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22.09.2008

Oracles Anwendungsgeschäft fehlt der Schwung

Der Hersteller hat im ersten Fiskalquartal Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Die Applikationseinnahmen entwickelten sich allerdings rückläufig.

Oracle verkaufte im ersten Quartal des laufenden Fiskaljahres 2008/09 Anwendungslizenzen im Wert von 331 Millionen Dollar. Das sind zwölf Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Gerettet wurde das Applikationsgeschäft von den Wartungs- und Supporteinnahmen, die im Jahresvergleich um 18 Prozent von 886 Millionen auf 1,04 Milliarden Dollar zulegten. Insgesamt verzeichnete der US-Softwarekonzern damit einen Anwendungsumsatz von 1,37 Milliarden Dollar, neun Prozent mehr als im ersten Finanzquartal des Vorjahres.

Besonders in der Region Emea konnte der Softwarekonzern mit dem Lizenzumsatz seiner Applikationssparte nicht zufrieden sein. Hier reduzierten sich die Einnahmen im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 94 Millionen Dollar. Die Umsätze in Amerika fielen um neun Prozent auf 182 Millionen Dollar, in Asien verbesserten sie sich leicht um ein Prozent auf 55 Millionen Dollar. Erzrivale SAP konnte zuletzt überzeugendere Zahlen präsentieren. Im Ende Juli abgeschlossenen zweiten Fiskalquartal verbesserte der deutsche Softwarekonzern seine Lizenzeinnahmen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 25 Prozent auf 898 Millionen Euro.

Oracles Bilanz wurde von einem starken Middleware- und Datenbankgeschäft gerettet. In dieser Sparte verbesserten sich die Lizenzumsätze um 27 Prozent auf 906 Millionen Dollar. Inklusive Wartung und Support nahm der Konzern mit seiner Fusion-Middleware und den Datenbanken fast 2,8 Milliarden Dollar ein, 27 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.

Insgesamt reichte es damit zu einem neuen Rekordquartal. Der Konzern steigerte seinen Gesamtumsatz um 18 Prozent von 4,53 auf 5,33 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verbuchte der Softwarehersteller einen Gewinn von 1,08 Milliarden Dollar nach einem Plus von 840 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Mit diesem Ergebnis übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten.

Finanzchefin Safra Catz hob vor allem die operative Marge von 40 Prozent hervor, die sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,5 Prozentpunkte verbessert habe und damit auf das höchste Niveau eines Anfangsquartals in Oracles Firmengeschichte ge-stiegen sei. President Charles Phillips betonte, immer mehr Kunden kauften integrierte Softwarepakete auf Basis von Oracle-Middleware. Attraktiv sei das breite Produktportfolio aus Datenbank, Middleware und Anwendungen.

Kunden warten auf Fusion

Das schwächelnde Applikationsgeschäft wollten die Oracle-Verantwortlichen nicht kommentieren. Für den Konzern geht es der-zeit darum, den Umbau seines Anwendungsportfolios für die Anwender möglichst schmerzfrei über die Bühne zu bringen. Oracle arbeitet seit Jahren mit "Fusion" an stärker modularisierten Softwarebausteinen, die sich auf Basis der eigenen Middleware flexibel miteinander kombinieren lassen sollen. Anfang des Jahres waren Details zu ersten Softwaremodulen durchgesickert. In den zurückliegenden Monaten war es jedoch sehr still um die Fusion-Programmierung geworden. Auch wenn Oracle versprochen hat, die bestehenden Anwendungslinien weiterzuentwickeln und Support anzubieten, dürften viele Anwender zunächst einmal abwarten, wie es mit den Fusion-Applikationen vorangeht. Beleg dafür könnten die rückläufigen Lizenzumsätze sein. (ba)