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06.04.1990 - 

Auch Microsoft läßt Anwender im unklaren

OS/2: IBM schürt Unsicherheit durch diffuse Windows-Politik

MENLO PARK (jm) - Die unendliche Geschichte um Microsofts DOS-Nachfolger OS/2 wird immer unklarer. Sicher scheint nur eines: Am 22. Mai 1990 soll Windows 3.0 aus der Taufe gehoben werden - womit ein weiteres Problem für das Multitasking-Betriebssystem geschaffen würde.

Während das Konkurrenzprodukt Windows somit in Kürze zur Verfügung steht, müssen sich Interessenten für die aktuelle OS/2-Version 1.2 weiterhin gedulden. Nur von der IBM selbst könne man bislang Softwarekopien erhalten und auch dann nur, wenn man wirklich gute Beziehungen zu Big Blue habe, meinten US-ainerikanische Anwender.

Microsoft selbst wolle die Markteinführung von Version 1.2 mit dem LAN Manager 2.0 synchronisieren, erklärte Peter Neupert, Microsofts Senior General Manager für OS/2. Da allerdings die Netzwerksoftware noch Mängel aufweist und mit einer kurzfristigen Markteinführung nicht gerechnet werden kann, würde sich dies ebenfalls auf OS/2 1.2 auswirken.

Von strategischer Bedeutung scheint sogar zu sein, daß die IBM ihren Widerstand gegen Windows nicht nur völlig aufgegeben hat, sondern nun auch bemerkenswerte Kapazitäten auf die DOS-Erweiterung konzentriert. Abgesehen von der Entwicklung einer Windows Version für ihre Office-Vision. Software organisiert Big Blue momentan nach Mitteilung aus Branchenkreisen seine Betriebssystem-Entwicklungsabteilung in Boca Raton völlig um. Die meisten Energien sollen danach von DOS auf Windows umgelenkt werden. Mit dieser Umorganisation im Haus geht anscheinend auch eine Verlagerung der Entwicklungskompetenzen für OS/2 einher.

Etwa 30 IBM-Software-Entwickler seien an den Microsoft-Hauptsitz in Redmond transferiert worden, um die Entwicklung voranzutreiben.

Zudem wurde jetzt bekannt, daß auch beim Multitasking-Betriebssystem von Microsoft Schwierigkeiten auftreten. Anwender, die ihren mit mehreren CPUs ausgerüsteten Compaq Systempro unter der LAN-Manager-386/486-Version mit Multiprozessor-Unterstützung laufen lassen wollten, sahen sich mit technischen Problemen konfrontiert, die OS/2 1.2 generierte. Viele Anwender und Software-Entwickler scheinen ohnehin das Warten leid zu sein und richten ihr Interesse nun gleich auf OS/2 2.0, welches Ende des Jahres vorgestellt werden soll. Hierbei wird es sich erstmals um eine 32-Bit-Version handeln.

Mit der Markteinführung von Windows 3.0 werde allerdings auch die Notwendigkeit für und die Nachfrage nach OS/2 obsolet. "Da die meisten Anwender ohnehin Multitasking nicht wirklich brauchen, könnte Windows 3.0 viele Kaufinteressenten von OS/2 ablenken", vermutet zumindest Stan Miastkowski, der die Zeitschrift "OS/2 Report" veröffentlicht.