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02.02.1990 - 

CSE-Kongreß: Lösungen für Informationsmanager

Org./DV-Leiter suchen nach neuen Wegen beim Controlling

MÜNCHEN (CW) - Mit Datenmodell, DV-Controlling und einem neuen Selbstverständnis als Moderator will der Informatik-Manager die Org./DV-Kräfte neu bündeln: weg vom Kostenfaktor und hin zum Gewinnpotential. Dieser Trend zeigte sich in Lösungen und Konzepten von Anwendern auf dem CSE-Kongreß "Informationsmanagement" in München.

"Den alten DV-Leiter jetzt Informationsmanager zu nennen, damit ist es nicht getan", mit diesem Statement eröffnete August-Wilhelm Scheer den Anwender-Kongreß.

Ein Unternehmensdatenmodell soll, so der Inhaber des Lehrstuhles für Wirtschafts-informatik an der Universität des Saarlandes, den Grundstock für eine integrierte Verarbeitung aller relevanten Datenbestände einer Firma bilden. "Redundanzen und Datenherzogtümer gehören dann der Vergangenheit an." Jedoch seien Kompetenzstreitigkeiten vorprogrammiert, etwa darüber, welcher Fachabteilung der gesamte Unternehmensdatenbestand unterstellt werden solle.

In Referaten zu spezielleren Themen stellten Anwender aus verschiedenen Branchen Konzepte und Lösungen vor, die sie in ihren Unternehmen erfolgreich eingesetzt haben. Das Spektrum reichte von der Organisation und Steuerung der Informations-Infrastruktur der Papierfabrik Nettingsdorf/Österreich bis zum Marketing-Informations-System der Mercedes-Benz AG.

So forderte Peter Burgholzer, Prokurist der Papierfabrik Nettingsdorf, den Ersatz des Begriffes "Systemdenken" durch die Worte "Kostendenken" und "Leistungsdenken". Ohne ein effektives Controlling arbeite eine EDV nämlich fast nie wirtschaftlich. Auch Hewlett-Packard-Manager Herbert Reiss sah High-Tech-Innovationen immer mehr im Dilemma zwischen den Erfordernissen der Wettbewerbsfähigkeit und den bislang unzulänglichen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen.

Die Frage nach der Wirkung von Innovationen durch moderne Technik brachte Jürgen Fuchs, Geschäftsführer des EDV Studios Ploenzke in Wiesbaden, auf einen kurzen Nenner: "IuK-Netze durchbrechen Hierarchien, Abteilungsschranken und Unternehmensgrenzen. Sie verbinden die Menschen, die an der Basis mehr Verantwortung und Entscheidungsgewalt bekommen."

Doch rationales Technikwissen bleibt künftig nicht allein Schlüssel zu Effektivität. In einem Referat über den Zusammenhang von Hirndominanz und Hochproduktivität in der Software-Produktion warnte Managertrainer Frank D. Peschanel vor einer Überbetonung der linken, der analytisch-logischen Gehirnhälfte.

Da Software allgemein als extrem logisch und absolut unemotional angesehen werde, gelten Analytiker-Typen mit einer starken Dominanz der linken Gehirnhälfte gemeinhin als die aussichtsreichsten Kandidaten auf eine Karriere in der Softwareproduktion. Künstler Typen mit einem Hang zum Chaotischen hätten es dagegen schwer in den DV-Entwicklungsbüros. Erfolgreiche EDV-Fachkräfte nutzten fast ausnahmslos bevorzugt die rechte Gehirnhälfte, der die Kreativität innewohne. +