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14.02.2006

Oracle sucht neuen Kurs

Das Datenbankgeschäft scheint ausgereizt. Der Hersteller setzt deshalb verstärkt auf Middleware und Applikationen. Doch die Integration der vielen Zukäufe sowie die Konkurrenz von IBM und SAP erschweren diese Pläne.
Nach dem Platzen der Dotcom-Blase erreichten Oracles Umsätze im Geschäftsjahr 2005 wieder ein Rekordniveau.
Nach dem Platzen der Dotcom-Blase erreichten Oracles Umsätze im Geschäftsjahr 2005 wieder ein Rekordniveau.

Nur die Nummer zwei zu sein ist für Oracle-Chef Lawrence Ellison schwer zu ertragen. Verbissen versucht der ehrgeizige Hobby-Segler, der den Datenbankanbieter seit fast 30 Jahren im Stile eines Alleinherrschers führt, Boden auf Konkurrenten wie IBM und SAP gutzumachen. Bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Zwar liefert sich Oracle im weltweiten Datenbankmarkt ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit IBM und landet Gartner zufolge nur knapp geschlagen auf Rang zwei. Im globalen Geschäft mit Middleware und Business-Applikationen ist die Rangfolge dagegen eindeutig. IBM und SAP liegen seit Jahren deutlich in Führung und halten Ellison auf Distanz.

Ellison behält das Ruder fest in der Hand

Oracle-Chef Lawrence Ellison ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten im weltweiten IT-Zirkus. Während des Übernahmekampfes verglich der damalige Peoplesoft-Chef Craig Conway das Angebot seines ehemaligen Brötchengebers Ellison damit, dass dieser einen Hund kaufen wolle, nur um ihn daraufhin zu erschießen. Ellison konterte: "Ich liebe Tiere. Wenn Craig und sein Hund nebeneinander stünden und ich hätte nur eine einzige Kugel - sie wäre nicht für den Hund bestimmt." Das Duell verlor Conway, der im zermürbenden Übernahmepoker schließlich nachgeben musste.

Auch mit dem Kauf von Siebel Systems traf Ellison auf einen ehemaligen Mitarbeiter. Tom Siebel hatte bei Oracle Karriere gemacht, bevor er sein eigenes Softwareunternehmen gründete. Als seine Firma boomte, ließ Siebel kein gutes Haar an seinem ehemaligen Arbeitgeber. Umso geknickter erschien Siebel im September 2005, als Ellison triumphierte und die Übernahme nicht mehr zu vermeiden war.

Intern duldet Ellison keine Nebenbuhler. Conway und Siebel waren nicht die einzigen, die den Kürzeren gegen Ellison zogen. Im Jahr 2000 verließ Ray Lane, President und Chief Operating Officer (COO), der zuvor als Favorit für die Nachfolge Ellisons gehandelt wurde, den Konzern. Angeblich hatte der Oracle-Chef zunehmend selbst im Tagesgeschäft mitgemischt und damit die Kompetenzen Lanes beschnitten.

Probleme hatten zuletzt vor allem die Finanzchefs von Oracle. Harry You, der im Sommer 2004 die Nachfolge des langjährigen Chief Financial Officer (CFO) Jeffrey Henley angetreten hatte, warf nach einem Jahr das Handtuch. Sein Nachfolger Greg Maffei hielt es sogar nur vier Monate aus.

Seitdem verantwortet Oracle-President Safra Catz die Finanzangelegenheiten des Konzerns. Neben Resident Charles Phillips, der als treibende Kraft hinter den Zukäufen gilt, sehen Experten die Managerin als zweite starke Kraft hinter Ellison. Die Nachfolgefrage haben aber bislang weder Catz noch Phillips gestellt. Ellisons Thron bleibt unantastbar.

Oracle-Steckbrief

Gegründet: 1977;

Hauptquartier: Redwood Shores (Kalifornien);

Mitarbeiter: 56000;

CEO: Lawrence Ellison (61);

Umsatz Geschäftsjahr 2005: 11,8 Milliarden Dollar;

Nettogewinn 2005: 2,89 Milliarden Dollar;

Kunden: 275000 in 146 Ländern.

