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21.07.1989 - 

Open Software Foundation lizenziert jetzt Unix-Benutzeroberfläche:

OSF/Motif mindert Aussichten für Open Look

MÜNCHEN (CW) - Ab sofort lizenziert die Open Software Foundation (OSF) ihre Unix-Benutzeroberfläche OSF/Motif. Das Rennen um eine Standardoberfläche für Unix-Systeme ist damit jedoch noch nicht gänzlich gelaufen. Demnächst will die Oracle Corp. Open Look, das Konkurrenzprodukt der Unix International, für seine Datenbankprodukte einsetzen.

Auch wenn Motif bereits vertrieben wird, allgemein verfügbar ist die endgültige Version 1.0 der Schnittstelle laut OSF erst ab Ende August dieses Jahres. Im Quellcode kostet das OSF-Produkt 1000 Dollar. Für den Binärcode sind je nach Umfang zwischen 10 und 40 Dollar zu entrichten.

Das Interesse der potentiellen Kunden gilt weniger der grafischen Benutzerschnittstelle selbst als den Entwicklungskomponenten von Motif, mit deren Hilfe Anwendungen auf diese Oberfläche angepaßt werden können. Dazu gehören das von Digital Equipment stammende Interface-Toolkit, eine Anwendungs-Programmier-Schnittstelle und eine Präsentationsbeschreibungssprache mit Compiler sowie ein Window-Manager und ein Style Guide. Darüber hinaus läuft OSF/Motif auf allen Architekturen, die das X-Window-System unterstützen können.

Der britische Brancheninformationsdienst Computergram zitiert unabhängige Softwareunternehmen und Hardwarehersteller, denen zufolge Motif gegenüber Open Look einen uneinholbaren Vorsprung verbuchen kann. Computergram geht daher von einem Sieg des OSF-Produkts im Rennen um die Anerkennung als Standardoberfläche für Unix-Syteme aus. Auch der deutsche Unix-Propagandist Hans W. Strack-Zimmermann setzt auf Motif und bezeichnet die Oberfläche gar als "Rettung der Unix-Bewegung."

Allerdings hat inzwischen die Oracle Corp. aus Belmont/Kalifornien angekündigt, daß sie für eine Reihe ihrer Produkte Open Look einsetzen möchte. So soll eine Zugriffsmöglichkeit auf den Kernel ihres relationalen Datenbanksystems geschaffen werden. Das Unternehmen ist Mitglied bei der Open Software Foundation und will daher, eigenen Aussagen zufolge, demnächst auch OSF/Motif unterstützen.