug Geschäft vorhanden war." Doch langsam beginne man sich durch Preis-Dumping zu bekriegen, ähnlich wie im Markt der Enterprise-Resource-Planning- (ERP-)Systeme (siehe CW 45/98, Seite 1: "ERP-Anbieter locken...").

Zweifel an Oracles hehren Motiven äußert auch Peggy Menconi, Analystin der AMR Research aus Boston. "Das Angebot gilt nur rund 60 Tage. Strategische Entscheidungen, wie etwa der Einsatz einer Front-Office-Anwendung, werden jedoch nicht in zwei Monaten gefällt." Zudem stelle Siebel in wenigen Tagen das gleichnamige Produkt in der Ausführung "99" vor. In dieser sollen die Vertriebs- und Marketing-Komponenten mit den Servicebausteinen von Scopus erstmals integriert sein. Gleichzeitig werde ein Migrationskit für Scopus-Anwender ausgeliefert, und das sei kostenlos.