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22.09.2000 - 

Aktie verliert an Wert

Oracle meldet gute Zahlen und weckt doch Zweifel

MÜNCHEN (IDG/CW) - Der US-Softwareriese Oracle hat mit einem sehr guten ersten Quartal 2000/01 die Analysten überrascht. Das Unternehmen konnte den Gewinn im Vorjahresvergleich um mehr als 100 Prozent steigern. Zweifel mehren sich indes, ob Oracle im schnell wachsenden Geschäft mit Internet-Software dabei ist.

Der Nettogewinn der Larry-Ellison-Company erhöhte sich gegenüber dem ersten Quartal 1999/00 um 111 Prozent von 237 auf 501 Millionen Dollar beziehungsweise von acht auf 17 Cent je Anteilschein. Damit wurden die Prognosen der Wallstreet, die sich zuletzt bei einem Profit von 13 Cent je Aktie eingependelt hatten, deutlich übertroffen. Das Umsatzwachstum fiel im Verhältnis zur Gewinnentwicklung wesentlich moderater aus: Die Einnahmen kletterten im Vergleich zum Vorjahresquartal von 1,98 auf 2,26 Milliarden Dollar.

Ausschlaggebend für das insgesamt gute Ergebnis waren Oracle-Angaben zufolge vor allem die Bereiche Datenbanken und Applikationssoftware, wo die Umsätze um 32 Prozent auf 585 Millionen Dollar beziehungsweise um 42 Prozent auf 156 Millionen Dollar gesteigert werden konnten. Außerdem hätten sich Kostensenkungsmaßnahmen positiv ausgewirkt, hieß es. Durch die Portierung zahlreicher Geschäftsabläufe mit Kunden und Partnerfirmen konnte allein in den zurückliegenden zwölf Monaten rund eine Milliarde Dollar eingespart werden. Besonders erfolgreich waren die Kalifornier im asiatisch-pazifischen Raum, wo die Einnahmen gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres um 35 Prozent stiegen. In Amerika verzeichnete der Datenbankspezialist mit 15 Prozent ein "normales" Wachstum, während das Business in Europa mit einem Plus von lediglich vier Prozent nahezu stagnierte.

Starke Worte in Richtung IBM und MicrosoftOracle-Chef Larry Ellison sprach in einem offiziellen Statement vom "besten Start in ein neues Geschäftsjahr seit sechs Jahren". Das jüngste Quartalsergebnis zeige einmal mehr, dass man in der Lage sei, im Kerngeschäft mit Datenbanken Wettbewerbern wie Microsoft und IBM "nennenswerte Marktanteile abzunehmen". Ellison bezog sich mit dieser Äußerung vor allem auf den Erfolg der neuen Suite "Oracle 11i".

Trotz der sehr guten Quartalsbilanz büßte die Aktie zeitweise um gut zehn Prozent ein und fiel deutlich unter die 80-Dollar-Marke. Einige Analysten zeigten sich von der Geschäftsentwicklung der Kalifornier im Zukunftsmarkt Internet-Software enttäuscht. Offensichtlich waren hier die Erwartungen durch jüngste Ankündigungen wie die Entwicklung eines digitalen Marktplatzes für die Automobilkonzerne General Motors, Ford und Daimler-Chrysler im Joint Venture mit Commerce One sehr hoch. Auch die Ankündigung eines zum 12. Oktober wirksamen Zwei-zu-eins-Aktiensplits, der das Oracle-Papier zumindest optisch verbilligen soll, änderte an der gedämpften Stimmung an der Börse nichts. Dies ist der mittlerweile zehnte Aktiensplit der Company seit dem Börsengang im März 1986.

Finanzvorstand Jeff Henley stellte auch für die Folgequartale eine "robuste Geschäftsentwicklung" in Aussicht - eine Einschätzung, die in Analystenkreisen nicht einhellig geteilt wird. Oracle werde das Wachstum des ersten Quartals nicht auf Dauer durchhalten können, heißt es vielerorts.