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04.07.2006

Oracle nimmt IBM das Siebel-Hosting weg

Der Datenbankriese wird die zugekauften On-Demand-Lösungen für das Kunden-Management künftig selbst betreiben.

Oracle werde die mit der Übernahme von Siebel im vergangenen Herbst erworbenen CRM-on-Demand-Produkte in Zukunft selbst hosten, kündigte Charles Phillips, President der US-amerikanischen Datenbanker, an. IBM, Konkurrent im Geschäft mit Datenbanken und Middleware, verliert damit einen wichtigen Kunden für sein Hosting-Geschäft. Die Armonker hatten, als Siebel noch unabhängig war, den Betrieb der On-Demand-Lösungen des Customer-Relationship-Management-Spezialisten (CRM) verantwortet.

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Oracle forciert On-Demand

Neuanwender der Mietsoftware für das Kunden-Management würden bereits heute von Oracle direkt betreut, erläuterte Phillips. Die Bestandsklientel, deren Lösungen bislang noch in den IBM-Rechenzentren gehostet werden, soll innerhalb der kommenden zwei Monate auf die eigene Infrastruktur umziehen. Oracle sei in der Lage, die CRM-Applikationen mit einem geringeren Aufwand sowie einer besseren Performance und Verfügbarkeit zu betreiben, warb Phillips. Oracle setzt in seinen Rechenzentren auf die eigene Grid-Technik sowie Linux als Betriebssystem. Phillips zufolge werde Oracle während der Übergangsphase eng mit IBM zusammenarbeiten.

Experten hatten bereits seit geraumer Zeit darüber spekuliert, wann Oracle Siebels On-Demand-Lösungen nach Hause holen werde. Entsprechende Gerüchte kursieren seit Herbst vergangenen Jahres. Im September 2005 hatte der Datenbankspezialist die Akquisition von Siebel angekündigt, im Januar 2006 wurde der Deal offiziell abgeschlossen.

Auch wenn die Oracle-Verantwortlichen eine ausgeprägte Rivalität zu IBM pflegen, müssen sie auf der anderen Seite dennoch ein gewisses Fingerspitzengefühl in den Beziehungen zum weltgrößten IT-Konzern an den Tag legen. Schließlich ist IBM mit mehreren zehntausend Seats einer der weltweit größten Siebel-Anwender.

Auch einige technische Fragen der Migration blieben bislang unbeantwortet. Bis jetzt laufen Siebels On-Demand-Lösungen auf Basis von IBM-Infrastruktur, die unter anderem die Middleware-Produkte aus der Websphere-Familie einschließt. Inwieweit Oracle bereits in der Lage ist, die Siebel-Produkte auf Basis der eigenen Fusion-Middleware zu betreiben, oder ob nach wie vor IBM-Infrastruktur zum Einsatz kommen soll, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Anwender fordern Antworten

Die Oracle-Verantwortlichen sind im Rahmen des "Project Fusion" ihren Anwendern noch die Antworten auf eine Reihe von Fragen schuldig. So drückt sich Phillips weiter vor einer klaren Aussage, welche Datenbanken die künftigen Fusion-Applikationen unterstützen werden. Einige der in den vergangenen Monaten zugekauften Softwareprodukte wie beispielsweise die ERP-Anwendungen von J.D. Edwards, die mit der Akquisition von Peoplesoft bei Oracle landeten, sind eng mit IBMs Datenbankprodukten gekoppelt. Oracle hatte erst kürzlich versprochen, diese übernommenen Produkte auf unbegrenzte Zeit zu pflegen und weiterzuentwickeln. Parallel soll mit den Fusion-Anwendungen eine neue Reihe von Business-Applikationen entstehen.

Fusion und die darauf aufbauenden Applikationen seien auf eine Reihe spezieller Features der Oracle-Datenbanken abgestimmt, sagte Phillips. Man warte derzeit ab, ob die anderen Datenbankanbieter bereit seien, ihre Produkte ebenfalls mit diesen Funktionen auszustatten. Damit deutet sich schon jetzt eine enge Verknüpfung der künftigen Applikationslinie mit speziellen Datenbankfunktionen aus dem eigenen Haus an.

Darüber hinaus arbeitet Oracle mit Hochdruck daran, seine Fusion-Middleware als Basis für den Betrieb der eigenen wie der zugekauften Business-Anwendungen zu etablieren. Mit dem "Project Genesis" sollen Integrations- und Workflow-Funktionen Platz in der Fusion-Middleware finden, die es den Anwendern erlauben, die verschiedenen Applikationslinien miteinander zu verknüpfen. (ba)