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25.06.1995

OS/2 auf Tischsystemen nicht verfuegbar IBM bringt zwoelf weitere CMOS-Grossrechner und Power-PC-PCs

MUENCHEN (CW) - Die IBM hat ihre erstmals vor neun Monaten vorgestellte Parallel-Grossrechner-Linie "9672" um zwoelf weitere Modelle ausgebaut. Die "S/390 Parallel Enterprise Server" stattet Big Blue mit der zweiten Generation von CMOS-Prozessoren aus, die in Boeblingen entwickelt wurden. Ausserdem praesentierte Big Blue erste PCs, die mit dem Power-PC-RISC-Chip rechnen.

IBMs CMOS-Implementation gibt es in der Variante "R2" und der etwas leistungsstaerkeren "R3"-Version. Die Schaltgeschwindigkeit der Prozessoren betraegt zwoelf Nanosekunden. Big Blue gibt an, dass "gegenueber vorangehenden Technologien" Leistungssteigerungen bis zum Faktor 2,7 moeglich seien. Der britische Brancheninformationsdienst "Computergram" hingegen will wissen, dass die neue CMOS-Technologie nur eine 40 bis 60 Prozent hoehere Rechenleistung biete.

Die Rechengeschwindigkeit der CMOS-Grossrechner soll mittlerweile ausreichend sein, um IBMs aeltere Mittelklasse- und Low-end-Mainframes der "3090-J"-Linie zu ersetzen. Lediglich im Vergleich zu den wassergekuehlten "H2"- Modellen gehe, so die IBM, den CMOS-Boliden noch die Luft aus.

Die neue 9672-Palette reicht vom Ein-Weg- bis zum Zehn-Wege-Prozessor- Modell bei der R3-Variante. Die R2-Versionen bieten Aufstiegspfade von der Ein-Weg- zur Sieben-Wege-Ausfuehrung.

Maximal 32 der 9672-Rechner lassen sich ueber Parallel-Sysplex-Verbindungen zu einem Rechnerverbund zusammenschliessen. Dieser stellt sich fuer den Anwender wie ein einziger Rechner dar.

Die IBM Deutschland teilte mit, die S/390-Parallel Enterprise Server seien ab Ende Juli verfuegbar. Preise gibt Big Blue fuer seine Grossrechner nicht mehr an.

Ausserdem verdoppelte Big Blue das Fassungsvermoegen seiner "Ramac"-Magnetplattenspeicher auf 180 GB. Wer einen groesseren Speicherbedarf hat, benoetigt einen zweiten 3990-Controller.

Fast versteckt hat die IBM darueber hinaus, was einmal das Ereignis schlechthin der PC-Industrie werden sollte: Die Vorstellung erster PCs, die mit der RISC-CPU Power-PC arbeiten. Auf der Herbst-Comdex 1993 lueftete Big Blue das Tuch ueber einem schicken, schwarzen Prototypen und weckte damit grosse Erwartungen. Nach anderthalb Jahren praesentierte IBM nun bemerkenswert zurueckhaltend erste Rechner und Notebooks der "Personal Computer Power Series" sowie der "Thinkpad Power Series".

Die Tisch-PCs arbeiten mit der 64-Bit-CPU "604" mit Taktraten von 100, 120 oder 133 Megahertz, die Notebooks mit der 32-Bit-Prozessor-Variante "603" unter IBMs Unix-Derivat AIX. IBM liefert die Rechner auch mit Windows NT (Power-PC Edition) aus. Gegen Microsoft und Intel wollte Big Blue mit seinen RISC-PCs eigentlich zu Felde ziehen. Das eigene Power-PC-optimierte Betriebssystem OS/2 Warp Connect (Power-PC Edition) und Suns Betriebssystem Solaris werden fruehestens Ende 1995 verfuegbar sein.

Die Festplattenkapazitaeten sowohl fuer die Tischgeraete als auch fuer die Notebooks reichen von 540 MB bis 1,2 GB. Alle Power- PC-PCs besitzen ein CD-ROM-Laufwerk mit vierfacher Geschwindigkeit. Die Thinkpad-Systeme verfuegen zudem ueber PCMCIA- Steckplaetze, eine 16-Bit-Audiounterstuetzung, ein Mikrofon sowie Lautsprecher. Eine integrierte Videokamera fuer das Top-Notebook ist optional erhaeltlich.

Die PCs koennen ab sofort zu Preisen ab rund 5500 Mark (mit Windows NT) oder etwa 6800 Mark (mit AIX) bestellt werden. Die Thinkpad-Notebooks kosten ab knapp 12 000 Mark.