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16.11.2004

Oracles Ultimatum an Peoplesoft läuft ab

Kommt die Fusion zustande? Am 19. November fällt die Entscheidung - vielleicht.

Wenn nicht 50 Prozent der Peoplesoft-Aktionäre bis zu diesem Datum ihr Plazet zur Firmenzusammenführung abgegeben haben, will Oracle-Boss Lawrence Ellison die Fusionspläne nicht weiterverfolgen. Der CEO sagte ferner, er werde sein Angebot von 24 Dollar pro Peoplesoft-Aktie definitiv nicht mehr erhöhen. Das Peoplesoft-Management wies die 24-Dollar-Offerte als zu niedrig zurück. Angebote ab 26 Dollar würde man hingegen überdenken.

Streitpunkt Giftpillen

Unterdessen wächst der Druck auf Peoplesoft-Chef David Duffield. Eine Gruppe von Peoplesoft-Aktionären hat sogar ein Verfahren vor einem Gericht im Ostküsten-Bundesstaat Delaware angestrengt. Sie will das Management zwingen, die so genannten Giftpillen zur Abwehr der feindlichen Übernahme fallen zu lassen.

Auch Oracle hatte deswegen geklagt, ein Urteil steht unmittelbar bevor. Peoplesoft könnte beispielsweise gezwungen werden, sein "Customer Assurance Program" aufzugeben. Es garantiert den Kunden hohe Zahlungen für den Fall, dass die Ellison-Company nach einem Merger Peoplesoft-Produkte einstellt. Insgesamt könnte Oracle diese Giftpille laut einem Geschäftsbericht von Peoplesoft zusätzlich rund 2,425 Milliarden Dollar kosten.

Über die Chancen einer erfolgreichen Übernahme von Peoplesoft durch Oracle darf weiter diskutiert werden. In den 17 Monaten, die seit der ersten Offerte Anfang Juni 2003 vergangen sind, konnte sich Oracle nie mehr als elf Prozent aller Peoplesoft-Aktien sichern.

Ob es der Datenbankanbieter schafft, bis zum 19. November tatsächlich 50 Prozent aller Peoplesoft-Aktien auf seine Seite zu ziehen, hängt vor allem von den institutionellen Anteilseignern ab. Hinzu kommen Kapitalanlagen- und Investmentgesellschaften (Mutual Funds), so dass hier insgesamt etwa 350 Parteien ihre Stimme erheben können. Allerdings besitzen lediglich knapp über zehn Institutionen ein Prozent oder mehr der Peoplesoft-Anteile.

Insider gehen im Übrigen davon aus, dass Oracle die Übernahmeanstrengungen auch nach dem 19. November fortsetzen wird - sogar dann, wenn es bis dahin nicht die Mehrheit der Aktien besitzt. Oracle streitet dies allerdings vehement ab.

Eine weitere Möglichkeit, Peoplesoft zu kaufen, könnte für die Ellison-Company darin bestehen, den Verwaltungsrat von Peoplesoft mehrheitlich mit eigenen Verbündeten zu besetzen. Das könnte auf der wahrscheinlich im Frühjahr 2005 stattfindenden Hauptversammlung von Peoplesoft geschehen.

Eine Mehrheit der dann stimmberechtigten Aktionäre müsste Oracle mit einem wie auch immer gearteten weiteren Angebot überzeugen. (jm)