Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

26.03.1993 - 

Maintenance muss nicht laenger das schwarzes Loch der Entwicklung sein

Organisatorische Massnahmen senken die Kosten fuer Wartung

Wer die Veroeffentlichungen ueber die Situation in der Software- Entwicklung verfolgt, erfaehrt, dass 60 bis 80 Prozent der vorhandenen Entwicklungskapazitaeten durch Wartungsaktivitaeten verbraucht werden. Diese Zahlen werden immer dann angefuehrt, wenn die Ursachen fuer den Anwendungsstau dargelegt werden sollen. Der Nachweis fuer den hohen Wartungsaufwand kann jedoch bei den wenigsten DV-Anwendern erbracht werden, da zu diesen Aktivitaeten selten detaillierte Aufzeichnungen gefuehrt werden.

Das Grunduebel ist, dass dort oft auf Zuruf gearbeitet wird - sowohl bei der Fehlerbehebung als auch bei Funktionsaenderungen. Nicht jeder Fehler aber ist so gewichtig, dass er die Nutzung des Programms unmoeglich macht. Auch hat nicht jede gewuenschte Funktionsaenderung soviel Bedeutung, dass sie sofort realisiert werden muss.

Anforderungen sollen gebuendelt werden

Der Software-Manager sollte darauf achten, dass Anforderungen gebuendelt werden. Es ist sinnvoll, nicht mehr als zweimal pro Jahr eine neue Programmversion auszuliefern. Der Aufwand fuer eine kleine Aenderung ist naemlich nur unwesentlich geringer als fuer eine grosse. Die Zeit fuer das Einarbeiten in das alte Programm und das Austesten der neuen Version wird bei kleinen und grossen Aenderungen kaum differieren.

Weiter muss das Software-Management Regeln fuer die Wartung erarbeiten und vorgeben. Dazu gehoert eine Fehlerklassifizierung, aus der sich die Notwendigkeit einer schnellen oder weniger schnellen Reaktion ableiten laesst.

Die Nutzungsdauer einer Software kann durch prophylaktische Massnahmen nicht verlaengert werden. Insofern kann sie in diesem Sinn gar nicht gewartet werden. Als Softwarewartung werden unterschiedliche Aktivitaeten verstanden, deren Ursachen ebenfalls verschieden sind. Die Arbeiten, die heute unter dem Begriff Wartung zusammengefasst werden, sind:

- Fehlerbehebung,

- Nacharbeiten,

- funktionelle Erweiterungen,

- technologisch bedingte Wartung und

- Anwenderbetreuung.

In der kommerziellen DV stellt die Fehlerhaeufigkeit - gemessen in Anzahl der festgestellten Fehler pro 1000 Befehlszeilen - einen Gradmesser fuer die Qualitaet der Software-Entwicklung dar. Die Zahl der auftretenden Fehler nimmt in den ersten drei bis vier Nutzungsjahren rapide ab, um dann wieder langsam anzusteigen. Qualitaetssicherung in der Entwicklung wird merklich zu einer Reduzierung der Kosten fuer die Fehlerbehebung im Rahmen der Wartung beitragen.

Terminschwierigkeiten bei der Software-Entwicklung fuehren sehr oft dazu, dass Arbeiten als Wartungsaufwand deklariert werden, die eigentlich zur Entwicklung gehoeren. Besseres Projekt-Management in den Entwicklungsphasen fuehrt zu einer genaueren Unterscheidung des Aufwandes in Entwicklung, Nacharbeit und Wartung.

Die Mehrzahl aller Wartungsaktivitaeten wird durch funktionelle Aenderungen oder Erweiterungen ausgeloest. Hier ist vor allem die fachliche Notwendigkeit von Aenderungswuenschen zu pruefen, um ueber Dringlichkeits-Kennzahlen die Versionsgestaltung zu planen.

Technologisch bedingte Wartungen resultieren aus Aenderungen bei Hardware und Systemsoftware. Die DV-Anwender sind dabei sehr oft fremdbestimmt. Die Software-Manager muessen hier abwaegen, ob die Vorteile technischer Neuerungen den dadurch ausgeloesten Wartungsaufwand aufwiegen.

Die Anwenderbetreuung als Wartungsleistung zu betrachten, ist nicht sinnvoll. Denn Anwenderunterstuetzung wird vorwiegend in schulungsaehnlichen Massnahmen erbracht, wobei ihr Umfang durch die Personalsituation auf der Anwenderseite bestimmt ist.

Eine Steuerung des Wartungsaufwandes ist nur dann sinnvoll, wenn der Aufwand in der Vergangenheit analysiert werden kann. Schwerpunkte und Schwachstellen der Wartung muessen zunaechst einmal erkannt werden. Deshalb ist ein Wartungs-Controlling auf der Basis eines detaillierten Berichtswesens erforderlich.

*Robert Huerten ist Geschaeftsfuehrer der Unternehmensberatung Huerten & Partner in Riedstadt.