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Mehr Aussteller, mehr Hallen, mehr Besucher:


06.06.1986 - 

Orgatechnik sieht keine Gefahr durch CeBIT

AACHEN (bk) - Eitel Sonnenschein herrscht bei den Verantwortlichen der Köln Messe im Vorfeld der Orgatechnik '86. Die Zeichen stehen auf Expansion, die Messechefs sehen ihr Konzept bestätigt. Hans Wilke, Geschäftsführer der Köln Messe: "Die Orgatechnik ist auf dem besten Weg. die Weltmesse für die gesamte Bürowirtschaft zu werden." Doch die Veranstaltung läuft auch Gefahr, zur Messe der langen Wege zu werden.

Die 6. Internationale Büromesse wird in diesem Jahr vom 16. bis 21. Oktober in der Domstadt stattfinden. Die Veranstalter rechnen mit etwa 1600 Ausstellern, was gegenüber 1984 eine Steigerung um zehn Prozent bedeutet. Auch die Auslandsbeteiligung, so Wilke, werde mit mehr als 570 Firmen um rund 15 Prozent höher liegen. Dabei erwartet er als größte ausländische Anbietergruppe die USA mit etwa 120 Unternehmen. Die ausgestellte Produktpalette um faßt vom Bürostuhl bis zum Computersystem wie schon in den Jahren zuvor das gesamte Spektrum der Bürowirtschaft.

Stark erweitert wurde aber vor allem die Bruttoausstellungsfläche. Erstmals belegt sind in diesem Jahr die Rheinhallen, so daß die Flächenkapazität nunmehr 200 000 (1984: 133 000) Quadratmeter ausmacht. Dies hat laut Wilke nicht nur den Vorteil, rund 100 neue Interessenten plazieren zu können, auch konnten dadurch die Wünsche der Aussteller nach Standvergrößerungen erfüllt werden. Andererseits stünden jetzt zwei gleichwertige Haupteingangskomplexe sowie zwei Kongreßzentren zur Verfügung. Auch glaubt Wilke, daß die zusätzliche Hallenkapazität zu einer Entzerrung des Verkehrs außerhalb des Messegeländes beitragen wird. Nach rund 140 000 Besuchern 1984 erwartet die Kölner Messeleitung zur diesjährigen Orgatechnik an die 150 000 Messegäste.

Zugute kommt die erweiterte Ausstellungsfläche aber in erster Linie dem Kredit- und Versicherungswesen, das erstmals im Spezialmarkt "Orgatechnik Banking Mix" zusammengefaßt ist. Erwartet werden rund 200 Unternehmen, davon 50 ausländische, mit Spezialangeboten für Banken. Zur Verfügung stehen ihnen zirka 15 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Die Einführung dieses Spezialmarktes sieht Wilke als logische Folge einer Entwicklung, die sich bereits seit Jahren mit der zunehmenden Konzentration der Bankeinrichter auf dem Messeplatz Köln abgezeichnet habe.

Diese positive Entwicklung der Orgatechnik werten die Messechefs als deutlichen Beweis, daß das Konzept stimmt. Betont Wilke: "Der Markt braucht eine Fachmesse, die alle Bereiche des Büros abdeckt. Wir nehmen keine Teilung in Maschinen und Mobiliar vor, sondern führen alle Bereiche der Bürowirtschaft auf der Orgatechnik zusammen." Aus diesem Grund seien andere Veranstaltungen in der Bundesrepublik Deutschland wie auch in Europa in Inhalten, Zielsetzung und Besucherstruktur nicht mit der internationalen Büromesse zu vergleichen. Auch der Zweijahresrhythmus spiele dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Deshalb werde man an diesem Konzept unbedingt festhalten.

Weiter betont Wilke, daß die Orgatechnik einen hohen Stellenwert als "Ordermesse" habe, da es in der Domstadt nicht um die Vorstellung von Prototypen gehe, sondern um marktfähige Produkte. Ferner werde die Messe stark von Führungskräften mit Beschaffungsentscheidung, Verwaltungs- und Organisationsfachleuten frequentiert.

Dennoch ist nicht zu übersehen, daß sich auch die einst, "gemütliche" Orgatechnik immer mehr zu einer "Messe der langen Wege" entwikkelt. Durch Hinzunahme der Rheinhallen erstreckt sich das Produktangebot nunmehr über 14 Hallen. Bequemes Schuhwerk tut also not. Doch Wilke ist überzeugt, daß die Orgatechnik nach wie vor besucherfreundlich gestaltet ist. Allein das vor zwei Jahren eingeführte und jetzt weiter verbesserte Kölner-Besucher-Informationssystem "Köbes" werde zu einer erhöhten Transparenz der Veranstaltung führen.

Aber auch die Zukunft der Orgatechnik wird den Messeleitern noch einiges Kopfzerbrechen bescheren. Grund: Die Hallen- und Flächenkapazität ist nahezu erschöpft. Für die nachfolgenden Messen heißt das, gegenüber den Ausstellern eine etwas härtere Gangart einschlagen zu müssen. Eine Möglichkeit sei laut Hans Jürgen Donnermeyer, Mitglied der Geschäftsführung der Köln Messe, zum Beispiel, die Standpreise drastisch zu erhöhen. Doch gäbe es noch eine Menge anderer Alternativen. Auf keinen Fall aber werde die Orgatechnik den Weg der Hannover-Messe gehen.