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Hersteller publiziert Schnittstellen als Web-Services


19.03.2004 - 

Oracle poliert seine ERP-Suite auf

MÜNCHEN (fn) - Oracle legt bei der Version 11i.10 seines Applikationspakets "E-Business Suite" den Schwerpunkt auf Web-Services und die Integration von Fremdprodukten. So enthält die Suite unter anderem die Funktionen des "Customer Data Hub", einer Lösung zum Verwalten von heterogenen Kundenstammdaten.

Hatte Oracle bisher den Anspruch, den Kunden alle Funktionen einer Business-Software selbst zur Verfügung zu stellen, akzeptiert der Anbieter nun offenbar, dass Firmen nicht auf der "grünen Wiese" anfangen und auch zahlreiche Fremdprodukte einsetzen. So verfügt das für dieses Jahr angekündigte Release 11i.10 der E-Business Suite über Funktionen, die Daten aus fremden Anwendungen mit dem eigenen Datenmodell harmonisieren. Ferner lassen sich die Programmier-Schnittstellen der Suite über Web-Services ansprechen.

Web-Services verstecken APIs

Die Datenintegrations-Werkzeuge werden mit der Suite ausgeliefert, Oracle vermarktet sie darüber hinaus als eigenständiges Produkt (Customer Data Hub) auch für solche Kunden, die noch keine Applikationssoftware der Kalifornier nutzen (siehe auch www.computerwoche.de/go/80115228). Mit dem Tool können Anwender Kundendaten einer fremden CRM-Anwendung mit den entsprechenden Einträgen im Daten-Repository des ERP-Systems verknüpfen und replizieren. Die Integrationsmechanismen des Hub sorgen im Hintergrund für eine synchrone Datenhaltung.

Des Weiteren hat Oracle sämtliche Schnittstellen seiner Suite, etwa die zahlreichen PL/SQL-APIs (Application Programming Interfaces), als Web-Service zur Verfügung gestellt. PL/SQL ist Oracles eigene Programmiersprache. Daneben nutzt der Anbieter auch Java. Somit lassen sich Programmfunktionen über das Simple Object Access Protocol (Soap) aufrufen. Dies soll das Verknüpfen der Anwendungen mit anderen Programmen erleichtern, da die Web-Services die APIs abstrahieren. Ähnlich verfuhr der Hersteller mit den XML-Nachrichten. Solche Messages werden genutzt, um Geschäftsinformationen zwischen Anwendungen auszutauschen, beispielsweise bei der Anbindung der IT-Systeme von Lieferanten.

Sämtliche als Web-Services publizierten Schnittstellen und Nachrichten hat Oracle in einem Interface Repository zusammengefasst. Systemspezialisten können die zur Integration benötigten Interfaces aus diesem Schnittstellenspeicher auswählen.

Hinzugekommen sind ferner weitere XML-Nachrichtentypen, dazu zählen 150 von dem Industriekonsortium Open Applications Group (OAG) definierte Business Objects. Ein solches Objekt beschreibt beispielsweise eine elektronische Bestellung im E-Procurement .

Darüber hinaus hat Oracle weitere "Integration Points" erzeugt. Das sind Einsprungstellen in die Software, über die Geschäftsabläufe angestoßen werden. Auf diese Weise sind einzelne Module der Oracle-Suite miteinander verbunden. Zudem eignen sich die Integrationspunkte dazu, Software von Drittherstellern anzukoppeln. So könnte eine Applikation eines Oracle-Konkurrenten über eine XML-Nachricht einen solchen Integration Point ansprechen. Die Kopplung zwischen den IT-Systemen basiert dabei auf dem Konzept "Event Capture and Resolution". Dabei löst ein Ereignis eine vorher festgelegte Aktion aus. Die Grundlage dafür bildet die "Advanced Queue" der E-Business Suite. Sie empfängt Botschaften und benachrichtigt die relevanten externen Applikationen beziehungsweise die Softwaremodule der Suite.

Neben den Erweiterungen in puncto Integration hat Oracle auch neue Funktionen entwickelt. So wurden die Funktionen zum Advanced Planning and Scheduling um die Komponente "Service Supply Chain" bereichert. Mit ihr können Fertigungsunternehmen den zum Einkaufen und Nutzen von externen Dienstleistungen erforderlichen Informationsfluss verbessern.

Ferner verfügt das Product-Lifecycle-Management nun über einen "Advanced Product Catalog". Dieser Web-basierende Katalog gestattet es dem Hersteller eines Produkts, gemeinsam mit Kunden und Lieferanten Produktideen und -entwürfe festzulegen, zu dokumentieren und zu bewerten. Messgrößen (Key Performance Indicators) sollen Managern helfen, den zu erwartenden Mehrwert eines neuen Produkts zu ermitteln.

Auch dem Thema Radio Frequency Identification (RFID) hat sich Oracle gewidmet. Das Warehouse-Management wurde so angepasst, dass es die Daten von RFID-Chips verarbeiten kann. Für die Anbindung an die Responder sorgen Mechanismen des Applikations-Servers.

Der Server in Version 10g bietet neben der Datenbank die Infrastrukturplattform für die E-Business-Suite 11i.10. Laut Hersteller profitieren ERP-Nutzer von der 10g-Plattform, da sie beispielsweise mit der Option "Real Application Cluster" eine Anzahl Linux-Rechner zusammenschalten können. Auf dieser skalierbaren Plattform können Kunden die Suite wie auf einem einzelnen Computersystem betreiben, verspricht Oracle. Ferner verfügt der 10g Application Server über ein Identity-Management, das ein Single-Sign-on erlaubt. (fn)

Abb: Leichte Integration

Oracles neue Suite stellt Programmier-Schnittstellen, XML-Nachrichten und Integrationspunte über Web-Services bereit. Dies soll das Ankoppeln von Drittprodukten vereinfachen. Quelle: Oracle