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07.07.1995 - 

Datenhaeuser mit vielen Facetten

Oracle schickt neue Pferde ins Rennen um den Warehouse-Markt

MUENCHEN (CW) - Wie sich aus Rohdaten Informationen gewinnen lassen, ist das Geheimnis des Data-Warehouse. Multidimensionale Sichten mit Hilfe des Online Analytical Processing (Olap) gelten als Schluessel dazu. Die kalifornische Oracle Corp., Redwood Shores, hat erst kuerzlich die Olap-Produktlinie von Information Resources (IRI) erworben, um diesen Markt mitzubestimmen.

Vorgestellt wurde die Version 7.2 von Oracles relationaler Datenbank "Oracle 7" sowie "Discoverer/2000", ein OLTP- und Olap- Tool zur Entscheidungsunterstuetzung. Neu fuer Oracle-Kunden waren bei der Praesentation jedoch vor allem die IRI-Produkte "Express View" fuer den End-User, "Express Builder", ein Tool fuer die Anwendungsentwicklung, sowie die multidimensionale Datenbank "Express DB".

Werkzeuge allein koennen die Kunden offenbar jedoch nicht ueberzeugen. "Mich interessiert vor allem, wieviel mich das Warehousing kostet", erlaeutert etwa May Seto, Vice-President bei der Wells Fargo Bank, San Franzisko. "Ist die Umsetzung einfach und kann ich diese Tools auch benutzen, bin ich ueberzeugt."

Gefragt ist zusaetzliches Know-how

Doch auch unter der Fahne Data-Warehouse wird es nicht einfacher, aus einem Wust von Daten sinnvolle und gebrauchsfertige Informationen zu filtern. Analysten warnen vor dem Aufwand: "Mit Olap-Applikationen verhaelt es sich wie mit jeder Client-Server- Implementation - man muss den Support dazurechnen", erlaeutert Paul Cubbage von der Dataquest Inc., San Jose. "Diese versteckten Kosten werden zum Teil sogar hoeher liegen als die des gekauften Produkts. Bis sich Investitionen auszahlen, duerften sechs bis zwoelf Monate ins Land gehen. Hier entsteht ein erheblicher Beratungsbedarf." Allein der Markt fuer Olap-gemaesse Datenanalyse- und Report-Tools erreiche vermutlich in den Jahren 1996/97 bereits ein Volumen von einer Milliarde Dollar.

"Die 100 Millionen Dollar fuer die ´Express´-Linie von IRI sind in jedem Fall gut investiert", kommentiert Dieter Jenz, Unternehmensberater und Herausgeber der Strategiestudie "Datenbanken in Netzwerken" den Oracle-Coup. Er stimmt mit amerikanischen Analysten darin ueberein, dass der Griff nach dem Olap-Front-end wie dem -Server von IRI eine Bereicherung des Oracle-Produktportfolios wie auch des Know-hows bedeutet.

Dass relationale Datenbanken "sich aus mehreren Gruenden nicht sonderlich gut als Olap-Server eignen", so Jenz, duerfte sich herumgesprochen haben. "Ueber Jahre hinweg konnten IRI und Konsorten ihren Geschaeften relativ ungehindert nachgehen. Nur war der Markt zwar profitabel, aber fuer die grossen Hersteller, die vollauf mit dem eigenen Wachstum beschaeftigt waren, einfach zu klein."

Den Mangel an Funktionalitaet kompensierte die Branche durch Allianzen und Marketing: "Zu den Unternehmen, die eine Zusammenflansch-Strategie verfolgten, gehoerte bisher auch Oracle. Man wollte der verehrten Kundschaft weismachen, dass man mit der eilig zusammengezimmerten Produktpalette wunderbar zurechtkaeme."

Auch wie es weitergeht, glaubt Jenz absehen zu koennen: "Die Grossen gehen auf Einkaufstour und schnappen sich die Kleinen, die gerade zum Umsatzsprung ansetzen." So habe Sybase mit Expressway bereits zugeschlagen; "Computer Associates und Informix duerften sich zur Zeit intensiv auf Brautschau befinden. Wer sich von den kleinen Anbietern verweigert, wird weiterhin ein Nischendasein fristen muessen."

Die Meta Group sieht den Data-Warehouse-Markt im grossen und ganzen bereits verteilt: 28 Prozent des Kuchens gehen an Oracle, 15 Prozent an Sybase und sieben Prozent an Red Brick Systems.