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02.02.2007

Oracle peppt Applikationslinien auf

Im Rahmen des "Applications-unlimited"-Events hat Oracle neue Versionen seiner Geschäftsapplikationen vorgestellt. Die Investitionen der Anwender seien geschützt, so die Botschaft.

Das sind keine kleinen Releases, sondern bedeutende funktionale Erweiterungen", beteuerte Oracles Vice President John Wookey und warb damit zugleich um die Gunst der Anwendergemeinde. Kunden sollen ihre Lösungen updaten. Eine Reihe von Events auf sechs Kontinenten läutete die neue Applikationsära mit der "E-Business-Suite 12", "Peoplesoft Enterprise 9.0", "Siebel CRM 8.0", "J.D. Edwards Enterprise One 8.12" und "J.D. Edwards World A9.1" ein.

Interface im Web-2.0-Look

Oracle arbeitet mit der "Webcenter Suite" an einer neuen Interface-Technik, die künftig in allen Anwendungen integriert werden soll. Mit Hilfe der Software sollen sich Interfaces entwickeln lassen, die verschiedenste Daten und Services integrieren. Die User müssten nicht mehr zwischen unterschiedlichen Anwendungen hin- und herwechseln, um die benötigten Informationen einzusammeln. Das verbessere Effizienz und Produktivität. Die Suite besteht aus dem Webcenter Framework und den Webcenter Services. Das Framework basiert auf der Java-Server-Faces-Technik (JSF), mit deren Hilfe Entwickler Ajax-Komponenten (Asynchronous Javascript and XML) und Portlets in ein User Interface integrieren können. Die Services erlauben es den Anwendern, Tools wie beispielsweise Oracles "Enterprise Search" sowie Funktionen wie VoIP oder Wikis einzubauen. Experten zufolge könne der Softwarehersteller seine Interface-Technik eng mit den dahinterliegenden Datenbanken und dem eigenen Application Server koppeln. Diese enge Integration verschaffe dem Anbieter Vorteile.

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www.computerwoche.de/

587104: Oracle kann es mit der E-Business-Suite 12 nicht schnell genug gehen;

582983: "Oracle-Kunden warten noch ab";

575399: Oracle sichert Kunden die Weiterentwicklung aller ERP- und CRM-Produkte zu.

Hier lesen Sie ...

• wie Oracle seine Applikationslinien weiterentwickelt;

• wie der Fahrplan in Richtung Fusion aussieht;

• wie Oracle seinen Software-Stack immer stärker integriert.

Oracle habe damit seine im Rahmen des Applications-unlimited-Programms gegebenen Versprechen eingehalten, warb das Unternehmen. Nachdem im vergangenen Jahr Unruhe innerhalb von Oracles Applications-Klientel aufgeflammt war, der Hersteller könnte angesichts der Entwicklung einer neuen Anwendungsgeneration (Fusion) die bestehenden Produktlinien vernachlässigen, hatte das Management mit Applications unlimited unbegrenzten Support und Weiterentwicklung der zugekauften Produkte zugesichert.

1478 + 366 + ...

In die Version 9 von Peoplesoft Enterprise flossen laut Herstellerangaben 1478 Erweiterungen ein. Wichtigste Neuerung dabei sind zusätzliche Funktionen für das Human Capital Management (HCM). Firmen hätten damit einen besseren Überblick über ihre Mitarbeiter und könnten diese effizienter einsetzen beziehungsweise schulen. Im Programm ließen sich Angaben zu Qualifizierung und bestimmten Fähigkeiten einzelner Mitarbeiter erfassen und ablegen.

Siebel CRM Release 8.0 bietet Oracle zufolge 366 zusätzliche Funktionen. Darunter ein neues aufgabenorientiertes User Interface, auf dem Nutzer genau die Funktionen und Daten ablegen können, die für ihre Prozesse und Kundenkontakte notwendig sind. Zusätzlich sei in der neuen Version Oracles Suchmaschine Enterprise Search 10g von Haus aus integriert. Zudem unterstützt die Kunden-Management-Lösung mit der neuen Version erstmals Linux als Plattform.

... +291 + ...

Mit J.D. Edwards Enterprise One 8.12 liefert Oracle 291 neue Funktionen aus. Dabei handelt es sich hauptsächlich um zusätzliche Branchenmodule. So wurden beispielsweise weitere Funktionen für die Lebensmittelindustrie integriert. Außerdem biete ein konfigurierbares "Manager Dashboard" mehr Business-Intelligence-Funktionen (BI), mit denen Anwender einen besseren Überblick über die Situation in verschiedenen Standorten ihres Unternehmens erhalten.

