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21.04.2009 - 

CW-Kolumne

Oracles Ziel: Kontrolle über Java

Es ist einfach spannend, was man mit einer gut gefüllten Kriegskasse alles bewegen kann ...", kommentierte ein Leser unsere Online-Meldung zu Oracles Sun-Übernahme. Dem können wir uns nur anschließen. Die Übernahme ist eine klare Kampfansage an alle, die in der ersten Reihe des ITK-Markts stehen – vor allem aber an IBM.

Wenn Oracle-Gründer Lawrence Ellison im Zusammenhang mit Java vom "wichtigsten Softwarekauf aller Zeiten" spricht, dann meint er nicht die realen Umsätze, die derzeit mit der Programmiertechnik erzielt werden, sondern das gewaltige Potenzial, das dahintersteckt – man denke nur an die Milliarden Java-Clients, die auf PCs und mobilen Endgeräten weltweit installiert sind. Und man denke an die Bedeutung, die Java im Markt hat: Oracle ist es gelungen, eine Schlüsseltechnik unter Kontrolle zu bringen, von der beispielsweise IBM im Middleware-Bereich klar abhängt.

Doch was will der Datenbankriese mit all der Hardware? Die korrekte Antwort lautet vermutlich: gar nichts! Für Oracle ist Suns Hardwaregeschäft Ballast, der vorübergehend in Kauf genommen und später irgendwann abgeworfen wird. Oracle kann es sich leisten, ein Unternehmen zu schlucken, das nicht perfekt ins eigene Portfolio passt – weil die Integrationsprozesse komplett professionalisiert wurden. Der Konzern kauft jedes Quartal drei bis vier Unternehmen zu und gibt Milliardenbeträge dafür aus. Mit President Charles Phillips – ehemals Morgan Stanley – steht ein M&A-Spezialist an der Konzernspitze, der ein perfekt funktionierendes Team für Akquisitionen leitet. Die Risiken werden systematisch minimiert.

Für die Mitarbeiter von Sun sind das allerdings keine guten Nachrichten. Schon im ersten Jahr nach der Übernahme will Oracle 1,5 Milliarden Dollar Profit aus dem Sun-Kauf ziehen, im zweiten Jahr sollen es dann sogar zwei Millionen sein. Das geht wohl nur mit hartem Kosten-Management – und einem Kahlschlag in der Sun-Belegschaft. Analysten erwarten, dass mindestens ein Drittel der rund 33.000 Sun-Mitarbeiter gehen muss.