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26.10.1984 - 

Marketing richtet sich primär auf die europäischen Märkte:

Osborne plant Comeback mit zwei Portables

FREMONT (CW) - Nach ersten zaghaften Meldungen und Spekulationen besteht jetzt Gewißheit: Die seit gut einem Jahr unter Schutz von Chapter 11 des amerikanischen Bankruptcy Act stehende Osborne Computer Corp. bereitet ein Comeback vor. Mit zwei neuen Rechnern will der einstige Portable-Vorreiter auf den Markt kommen der einst durch das zu frühe Announcement des "Executive 1" ins finanzielle Dilemma steuerte. Durch eine Aktienemission, die drei Millionen Dollar bringen soll, will Osborne dem eigenen Wiederbelebungsversuch Atem verleihen.

Osborne hat eigenen Angaben zufolge den größten Teil der Schulden abgezahlt. Die neue Geschäftsleitung verfüge zwar über wenig Barmittel, aber sie hat große Pläne. Kapital will man aus dem immer noch bekannten Namen und der anhaltenden Treue von Kunden, die den ersten und bekanntesten der Osborne Mikros - "Osborne I" - benutzen, schlagen.

Das Unternehmen will im US-Bundesstaat Kalifornien durch eine Aktienemission drei Millionen Dollar aufbringen, mit denen die Vermarktung und Werbung der neuen Mikros finanziert werden soll. Dieser Plan ringt den Investoren, die im vergangenen Jahr mit dem Konkurs 31 Millionen Dollar verloren haben, nur "ein müdes Lächeln" ab. Es sei ein hartes Stück Arbeit, die Kreditwürdigkeit des Unternehmens wieder herzustellen, sagt auch Ronald J. Brown, der ehemalige Vice-President für das Osborne-Auslandsgeschäft, der die Umstrukturierung des Unternehmens ausarbeitete und jetzt President und Chief Executive Officer ist.

Im Rahmen des im Juli von dem Gericht genehmigten Reorganisationsplanes hat Osborne ihren Banken 10,5 Millionen Dollar Schulden einschließlich Zinsen zurückgezahlt. Die Büromöbel, einige gebrauchte Computer und andere Wertgegenstände waren im Frühjahr versteigert worden, um die Mittel dafür zu beschaffen. Die 850 nicht abgesicherten Gläubiger des Unternehmens werden allerdings nicht so gut dastehen. Nur rund fünf Millionen Dollar von schätzungsweise 30 Millionen Dollar, die ehemalige Lieferanten forderten, werden nach Auskunft von Brown zurückgezahlt. Allerdings sollen diese Gläubiger 20 Prozent am Aktienkapital des Unternehmens erhalten, die restlichen 80 Prozent werden Brown und fünf andere Mitglieder des Osborne-Managements halten.

Äußerst wichtig für das zukünftige Wohlergehen Osbornes wird der Erfolg der beiden neuen Mikros sein. "Vixen", der erste, zum Preis von 1298 Dollar einschließlich des Textverarbeitungsprogramms "Wordstar", wurde am 25. Oktober vorgestellt. Anfang des kommenden Jahres ist dann die Markteinführung des "Encore" vorgesehen, der 3000 Dollar kostet und über einen schmalen Flüssigkristall-Bildschirm und eine Speicherkapazität von 512 KB verfügt.

Eines der größten Probleme für Osborne dürfte der Wiederaufbau des Vertriebsnetzes sein. Vor dem Konkurs verkauften 800 Einzelhändler Osborne-Produkte, derzeit sind es rund 50. Der Pionier tragbarer Mikros richtet einen Großteil seiner Marketing-Bemühungen auf die europäischen Märkte und hofft, direkte Absatzkontakte zu höheren Schulen und Universitäten herstellen zu können.