Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

19.08.1988 - 

Grundlagenforschung und praktische Umsetzung werden getrennt:

OSF-Entwicklungszentrum in München

BRÜSSEL (CW) - Die Open Software Foundation (OSF) plant die Errichtung eines Entwicklungszentrums in Europa. Wie OSF-Direktor Henning Oldenburg der COMPUTERWOCHE bestätigte, ist die Entscheidung für den Standort München bereits gefallen. Das zusätzlich geplante Forschungszentrum hingegen soll im französischen Grenoble entstehen.

"Forschung und Entwicklung werden bei uns getrennt", sagt Oldenburg, der seit vergangener Woche in Brüssel residiert. Für Entwicklungsaufgaben werde das Gesamtbudget der OSF folgendermaßen aufgeteilt: Etwa 50 Prozent der Entwicklungsaktivitäten sollen in USA getätigt werden, rund 30 Prozent in Europa und damit in München und 20 Prozent in Fernost. Berechnet an gegenwärtig verfügbaren Mitteln, also dem Sponsoranteil von rund 40 Millionen Dollar im Jahr, könnte die OSF also zwischen zehn und zwölf Millionen Dollar jährlich in München ausgeben.

Der OSF-Direktor will 25 Mitarbeiter einstellen, die über fundierte Unix-Basiskenntnisse verfügen und sich in C-Programmierung im Unix-Umfeld auskennen. Auf die Schwierigkeiten angesprochen, solche hochqualifizierten Experten zu finden, reagiert Henning Oldenburg gelassen: "Die Tatsache, sich an etwas zu beteiligen, was vielleicht Industriestandard wird, müßte Anreiz genug sein."

Die künftigen OSF-Entwickler werden zunächst für sechs Monate nach USA gehen und dort in der Entwicklung mitarbeiten. Danach sollen sie, mit Teilaufgaben versehen, in München weiterarbeiten. Die Kernel-Entwicklung beispielsweise wird definitiv in Amerika verbleiben, weil, so der Ex-Nixdorfer, der enge Bezug zu AT&T notwendig ist. Alles, was mit User-Interfaces, Datenbanken, Kommunikationsschnittstellen und Protokollen zu tun habe, komme Mitte nächsten Jahres als Aufgabenpaket nach München.

Die Forschung, sagte der OSF-Manager, ist mehr längerfristig orientiert. "Für Grenoble als Forschungszentrum haben wir uns entschieden, weil sich rund um die dortige Universität etwas ähnliches etabliert hat wie "Silicon Valley". Hier haben sich eine Reihe von Forschungseinrichtungen angesiedelt, und es fänden dort Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Herstellern statt. Der Ort in den französischen Alpen sei zu einem der Schwerpunkte der High-Technologie geworden.