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29.05.1987 - 

Kommt das neue PC-Betriebssystem rechtzeitig?

OS/2-Systementwickler in den Startlöchern

MENLO PARK (CWN) - Entwickler künftiger OS/2-Produkte spähen eifrig nach Hinweisen, wann das neue Betriebssystem, das hierzulande BS/2 heißen wird, endlich auf den Markt kommen soll. Es gibt Gerüchte, denen zufolge die Entwicklung - zügig vorangeht. Angeblich wird IBM demnächst auf einem Seminar die ersten Kopien verteilen.

Wie aus Kreisen von Betatestern zu erfahren war, enthält diese Version noch keine Netzwerkunterstützung, ist ansonsten aber soweit endgültig, daß Software-Entwickler damit arbeiten können. Ein Programmierer, der an OS/2 gearbeitet hatte, nannte es das "am gründlichsten getestete System, das ich je gesehen habe".

Diese Berichte stehen in scharfem Gegensatz zu Aussagen professioneller Industriebeobachter, daß der Entwicklungsfortschritt von OS/2 hinter dem Plansoll zurückbleibe und deshalb mit einer Auslieferung im ersten Quartal des kommenden Jahres nicht zu rechnen sei. "Viele Tools existieren noch gar nicht", wußte ein Analyst zu vermelden, "und das Betriebssystem ist unvollständig".

"Wenn OS/2 rechtzeitig ausgeliefert wird, wird sich hier jeder wundern", meinte Philippe Kahn, Präsident von Borland International und fügte hinzu, bei dem Produkt handele es sich um das größte Projekt, das je in der Sprache C in Angriff genommen worden sei. Kahn erzählte, seines Wissens sei OS/2 langsam und es fehlten noch viele Debugging-Werkzeuge. Obwohl Borland sich auch der Entwicklung von OS/2-Software widmet, erwartet Kahn, daß das System Jahre benötigen werde, um sich durchzusetzen.

Dem trat der Firmensprecher von Microsoft mit dem Statement entgegen, OS/2 entwickle sich nach Plan. Er stellte außerdem klar, daß es keinen Unterschied geben werde zwischen den OS/2-Versionen von Microsoft und IBM. Stimmen aus den Reihen der Konkurrenz zufolge lädt OS/2 Programme jedoch langsamer als MS-DOS. Der Bildschirmaufbau gehe allerdings schneller vonstatten und der Verkehr über die Drucker- und Daten-I/O-Schnittstellen ebenfalls, räumte ein Konkurrent ein.