Während Enterprise One 8.12 wie auch die anderen Releases bereits verfügbar sind, steht für J.D. Edwards World A9.1 noch kein Erscheinungsdatum fest. Im Rahmen der allgemeinen Produktvorstellung haben die Oracle-Verantwortlichen nur einen Ausblick gegeben. Das "World Renaissance Release", wie es der Hersteller nennt, soll verbesserte Financials- und Logistikfunktionen beinhalten. Zusätzliche Module werde es für die Produktionssteuerung wie beispielsweise ein Qualitäts-Management sowie für den Human-Resources-Bereich (HR) geben. Oracle zufolge habe man bei der Entwicklung der neuen Version eng mit IBM zusammengearbeitet, auf deren "System-i"-Plattform die Software läuft.

... +2443 ...

Zu guter Letzt hat Oracle auch seine eigene E-Business-Suite in einer neuen Version vorgestellt. Die ERP-Lösung bietet dem Hersteller zufolge 2443 Erweiterungen. Dazu zählen in erster Linie verbesserte Funktionen zur Integration und Analyse. Mit dem "Profitability Manager" könnten zum Beispiel die Erfolgsaussichten bestimmter Produkte effizienter prognostiziert werden. Darüber hinaus erlaube "Project Portfolio Analysis", einzelne Vorhaben gezielter zu steuern. Insgesamt sei die Business-Software nun besser dafür ausgelegt, international agierende Unternehmen zu unterstützen. Das System lasse sich leichter an lokale Gegebenheiten und Richtlinien anpassen.

Alle neuen Applikationsversionen unterstützten Oracles Integrationsplattform rund um die eigenen Datenbanken und die Fusion-Middleware, versicherte der Hersteller. Das biete zusätzliche Reporting-Funktionen über die Anwendungsgrenzen hinweg, verbesserte Suchmöglichkeiten ("Enterprise Search"), Stammdatenverwaltung und eine leichtere Integration zwischen den Programmen. So ließen sich beispielsweise je nach Nutzerrolle bestimmte Analysefunktionen zusammenstellen, die Daten und Informationen aus verschiedenen Systemen sammeln und aufbereiten. Das Oracle-Portal biete zudem eine einheitliche Sicht auf Auswertungen. Mit Hilfe des "Oracle Enterprise Managers" könnten Anwender ihre Applikationslandschaften leichter verwalten. Durch Web-Services ließen sich darüber hinaus auch ältere Applikationen mit den aktuellen Programmen verknüpfen.

Neben der eigenen Plattform würden jedoch auch kon- kurrierende Produkte weiter unterstützt, versprachen die Oracle-Verantwortlichen. Beispielsweise werde das neue Siebel-Release 8.0 auch künftig in IBMs Middleware aus der Websphere-Reihe und Beas "Web- logic"-Produkten funktionieren. Ferner würden Microsofts SQL Server und DB2 von IBM unterstützt.

"Oracle schützt die Investitionen seiner Kunden", verspricht President Charles Phillips. Außerdem habe man bei der Entwicklung eng mit den User Groups zusammengearbeitet. Damit solle sichergestellt werden, dass die zusätzlichen Funktionen die Anforderungen der Anwender erfüllen und viele Anwender zum Umstieg locken. Gezwungen werde jedoch niemand. Die neuen Versionen erhalten die Kunden im Zuge der herkömmlichen Wartung.

Ob dieser Werbung Erfolg beschieden ist, bleibt abzuwarten. Noch vor wenigen Wochen äußerte sich Fried Saacke, Vorsitzender der Deutschen Oracle Anwendergruppe (Doag), skeptisch. Er gehe davon aus, dass viele Nutzer diese Version übersprängen, um gleich auf Fusion zu wechseln. Außerdem sei deutlich zu spüren, dass Oracle seine Entwicklungskräfte auf die neue Anwendungsgeneration konzentriere.

... = 4578 neue Funktionen

Mit Aussagen zu Fusion hielt sich Oracle zurück. Die Entwicklung, die 2008 erste Ergebnisse abwerfen soll, laufe wie geplant. In den kommenden Monaten würden weitere Einzelheiten veröffentlicht, sagte Vice President Wookey. Er kündigte jedoch an, dass es vor Fusion weitere Zwischen-Releases im Rahmen des Applications-unlimited-Programms geben wird. Diese Strategie deutet darauf hin, dass es mit Fusion erst Ende 2008 konkreter werden könnte. (ba)