Deutschland - ein schwieriges Pflaster

Speziell in Deutschland, dem Heimatmarkt von SAP, tut sich Oracle schwer. Die Walldorfer kamen hierzulande 2004 laut Gartner im Markt für Enterprise-Resource-Planning-Lösungen (ERP) auf einen Anteil von 61,6 Prozent. Rechnet man den Peoplesoft-Anteil dazu, erreichte Oracle mit gerade einmal 1,6 Prozent den fünften Platz. Während sich Oracle im internationalen Datenbankgeschäft ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit IBM liefert, dominierte Big Blue den deutschen Markt mit einem Anteil von 44,3 Prozent. Experten führen dies auf die Mainframe-Verbundenheit der deutschen Anwender zurück. Oracle folgte abgeschlagen auf Rang zwei mit 22,7 Prozent. Auch im Markt für Application Integration und Middleware (AIM) hatte IBM mit einem Anteil von 40,4 Prozent des deutschen Marktes die Nase vorn. Oracle rangiert hier mit fünf Prozent auf Platz vier.

Hier lesen Sie …

• welchen Herausforderungen sich Oracle stellen muss;

• wie Lawrence Ellison den Konkurrenzkampf gegen SAP und IBM gewinnen will;

• welche Trümpfe Oracle noch im Ärmel hat.

Das soll sich ändern. Vehement treiben die Oracle-Verantwortlichen seit einigen Jahren vor allem das Middleware- und Applikationsgeschäft voran. Wichtigstes Instrument sind dabei Zukäufe. Allein im vergangenen Jahr hat Oracle 13 Softwareanbieter geschluckt. Rund 19 Milliarden Dollar investierte Ellison in die Akquisition von Firmen wie Peoplesoft/J.D. Edwards, Siebel, Retek und iFlex. Dabei verlief der Auftakt zur Shopping-Tour alles andere als glücklich. Erst nach einem 18 Monate dauernden Übernahmekampf gab das Management des Enterprise-Resource-Planning-Konkurrenten (ERP) Peoplesoft im Dezember 2004 klein bei und nahm die Offerte über rund 10,3 Milliarden Dollar an.

Mit den Querelen rund um die Übernahme von Peoplesoft verloren die Oracle-Verantwortlichen viel Zeit. Währenddessen arbeiteten die schärfsten Konkurrenten IBM und SAP mit Hochdruck an ihren eigenen Portfolios. SAP gab 2003 den Startschuss für den Umbau seiner Business-Applikationen in eine Enterprise Services Architecture (ESA). Auf Basis der Integrationsplattform "Netweaver" als Bestandteil der Business Process Platform (BPP) wird der bestehende monolithische Softwareblock in einzelne Services aufgespalten. Bis 2007 soll SAPs gesamte Produktpalette als Service-orientierte Architektur (SOA) funktionieren. IBM komplettierte in den zurückliegenden Jahren mit zahlreichen Übernahmen seine Middleware-Plattform "Websphere". Auf Big Blues Einkaufsliste fanden sich renommierte Namen wie die des Anbieters von Entwicklungs-Tools Rational oder des Datenintegrationsspezialisten Ascential.

Oracle drohte, den Anschluss zu verlieren. Deshalb forcierte der Datenbankanbieter nach dem lang ersehnten Abschluss der Peoplesoft-Übernahme das Tempo. Weitere Akquisitionen folgten im Monatsrhythmus, darunter der Branchenspezialist für Handelslösungen Retek und iFlex, ein indisches Softwarehaus für Bankenlösungen. Den letzten Höhepunkt bildete das Übernahmeangebot in Höhe von rund 5,85 Milliarden Dollar an den Customer-Relationship-Management-Spezialisten (CRM) Siebel Systems im September 2005. Seit Ende Januar 2006 ist der Deal offiziell unter Dach und Fach.

