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26.06.1998 - 

Alternative Carrier/Kommentar

Ortsbereich pfui, Fernbereich hui!

Ein halbes Jahr währt er nun, der freie Wettbewerb im deutschen TK-Markt. Zeit also, für eine erste Bilanz: Eher lange Gesichter dürfte es beim Privatkunden geben, der im Ortsbereich nach wie vor an die Telekom gebunden ist. Bei Ferngesprächen bietet sich zwar Einsparpotential, schrecken aber ein Tarifdschungel, Voranmeldungen und Mindestumsätze von der großen TK-Freiheit ab. Wenn Otto Normalverbraucher der Telekom den Rücken kehrt, dann nutzt er Call-by-call als Einwählmethode, Preselection spielt kaum eine Rolle.

Anders sieht es bei Geschäftskunden aus. Einmal von Großkunden abgesehen, die schon vor dem 1. Januar 1998 vom Wettbewerb profitierten, reiben sich jetzt vom Freiberufler bis hin zum mittelständischen Unternehmen viele die Hände. Entgegen der Erwartung hat die Liberalisierung dieser Zielgruppe nicht nur günstigere Tarife beschert, sondern auch mehr Spielraum beim Service.

Bei Preis und Dienstleistung tun sich insbesondere die bereits im Mobilfunk-Wettbewerb erprobten Service-Provider hervor, die jetzt auch das Festnetz für sich entdeckt haben. Mobilcom & Co. stehlen dabei den großen Telekom-Herausforderern Arcor, Otelo und Viag Interkom die Schau, deren Start in den freien Wettbewerb hinter den Versprechungen zurückblieb.

An dieser Stelle auch noch ein Wort zur Telekom. Wie zu erwarten war, haben die Bonner das bestellte Feld nicht kampflos geräumt. Das Tamtam um Wechselgebühren, Interconnection-Tarife etc. hat den Wettbewerb sicher verzögert, ist aber legitim. Der Zweck heiligt eben die Mittel, auch wenn sie umstritten sind.

Ein Lob hat sich der Regulierer verdient, der Schwerstarbeit verrichtete. Er trägt einen erheblichen Teil dazu bei, daß der deutsche TK-Markt internationalen Maßstäben mehr als standhält. Insgesamt also ein positives Fazit - Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut.