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Collaboration-Suite vorgestellt

Oracle macht Exchange Konkurrenz

19.07.2002
REDWOOD SHORES (IDG) - Neben dem traditionellen Datenbankgeschäft will Softwarehersteller Oracle mit einer neuen Collaboration-Software ein zweites Standbein aufbauen. Ferner plant das Unternehmen Ergänzungen für die Applikations-Server-Plattform "11i E-Business Suite".

Auf einer hauseigenen Analystenkonferenz warf Oracle-Chef Larry Ellison Microsoft erneut den Fehdehandschuh hin. Diesmal will Ellison dem Softwaregiganten im Groupware-Bereich mit der "Oracle Collaboration Suite" als "Exchange"-Konkurrent Marktanteile abjagen.

Bei der Suite handelt es sich um eine datenbankbasierende Plattform, die Funktionen wie E-Mail, Echtzeitkonferenzen, Voice-Mail und Workflow-Features offeriert. Im Gegensatz zu Lotus mit seinem "Notes" begeht Oracle allerdings nicht den Fehler, die Benutzer zur Verwendung eines eigenen Clients zu nötigen. Ellison verwendet hier ganz pragmatisch Microsofts Mail-Programm "Outlook", so dass der Anwender, wie Ellison großspurig versprach, den Wechsel gar nicht bemerkt: "Sieht man einmal davon ab, dass unsere Suite etwas schneller ist und die Anwender die bekannten Mail-Viren vermissen werden." Die Virenflut will Oracle dadurch in den Griff bekommen, dass die elektronischen Plagegeister direkt in der Datenbank gelöscht werden. Neben Outlook können zudem ein Web-Browser sowie Telefone und Faxgeräte mit dem neuen Produkt verbunden werden.

Überzeugt vom Potenzial der eigenen Collaboration Suite, sieht Großsprecher Ellison nur einen Gegner: "Lotus ist ein verendendes Tier. Wir haben Microsoft im Visier." Zu welchem Zeitpunkt Oracle zur Jagd auf den großen Konkurrenten bläst, ist allerdings noch offen. Auf der Analystentagung hieß es lediglich, dass die Suite noch in diesem Jahr auf den Markt kommen solle. Dafür weiß Ellison aber schon sehr genau, wie viel Geld sie in die Kasse bringen soll: Pro Anwender berechnet Oracle 60 Dollar. Hinzu kommen fünf Dollar für den Support sowie zehn Dollar für eine Update-Subscription. Glaubt man den Berechnungen des Firmenchefs, so zahlt der Anwender dabei ein Drittel weniger als für eine vergleichbare Microsoft-Lösung.

Bei den Analysten stießen Oracles Pläne durchaus auf positive Resonanz. Sie glauben, dass Oracle die Suite zu einem günstigen Zeitpunkt vorgestellt hat, denn immer mehr Anwender würden sich nach Alternativen zu den Microsoft-Produkten umschauen.

Bei aller Begeisterung für Alternativen zu Microsoft verunsichert die möglichen User jedoch der datenbankbasierende Ansatz der Suite. Hier könnten, so warnte ein US-amerikanischer Anwender, auf die Unternehmen versteckte Kosten in Form der erforderlichen Datenbanklizenzen lauern. An der Datenbank als technischer Basis beißen sich auch Oracles Konkurrenten fest. Sie argumentieren, dass eine Datenbank hinsichtlich der Verwaltung der Anwender-Accounts nicht gut skaliere und deshalb der Server bei der Verwaltung vieler Mail-Konten in die Knie gehen dürfte.

Neben der Collaboration Suite stellte Oracle auf der Analystenkonferenz noch Ergänzungen für seine Applikationsplattform vor. Die "11i E-Business Suite" soll um neue Anwendungen für spezifische Industriezweige ergänzt werden. Laut Ellison sind hier etwa Tools für das Warehouse-Management oder Asset-Management geplant. (hi)