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06.02.2004 - 

Appsworld 2004: Customer Data Hub überbrückt Applikationsgrenzen

Oracle öffnet sich für den Integrationsmarkt

SAN DIEGO (CW) - Oracle verabschiedet sich von seiner "Alles-aus-einer-Hand"-Strategie. Anlässlich der Kunden- und Partnerveranstaltung "Appsworld" Ende Januar im kalifornischen San Diego präsentierten die Verantwortlichen ein Integrationsmodell, das Oracle-Kunden die Anbindung von Fremdapplikationen an seine Business-Anwendungen erlaubt.

"Es wäre schön, ausschließlich Oracle-Applikationen zu verkaufen. Aber das war nie unser alleiniges Ziel." Mit diesen Worten versuchte Lawrence Ellison, eine Brücke zwischen der alten und neuen Oracle-Strategie zu schlagen und die Bedeutung des Kurswechsels herunterzuspielen. Während der Oracle-Chef in den vergangenen Jahren nicht müde wurde, die Kunden immer wieder auf die angeblichen Vorteile einer integrierten und allein auf Oracle-Produkte konzentrierten Datenbank- und Applikationsinfrastruktur hinzuweisen, waren auf der diesjährigen Appsworld ganz andere Töne zu hören.

Kunden könnten weiter die Produkte von Siebel und anderen Anbietern einsetzen, gab sich Ellison generös. Oracle werde künftig die notwendigen Schnittstellen in seine Middleware integrieren, um eine einheitliche Datenbasis zu gewährleisten. Der Oracle-Chef verglich seine Vision mit der Global Credit Database (GCD). Obwohl Banken in aller Welt die verschiedensten IT-Systeme betrieben, könnten alle auf die GCD zugreifen.

Dieses Modell will Ellison auf die Unternehmensebene übertragen. Mit Hilfe des "Customer Data Hub" sollen aus verschiedenen Applikationen alle anfallenden Kundendaten in einer gemeinsamen Datenbank gesammelt werden. Damit erhielten die Anwender einen umfassenden Blick auf ihre Kunden, und dies nicht nur aus Sicht etwa des Customer-Relationship-Managements (CRM) oder Enterprise Resource Planning (ERP), sondern über die Applikationsgrenzen hinweg.

Weitere Data-Hubs sollen folgen

Während es Ellison vorbehalten blieb, in seiner Keynote die neuesten Visionen zu verkünden, durfte der frisch gebackene President Charles Phillips die Konferenz eröffnen und die neuen Produkte ankündigen. Die Kunden hätten künftig drei Auswahlmöglichkeiten. Sie könnten weiter die komplett integrierte E-Business-Suite kaufen. Die zweite Option besteht darin, über ein Basissystem der E-Business-Suite und den Customer Data Hub bestehende Applikationen anderer Anbieter einzubinden. Außerdem könnten Kunden künftig Datenbank und Integrations-Hub separat erwerben und andere Geschäftsapplikationen darauf aufsetzen. Dieser Ansatz ähnelt dem von SAP mit dem "Master Data Management" (MDM) verfolgten, erläutert Bruce Richardson, Analyst von AMR Research. Seiner Einschätzung nach werden auf den Customer Data Hub weitere Module folgen. Denkbar seien ein Supplier Data Hub und ein Product Data Hub, mit deren Hilfe Beziehungen zu Partnern sowie Fertigungs- und Lieferketten überwacht und verwaltet werden könnten.

Oracles Integrationsplattform soll ersten Informationen zufolge rund 150 Schnittstellen beinhalten, die nach den Regeln der Open Applications Group definiert sind. Auch Web-Services-Standards und Protokolle wie Rosettanet sollen integriert werden. Laut Phillips soll die Integrationsplattform Mitte des Jahres zusammen mit der neuen Version11i.10 von Oracles E-Business-Suite auf den Markt kommen. Über die Preise sei noch keine Entscheidung gefallen.

Daten sammeln reicht nicht

Aus Sicht von Analysten bedeuten Oracles Ankündigungen einen klaren Strategiewechsel. Der Softwareanbieter habe auf den Druck der Kunden und ähnliche Konzepte der Wettbewerber reagieren müssen, interpretiert Henry Morris von International Data Corp. (IDC). Allerdings reiche es nicht aus, den Kunden das Sammeln von Daten zu erleichtern. Oracle müsse den Anwendern auch Werkzeuge bieten, um Informationen sinnvoll zu verknüpfen und auszuwerten, fordert der Analyst. (ba)

Peoplesoft nicht wichtig

Lawrence Ellison wollte sich anlässlich der Appsworld nicht zur geplanten Peoplesoft-Übernahme äußern. Da müsse man die Kartellbehörden fragen, gab sich der Oracle-Chef kurz angebunden. Derzeit prüft das US-amerikanische Justizministerium die Konsequenzen einer möglichen Übernahme. Mit einer Entscheidung ist nicht vor Anfang März zu rechnen. Oracle-President Charles Phillips spielt die Bedeutung der Übernahmeschlacht herunter: "Das Anwendungsgeschäft hing nie davon ab, ob wir Peoplesoft bekommen oder nicht." Eine Nachbesserung des Angebots schloss er aus. Derzeit notiert das Peoplesoft-Papier deutlich über der Oracle-Offerte von 19,50 Dollar.