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02.05.2006

Oracle will alle ERP-Pakete weiterentwickeln

Trotz der "Fusion"-Software sollen Peoplesoft- und Siebel-Produkte unbefristet neue Funktionen erhalten.

Hatte Oracle bisher lediglich die unbegrenzte Wartung der übernommenen ERP- und CRM-Software von Peoplesoft, J.D. Edwards und Siebel zugesagt, will der Hersteller diese Produktlinien nun auch unbefristet weiterentwickeln. Das Konzept "Applications Unlimited" steht für Wartung und Ausbau der erworbenen Software sowie der hauseigenen "E-Business Suite". Applikationen, die Oracle selbst entwickelt oder übernommen hat, sollen zudem weiterhin vermarktet werden.

Applications Unlimited

Oracle verspricht Kunden, die Produktentwicklung seiner jetzt erhältlichen ERP- und CRM-Produkte fortzuführen, und zwar unbegrenzt. Folgende Anwendungen sind davon berührt:

"J.D. Edwards Enterprise One" und "World";

"Peoplesoft Enterprise";

"Oracle E-Business Suite".

Ausgenommen von dem Applications-Unlimited-Konzept ist "Oracle Retail", das auf Software der übernommenen Firma Retek beruht.

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www.computerwoche.de/

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575255: 10g-Datenbank für x86-Solaris.

Dies ist eine Abkehr von der bisherigen Strategie, die das Hinzufügen neuer Funktionen nur über einen befristeten Zeitraum vorsah. Die bestehenden Produktlinien sollten langfristig durch "Fusion Application", das sich noch in Entwicklung befindet, ersetzt werden. "Kein Anwender wird zu einem Upgrade oder einer Migration gezwungen, auch dann nicht, wenn wir im Jahr 2008 mit Fusion Application ein neues Produkt auf den Markt bringen", versichert nun aber Jesper Anderson, Senior Vice President for Application Strategy, im Gespräch mit der computerwoche. Die Entwicklungsteams der einzelnen Produkte blieben erhalten, und in regelmäßigen Abständen bringe Oracle neue Funktionen heraus. Dies gelte auch für das in der Programmiersprache Report Program Generator (RPG) geschriebene "World": "Dieses Jahr liefern wir eine neue Version von World, die zahlreiche Novitäten enthält." Speziell um das älteste ERP-System in Oracles Portfolio machten sich die Anwender Sorgen. Etwa 4000 der weltweit 6500 J.D.-Edwards-Anwender betreiben diese Business-Software.

Fusion Application

Wenn Fusion Application verfügbar ist, soll sie gleichberechtigt mit den anderen Business-Software-Lösungen vermarktet werden. "Der Kunde entscheidet, welches Produkt am besten zu ihm passt", so Anderson. Bei Fusion Application handele es sich um eine komplett neue Software, die dem Konzept der Service-orientierten Architekturen folge und auf XML, Web-Services und Java basiere. Gleichzeitig haben Anderson zufolge Anwender der bestehenden ERP-Linien die Möglichkeit, mit wenig Aufwand auf das modernere Fusion-Produkt zu migrieren. Neben der Fusion Application arbeitet Oracle an einer Infrastruktur, auf der alle ERP- und CRM-Applikationen einschließlich Fusion Application laufen sollen. Die "Fusion Middleware" besteht aus einem Applikations-Server, einem Identity-Management-System, einem Portal, Business-Intelligence-Methoden und Tools zur Datenintegration ("Data Hubs").

Applikationen wie "Enterprise One 8.12" und "Siebel CRM 7.8" lassen sich bereits mit der Fusion Middleware betreiben. Außen vor bleibt die Software World, da diese aus technischen Gründen nicht in die Java-Middleware integriert werden kann. Anwender können World-Funktionen lediglich über Web-Services aufrufen und so in modernen Softwareumgebungen nutzen.

Zur Middleware-Strategie Oracles gehört auch, konkurrierende Infrastrukturplattformen wie "Websphere" von IBM zu unterstützen.

Mit Application Unlimited versucht Oracle, vor allem die Kunden der übernommenen Unternehmen Peoplesoft, Siebel und J.D. Edwards zu beruhigen und ihr Vertrauen zurückzugewinnen beziehungsweise zu bekommen. Konkurrenten wie SAP umwerben frustrierte Anwender von Software der akquirierten Firmen mit Migrationsangeboten. Darüber hinaus muss der Datenbankspezialist das Applikationsgeschäft forcieren, um den Abstand zu SAP zu verringern. Die Walldorfer verzeichnen ausgerechnet in Oracles Heimatmarkt USA derzeit den größten Umsatzzuwachs. Nach den Übernahmen konzentriert sich Oracle nun darauf, den Vertrieb und den Kundensupport seiner Applikationssparte auf Vordermann zu bringen. (fn)