Oracle muss nachsitzen

Die Hausaufgaben für das Oracle-Management werden indes nicht leichter. Auf der einen Seite gilt es, die übernommenen Softwareanbieter in den Konzern zu integrieren. Zum anderen steht der Umbau der eigenen Applikationslinie sowie der zugekauften Anwendungen in eine Service-orientierte Architektur an. Mit der Zusammenführung der verschiedenen Firmenorganisationen halten sich die US-amerikanischen Manager nicht lange auf. Bereits nach wenigen Monaten meldete Oracle die Peoplesoft-Integration als abgeschlossen. Auch die Personalfrage war schnell entschieden. Rund 5000 Mitarbeiter, etwa neun Prozent der Gesamtbelegschaft von Oracle, Peoplesoft und J.D. Edwards, erhielten den gefürchteten rosa Brief.

Auch mit Siebel fackelt der Softwarekonzern nicht lange. Bereits wenige Tage nach dem offiziellen Abschluss der Akquisition steht fest, dass etwa 2000 Angestellte ihren Hut nehmen müssen.

Schwieriger wird dagegen die Integration der verschiedenen Produktlinien. Vor rund einem Jahr startete Oracle dazu das "Project Fusion". Ziel ist, bis 2008 auf Basis der eigenen "E-Business-Suite" sowie der zugekauften Applikationen von Peoplesoft, J.D. Edwards, Retek und Siebel eine durchgängige Anwendungslinie zu entwickeln. Obwohl Oracle-President Charles Phillips jüngst verkündete, man habe bereits die Hälfte des Entwicklungsweges hinter sich gebracht, bleiben die Informationen über die künftige Produktgeneration noch sehr vage.

Alles neu macht Fusion

Die Strategie basiere auf den drei Säulen "Fusion Applications", "Fusion Middleware" und "Fusion Architecture", erklärte Phillips. Letztere bezeichne die hinter der Business-Software-Strategie stehende Produktphilosophie, die auf Business-Intelligence-Funktionen, Grid Computing und einer Service-orientierten Architektur (SOA) aufbaut. Die Applikationen selbst sollen auf Java und offenen Standards wie der Business Process Execution Language (BPEL) und XML basieren. Darüber hinaus müsse eine gemeinsame konsistente Datenbasis aufgebaut werden. Mit den "Data Hubs" will Oracle je nach Kundenanforderung spezielle Datensilos bauen, beispielsweise für Kunden- und Produktinformationen. Phillips zufolge werde es jedoch nicht so sein, dass für die Fusion-Applikationen einfach nur der bestehende Code aus den verschiedenen Produktlinien zusammengeführt werde. Vielmehr handle es sich bei Fusion um eine komplett neu entwickelte Anwendung, in die Erfahrungen aus den bestehenden Lösungen einfließen sollen.

Kunden fordern klare Botschaften

Auf der Anwenderseite sorgten diese Botschaften meist für Verunsicherung. "Wir vermissen klare Aussagen zur Produktstrategie", monierte Ende vergangenen Jahres Peter Mischok, der Vorsitzende der deutschen J.D.-Edwards-Anwendervereinigung. Die Oracle-Verantwortlichen müssten eindeutige Botschaften an den Markt richten, sonst würden die Anwender geplante Projekte hinauszögern. "Es dauert sehr lange, bis man vernünftige und belastbare Informationen zum Project Fusion bekommt", ergänzte Frank Schönthaler, Sprecher der deutschen E-Business-Suite-Anwender. Die Kunden fragten sich, inwieweit bestehende Produkte in Fusion einfließen werden und wie hoch der Migrationsaufwand sein wird. "Hier ist sicher noch viel Aufklärungsarbeit notwendig."

