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21.05.1999 - 

Treiber für Großkunden, Ignoranz für End-User

OS/2-Strategie der IBM verärgert die Anwender

MÜNCHEN (ade) - Für Aufruhr sorgt derzeit eine Initiative der deutschen OS/2-Anwendervereinigung Team OS/2 Deutschland e.V.i.g: Die IBM hat 17 Großkunden nach dem Bedarf an neuen OS/2-Treibern befragt, die Vielzahl der Einzelanwender jedoch völlig ignoriert. Mit einer Veröffentlichung des IBM-Fragebogens im Internet will die Anwendergemeinde nun für Bewegung und vor allem für eine bessere Unterstützung des Betriebssystems sorgen. Doch die Chancen stehen schlecht.

Leise, still und heimlich hat der Armonker IBM-Konzern 17 Großkunden angeschrieben und nach dem Bedarf an neuen OS/2-Treibern für aktuelle Grafikkarten, DVD-Geräten und digitalen Kameras befragt, das Gros der weltweiten Betriebssystem-Anwender jedoch außer acht gelassen. Laut Marcus Specht, dem ersten Vorsitzenden von Team OS/2-Deutschland e.V.i.g, herrscht in der OS/2-Anwenderschaft helle Aufregung.

"Für die IBM zählt nur der Großkunde"

Specht hatte nicht von der IBM selbst, sondern via Fax von einer deutschen Versicherung von der IBM-Aktion für Großkunden erfahren: "Wir haben uns darüber geärgert, daß außer den 17 Großkunden kein Anwender gefragt wurde", nennt Specht den Grund, weshalb Team OS/2 Deutschland das Schreiben kurzerhand auf seiner Web-Seite im Internet publik gemacht hat. Die Resonanz auf die Aktion war überwältigend. Nicht weniger als 36 484 E-Mails - davon rund 12000 aus dem deutschsprachigen Raum - sind laut Specht bei der User Group innerhalb von nur zirka drei Wochen eingetroffen.

Doch die Befürchtung der deutschen OS/2-Gruppierung, die IBM kümmere sich in puncto OS/2 ausschließlich um ihre Großkunden, scheint sich zu bewahrheiten. Obwohl die deutsche Dependance den OS/2-Aktivisten mittlerweile zugesichert hat, die Forderungen der Endanwender an die US-Zentrale weiterzuleiten, wartet Team OS/2 Deutschland noch immer auf eine Antwort. Für Detlef Schäbel, den zweiten Sprecher der Gruppierung, steht fest: "Für die IBM in den USA zählt nur der Großkunde. Die Bedürfnisse kleinerer oder privater Anwender interessieren nicht."

Diesen Vorwurf bestätigt die deutsche Niederlassung von Big Blue auf Anfrage der COMPUTERWOCHE: "Die Entscheidung wird in den USA getroffen", erklärt Monika Zilliken, Marketing-Managerin Network Computing Software bei der Stuttgarter IBM-Dependance. Die Wünsche von Großkunden würden nach den Worten der Managerin "garantiert berücksichtigt". Schlecht stehen die Chancen laut Zilliken - trotz der Protestaktion von Team OS/2 Deutschland - für die Endanwender. Die IBM habe dem Geschäft mit Betriebssystemen für Endanwender vor rund eineinhalb Jahren abgeschworen.

Zilliken: "Das ist eine Aktion, die losgebrochen ist, nachdem ein nichtoffizielles Dokument in das Web gestellt wurde." Big Blue schreibe seit jeher seine wichtigsten Kunden in regelmäßigen Abständen an, um deren Feedback für künftige Produkte berücksichtigen zu können. Das werde allerdings direkt vom IBM-Labor in den USA gesteuert. Die Publizierung des Anschreibens im Internet sei nicht offiziell.

Zu den häufigsten Wünschen der Endanwender gehören nach Informationen der OS/2-Anwendervereinigung neue Treiber für aktuelle Grafikkarten, gefolgt von Soundkarten, Druckern, ISDN-Karten sowie digitalen Kameras.