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27.09.1991 - 

Erste Auslieferungen Ende des Jahres erwartet

OSF-Lösung DCE ist zunächst nur für AIX und OSF/1 verfügbar

27.09.1991

PARIS (CW) - Ab sofort nimmt die Open Software Foundation (OSF) Bestellungen für ihre Distributed Computing Environment (DCE) entgegen. Voraussichtlich im Dezember dieses Jahres ist die OSF-Lösung für die verteilte Anwendungsentwicklung in heterogenen Rechnerwelten lieferbar - zunächst allerdings nur für AIX und OSF/1.

Wie die OSF erläutert, handelt es sich bei der DCE um eine Softwareschicht zwischen Betriebssystem und Anwendungsprogramm, die wie eine Maske über die heterogene, vernetzte Rechnerumgebung gelegt wird (siehe Abbildung).

Auf diese Weise sei es möglich, Anwendungsprogramme zu modularisieren und jede Teilfunktion - für den Entwickler und den Benutzer transparent - von dem dafür am besten geeigneten System verarbeiten zu lassen.

Die Software-Umgebung besteht aus sieben Komponenten: Kernstück ist der ursprünglich von Apollo entwickelte "Remont-Procedure Call" (RPC). Sogenannte Threads kontrollieren den Informationsfluß innerhalb der Umgebungen. Der "Distributed Directory Service" stellt ein einheitliches Namensmodell sicher, während der "Time Service" alle Uhren im Netz synchronisiert.

Das "Distributed File System" gewährt den Benutzern - unabhängig von deren geographischem Standort - Zugang zu allen Dateien im Netz, und über die "Personal Computer Integration" können MS-DOS-Maschinen auf Daten und Druckerdienste von Nicht-DOS-Systemen zugreifen. Last, but not least soll der "Security Service" einen sicheren Kommunikationsweg, also Datenintegrität und Vertraulichkeit, garantieren. Die technische Realisierung der DCE-Komponenten stammt von Digital Equipment, Hewlett-Packard, Siemens und dem Massachusetts Institute of Technology sowie von Microsoft, Transarc und Sun Microsystems.

Zunächst wird die OSF-Lösung für die beiden "Referenzmaschinen" - die RS/6000 unter AIX und die DEC-Workstation 3100 unter OS/1 -zur Verfügung stehen. Die nächste Implementierung, so verspricht die OSF, wird auf Intel-Plattformen unter Unix System V 4.0 laufen.

Die Komponenten der DCE werden zum Teil als Paket angeboten und zum Teil getrennt lizenziert.

So enthält der zum Pauschalpreis von 75 Dollar vertriebene Dienstprogramm-Baukasten "DCE Executive" unter anderem den Remote Procedure Call, den Basic File Service, den Time Service und die Threads, wohingegen die "DCE Services" einzeln zu haben sind.

Dabei schlagen der Directory Service und der Security Service mit jeweils 400 Dollar, der Advanced File Service mit 500 Dollar und der X.500 Directory Service mit 250 Dollar zu Buche. Sowohl bei den Dienstprogrammen als auch bei den Services werden Mengenrabatte gewährt.

Daneben bietet die OSF auch ein Programmpaket mit der Bezeichnung "DCE Administration" an, das die ferngesteuerte Verwaltung der DCE-Dienste von jedem System der jeweiligen Rechnerumgebung ermöglichen soll. Pro Kopie muß der Kunde 75 Dollar oder einen 20prozentigen Aufschlag auf die Binärcode-Gebühr des DCE-Executive-Pakets berappen.

Im Quellcode ist die DCE selbstverständlich sehr viel teurer: Wer die Software nur für den eigenen Bedarf kauft, zahlt 15 000 Dollar für die erste und 5000 Dollar für jede weitere Quellcode-Lizenz. Das Recht zur Weiterverteilung läßt sich die OSF mit 150 000 Dollar bezahlen. Für 20 000 Dollar im Jahr bekommt der Kunde ein regelmäßiges Update. Will der Anwender darüber hinaus Beratungsleistungen, Fehlerverfolgung und neue Software-Releases in Anspruch nehmen, so kostet ihn das eine jährliche Gebühr von 50 000 Dollar.