"Das wird kein bloßes Upgrade werden", räumte Deutschlands Oracle-Chef Rolf Schwirz ein. Der Umstieg von monolithisch aufgebauten Softwareblöcken auf eine Service-orientierte Architektur bedeute einen Paradigmenwechsel, der sich nicht von heute auf morgen bewerkstelligen lasse. Die erste Fusion-Version soll Ende 2008 auf den Markt kommen. Schon 2007 sollen einzelne Komponenten fertig sein. Man werde die Kunden jedoch nicht zum Umstieg zwingen, verspricht Oracle-President Phillips. Die Anwender könnten selbst den Zeitpunkt bestimmen, wann sie auf Fusion wechseln wollten.

Um die Anwendungskunden bei der Stange zu halten, hat das Oracle-Management weitreichende Entwicklungs- und Supportversprechen gemacht. Bis 2013 sollen die bestehenden Applikationen weiterentwickelt und gepflegt werden. Darüber hinaus werde es einen lebenslangen Support für alle Produkte geben, hieß es. In dieser Phase würden die Produkte nicht mehr weiterentwickelt, die Kunden erhielten jedoch telefonische Unterstützung und Patches.

Während Oracle darum kämpft, die Kunden zu halten, warten die Konkurrenten nur auf eine Gelegenheit, eine Bresche in die Phalanx des Gegners zu schlagen. SAP hat dazu vor einem Jahr den US-amerikanischen Dienstleister Tomorrow Now gekauft, der Support- und Wartungsservices rund um Peoplesoft- und J.D.-Edwards-Produkte anbietet. Damit bekämen Anwender dieser Software Wartung für rund die Hälfte der Gebühren, die Oracle erhebt. Außerdem könnten Oracle-Kunden im Rahmen des "Safe-Passage"-Programms auf SAP-Produkte wechseln, wobei beim Kauf einer Mysap-Lizenz Investitionen in die Konkurrenzprodukte angerechnet würden.

Keiner will Kunden verlieren

Während das Tomorrow-Now-Management vom erfolgreichsten Jahr der Firmengeschichte spricht, pochen die Oracle-Verantwortlichen darauf, keine Kunden verloren zu haben. Es habe zwar Abwanderungen gegeben, diese datierten jedoch aus der Zeit des Übernahmestreits. Fast alle Peoplesoft- und J.D.-Edwards-Anwender hätten sich dazu entschlossen, an ihrer Lösung festzuhalten und weiter Support von Oracle zu beziehen. Der Datenbankspezialist hatte im vergangenen Jahr die SAP-Initiative mit einem eigenen Programm "Off SAP" gekontert. Es gebe durchaus Kunden, die ihre Plattformen auf Oracle-Basis konsolidiert hätten, hieß es. Eine genaue Zahl wollen die Verantwortlichen bislang jedoch nicht nennen. Wie nicht anders zu erwarten, weist auch SAP den Verdacht, Kunden an Oracle verloren zu haben, weit von sich.

Der erbittert geführte Kampf um die Anwendungskunden belegt, wie wichtig diese Sparte für Oracle geworden ist. Zwar macht das Applikationsgeschäft derzeit nicht einmal ein Drittel des gesamten Produktumsatzes aus, weist jedoch wegen der Zukäufe die höchsten Wachstumsraten aus. Im zurückliegenden zweiten Quartal verdiente Oracle 870 Millionen Dollar in diesem Bereich, 85 Prozent mehr als die 469 Millionen Dollar aus dem Vorjahresquartal.

Noch machen aber Datenbanken und Middleware-Produkte den Löwenanteil am Oracle-Geschäft aus. Rund 1,85 Milliarden Dollar des Produktumsatzes von 2,72 Milliarden Dollar gingen zuletzt auf das Konto dieser Sparte. Damit legte der Bereich im Vergleich zum Vorjahresquartal um lediglich fünf Prozent zu - zu wenig, gemessen an den hohen eigenen Ansprüchen der Vergangenheit. Ob die Datenbanken oder Produkte rund um Application Server und Integrationsplattform für dieses bescheidene Wachstum verantwortlich waren, lässt sich nicht sagen, da die Oracle-Verantwortlichen keine separaten Zahlen für beide Bereiche ausweisen. Da der weltweit zweitgrößte Softwareanbieter jedoch Quartal für Quartal Zuwächse im Middleware-Geschäft betont, über die Lage im Database-Segment dagegen schweigt, wird man das Wachstum der Middleware-Sparte zuschreiben dürfen. Das Datenbankgeschäft stagniert.

