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11.10.2002 - 

Microsoft zieht es ins Handy-Innerste

Orange kündigt Mobiltelefon mit Smartphone 2002 an

MÜNCHEN (CW) - Microsoft zeigt jetzt auch im Handy-Geschäft Flagge. Noch im Oktober wird der Netzbetreiber Orange ein Gerät anbieten, das unter dem Betriebssystem "Powered Smartphone 2000" des Softwaregiganten läuft. Damit gibt der Konzern für die Marktführer Nokia und Motorola ein bedrohliches Lebenszeichen.

Microsoft wäre nicht Microsoft, würde die Company nicht versuchen, sich mit einem Betriebssystem auch in Handys und Smartphones zu etablieren. Die von Bill Gates schon länger gehegte Absicht wird nun Realität. Orange, die Mobilfunktochter der France Télécom, hat noch für Oktober ein Mobilfunktelefon angekündigt, das mit dem Betriebssystem Powered Smartphone 2002 arbeitet. Hersteller des Geräts ist die taiwanische Firma High-Tech Computer (HTC). Laut Microsoft werden auch Sendo, Samsung Electronics, Mitsubishi Electric und Compal Electronics entsprechende Handys fertigen.

Die Präsenz von Microsoft im Mobiltelefonmarkt kommt mit fast einjähriger Verspätung. Die ursprünglichen Einstiegspläne waren auf Ende 2001 terminiert, mussten aber verschoben werden, weil die Software bei der Kontrolle der Netzverbindungen Schwächen offenbarte. Vodafone, das seit über einem Jahr ein Gerät des Herstellers Sendo mit Microsofts Smartphone 2002 testet, hat deshalb beschlossen, vorerst von dem Produkt noch die Finger zu lassen. Auch T-Mobile, eigentlich für seine guten Verbindungen zu Microsoft bekannt, wird in diesem Jahr kein Produkt mit dem Microsoft-Betriebssystem ins Portfolio nehmen.

Für Bill Gates bedeutet das Zögern von Vodafone und T-Mobile jedenfalls einen gewissen Rückschlag, weil er hofft, Smartphone 2002 über die Schiene der Netzbetreiber im Markt zu verbreiten. Nokia, Motorola und andere führende Hersteller von Endgeräten haben Microsoft nämlich aus Sorge um ihre Marktposition die kalte Schulter gezeigt. Statt Smartphone 2002 in ihre Produkte zu integrieren, entwickeln sie lieber eigene Lösungen. Aus diesem Grund stieß der Softwareriese mit seinem Produkt bislang nur bei kleineren Herstellern auf Interesse und baut nun auf die Macht der Netzbetreiber.

Nokia, Motorola, Palm & Co. werden sich über die Zurückhaltung einiger Carrier die Hände reiben. Dem Versuch Microsofts, die Software Smartphone 2002 zwischen Standard-Mobiltelefonen und den leistungsfähigeren Geräten mit dem OS "Pocket PC 2002 Phone Edition" anzusiedeln, ist damit zumindest vorerst noch kein durchschlagender Erfolg beschieden. Symbian, ein Konsortium, hinter dem die Handy-Hersteller Nokia und Ericsson stehen, aber auch Motorola und Palm haben damit etwas Zeit gewonnen, ihre eigenen Entwicklungen in Sachen leistungsfähiger Software für Multimedia-Handys im Markt zu platzieren.

Microsoft indes zu unterschätzen wäre fatal. Die Macht des Unternehmens, seine Software in bereits etablierte Märkte zu drücken, haben im Browser-Geschäft Netscape und bei PDA-Betriebssystemen der Wettbewerber Palm zu spüren bekommen. Gefährlich ist die Absicht des Unternehmens für Marktgrößen wie Nokia und Motorola auch deshalb, weil Smartphone 2002 eine komfortable Software für Handhelds mit kompaktem Display und Telefontastatur darstellt, die bei Anwendern durchaus auf Zustimmung treffen könnte. Die Software, die auf Windows CE 3.0 basiert, enthält einen Web-Browser, E-Mail- und Instant-Messaging-Client, ein Adressbuch sowie einen Media Player. Als nachteilig bewerten Analysten jedoch, dass das Betriebssystem kein Java unterstützt. Die Programmiersprache ist bei Mobilfunkanwendungen sehr populär. (pg)