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Business Activity Monitoring


28.05.2004 - 

Oracle und Tibco kontrollieren Prozesse

MÜNCHEN (CW) - Integrationsspezialist Tibco hat mit der Auslieferung seiner Software für Business Activity Monitoring (BAM) begonnen. Auch Oracle will seinen Applikations-Server im Sommer um entsprechende Funktionen erweitern.

Der Begriff Business Activity Monitoring stammt aus den Federn der Analysten des Beratungs- und Marktforschungsunternehmens Gartner. Dahinter verbergen sich Mechanismen, die Unternehmen eine "Instant-Ansicht" ihrer Systeme beziehungsweise Geschäftsprozesse erlauben, sprich die gewünschten Informationen quasi auf Knopfdruck bereitstellen. Der nun von Oracle angekündigte "Business Activity Manager" ist laut Herstellerangaben in der Lage, Ereignisse zu erkennen, mit anderen Events zu korrelieren sowie zu analysieren. Dazu zählen Daten aus RFID-Systemen (Radio Frequency Identification), Informationen von Barcode-Scannern, aber auch Prozessereignisse aus ERP- und SCM-Applikationen. Ferner lässt sich das Tool dazu verwenden, Geschäftsdaten aus einem Data Warehouse mit Informationen aus operativen Systemen wie etwa ERP-Programmen zu kombinieren und diese anhand vordefinierter Kenngrößen (Key Performance Indicators) zu analysieren. Diese Geschäftsdatenanalyse kann als Grundlage für Management-Informations-Systeme dienen: Über ein Frontend erfährt der Vertriebsverantwortliche beispielsweise, wie viele Kaufaufträge im Laufe des Tages eingegangen sind und welche Produkte die Kunden bestellt haben.

Das BAM-Tool vertreibt der Anbieter als Teil der Integrationskomponente des "10g Application Server" der Version 10.1.2, die Mitte des Jahres auf den Markt kommt. Es unterstützt jedoch nur dieses und folgende Releases der Server-Software.

Das Produkt versetzt Unternehmen in die Lage, einerseits rascher auf Ereignisse zu reagieren, etwa auf Verzögerungen bei der Zulieferung von Bauteilen. Andererseits soll die BAM-Lösung ihnen helfen, zu erkennen, welche Auswirkungen Ereignisse auf ihre Geschäftsprozesse haben. So könnten sie feststellen, ob eine verzögerte Warenlieferung den Fertigstellungstermin eines Endprodukts gefährdet. Es lassen sich Aktionen festlegen, die der Business Activity Manager auslöst, wenn solche Probleme auftreten. Dies könnte im einfachsten Fall das Versenden einer E-Mail an einen Manager sein.

Allerdings ist Oracle nicht der erste Anbieter, der auf den BAM-Zug aufspringt. Integrationsspezialist Tibco hat mit "Opsfactor 1.0" sein erstes Produkt dieser Softwarekategorie jetzt freigegeben. Die Applikation basiert auf der Integrationsplattform "Businessworks" des Herstellers und erhält von dieser die benötigten Prozessinformationen. Über ein Dashboard stellt die Software Geschäftsmetriken oder Performance-Indikatoren dar, anhand derer IT-Manager beobachten können, ob sich ein Geschäftsprozess im vorgegebenen Zielkorridor bewegt oder davon abweicht. Anwender können Prozesse in Teilschritte gliedern und diese mit so genannten Activity-Sensoren versehen sowie Grenzwerte für die dort anfallenden Parameter definieren.

Zu den Kernkomponenten von Opsfactor zählt eine abgespeckte Version der Tibco-Applikation "Businessfactor 4.2", mit der sich Ereignisse aggregiert darstellen lassen. Außerdem verfügt die neue Software über eine Reihe von Designmodulen, einen im Browser ablauffähigen Client mit Alarmfunktionen, Scorecard- und Anpassungsfunktionen. Ferner sind speziell auf Performance-Belange abgestimmte Analyse-Features integriert.

Billiger und schneller

Zur Abgrenzung von Business-Intelligence-Lösungen hebt Tibco-Manager Scott Fingerhut hervor, dass unter BAM eher eine Art Prozesskontrolle zu verstehen ist und nicht die tief gehende Analyse von Geschäftsinformationen. Außerdem werde die BAM-Software anstatt von einem Data Warehouse oder Data Mart direkt von der Messaging-Infrastruktur gespeist, was letztlich ein echtzeitnahes Monitoring ermögliche. Schließlich sei BAM deutlich billiger und bereits nach einer Woche einsetzbar, während Business-Intelligence-Projekte oft Monate bis zur Fertigstellung benötigten. Der Preis für Opsfactor beginnt bei 125000 Dollar pro Server. (fn/ue)