Daran dürfte sich so schnell nichts ändern. Technik und Produkte gelten als ausgereift. Zusätzliche Funktionen, die den Kauf einer neuen Software oder den Wechsel zu einem anderen Anbieter rechtfertigen würden, sind nicht zu erwarten. Zudem bleiben die Nutzer, wenn sie sich einmal für eine Datenbank entschieden haben, ihrem Anbieter in aller Regel treu. Nur wenige Kunden nehmen das Risiko auf sich und migrieren ihre geschäftskritischen Informationen in ein neues Datensilo.

Datenbankgeschäft wird härter

Zu schaffen macht den etablierten Datenbankanbietern auch das wachsende Aufkommen von Open-Source-Produkten. Zwar kontrollieren die drei Großen IBM, Oracle und Microsoft immer noch über 80 Prozent des weltweiten Datenbankmarktes. Hersteller wie MySQL, Ingres und Postgres kommen mittlerweile nach vorsichtigen Schätzungen von Analysten auf einen Anteil von etwa zehn Prozent - Tendenz steigend. Mittlerweile hat das Datenbanktriumvirat reagiert. Alle drei Hersteller haben kostenlose Lowend-Varianten mit mehr oder weniger starken funktionalen Einschränkungen im Vergleich zu den Vollversionen auf den Markt gebracht. "Die 10g Express Edition ist eine Kampfansage an die Open-Source-Produkte", gibt Günther Stürner, Vice President für den Datenbankbereich in Deutschland, unumwunden zu.

Der ganze Stack aus einer Hand

Oracle hält sich vor allem zugute, seinen Kunden von der Datenbank über die Middleware bis hin zu den Applikationen den kompletten Software-Stack aus einer Hand anbieten zu kön-nen. Auf dieser Basis sollen sich vollständige Geschäftsprozesse der Kunden mit der Oracle-Software abbilden lassen, erläuterte jüngst Oracle-President Phil- lips. Derzeit sei man dabei, entsprechende Abläufe auch aus einzelnen Branchen abzudecken.

Ferner plant Oracle offenbar, seine Software künftig stärker als Service anzubieten. Der verantwortliche Executive Vice President Jürgen Rottler hatte erst vor kurzem im Gespräch mit der computerwoche angekündigt, dass der Software-as-a-Service-Bereich (SaaS) schon in wenigen Jahren rund 50 Prozent zum jährlichen Konzernumsatz beitragen soll. Derzeit verdient Oracle etwa 500 Millionen Dollar jährlich in diesem Geschäft. Rottler glaubt damit, auch einen Trumpf gegenüber dem Konkurrenten SAP ausspielen zu können. Während Oracle bereits seit 1999 Softwareservices anbiete und auch über die notwendigen Rechenzentrumsressourcen verfüge, sei SAP erst sehr spät auf den Zug aufgesprungen: "On Demand ist eine unserer stärksten Waffen gegen SAP."

Oracle schielt auf Open Source

Das scheint auch Ellison so zu sehen. Der Oracle-Chef plant, diese Waffe mit weiteren Übernahmen zu schärfen. Erst vor wenigen Tagen kündigte er an, seine aggressive Einkaufspolitik fortzusetzen. Neben Anbietern von Business-Intelligence- und Middleware-Lösungen stehen dabei auch Open-Source-Anbieter wie Jboss, Zend und Sleepycat im Mittelpunkt der Spekulationen (siehe Seite 1). Angeblich liebäugelt Oracle sogar mit dem Kauf des On-Demand-Spezialisten Salesforce.com. Ellisons Ziele bleiben dabei die gleichen: die Nummer eins zu werden in allen Marktsegmenten. "Wenn man nicht die Nummer eins ist, verdient man auch nicht viel Geld", so die einfache Rechnung des Oracle-Chefs.