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10.01.2003 - 

Finanzchef erwartet moderate Erholung der IT-Industrie

Oracle verbreitet Optimismus

MÜNCHEN (CW) - Trotz weiter rückläufiger Umsätze und Gewinne übertraf Oracle im zweiten Quartal die Erwartungen von Finanzanalysten. Für die Zukunft erwartet der Datenbankanbieter eine moderate Erholung der IT-Industrie. Größtes Sorgenkind bleibt das Applikationsgeschäft.

Zum sechsten Mal in Folge meldete Oracle im Jahresvergleich gesunkene Einnahmen: Im zweiten Geschäftsquartal ging der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 2,31 Milliarden Dollar zurück. Der Nettogewinn rutschte von 549,5 Millionen auf 534,9 Millionen Dollar (zehn Cent je Aktie). Von Thomson First Call befragte Finanzanalysten hatten lediglich acht Cent pro Anteilschein bei einem Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar erwartet.

Börse reagiert positiv

Auch Finanzchef Jeffrey Henley hatte noch im September mit stärkeren Einbrüchen gerechnet, und so reagierte die Börse zunächst mit einem Kurssprung des Oracle-Papiers. Henley gab sich verhalten optimistisch für die künftige konjunkturelle Entwicklung. Er erwarte eine "moderate Erholung" des Geschäftsklimas und der IT-Industrie insgesamt.

Vor allem im Kerngeschäft mit Datenbanksoftware konnte das Unternehmen aus Redwood Shores den Abwärtstrend stoppen. Die Einnahmen aus dem Lizenzgeschäft blieben mit 643,4 Millionen Dollar auf dem Vorjahresniveau, nach zweistelligen Rückgängen in den vergangenen vier Quartalen. "Wir sind froh, dass unser Datenbankgeschäft in diesem Quartal wieder gewachsen ist", gab sich Unternehmenschef Larry Ellison zufrieden. "Im Vergleich zu unseren Konkurrenten waren wir nie in einer stärkeren Position als jetzt."

Angesichts der zunehmend erfolgreichen Mitbewerber im Datenbankmarkt, allen voran IBM und Microsoft, erscheint Ellisons Optimismus allerdings etwas überzogen. Eigenen Angaben zufolge hat Oracle weltweit rund 200000 Datenbankkunden, ein Viertel davon nutze bereits die aktuelle Version "Oracle 9i".

Betrachtet man alle Produktbereiche, sieht die Bilanz indes weniger gut aus: So ging das Geschäft mit Neulizenzen im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 765 Millionen Dollar zurück. Gleichzeitig stiegen die Einnahmen aus Lizenz-Updates und Support-Dienstleistungen um acht Prozent auf 954 Millionen Dollar.

Ausschlaggebend dafür dürfte nicht zuletzt das äußerst schwache Geschäft mit Anwendungssoftware sein. Auf dem amerikanischen Kontinent brachen die Einnahmen für Neulizenzen um 50 Prozent auf 51,5 Millionen Dollar ein, konzedierte Henley. Weltweit belaufe sich der Rückgang im Jahresvergleich auf 34 Prozent, was einem Umsatz von 108,1 Millionen Dollar entspricht.

Reorganisation

Oracle reagiert auf diese Entwicklung mit einer umfassenden Neugestaltung seiner Vetriebsorganisation. Sie soll künftig in vier Sparten nach Kundengruppen ausgerichtet arbeiten. Nach wie vor dreht der Datenbankriese auch an der Kostenschraube. Im zweiten Quartal hat das Management 850 Stellen gestrichen, "einige hundert" kommen laut Henley in der laufenden Abrechnungsperiode hinzu.

Für das dritte Quartal rechnet der Finanzchef mit einem gleich bleibenden Umsatz oder einem Wachstum um bis zu vier Prozent. Der Gewinn pro Aktie werde sich zwischen neun und zehn Cent bewegen. (wh)