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30.07.1993

OSF/Motif-Tage '93 in Konstanz Der Microsoft-Markt zwingt Unix-Anbieter zum Handeln

KONSTANZ (CW) - Ende Juni fanden in Konstanz - vielleicht das letzte Mal in dieser Form - die OSF/Motif-Tage statt. Die zentralen Themen rankten sich um offene Graphical User Interfaces (GUI). Dabei wurde deutlich, dass die massgeblichen Unix-Anbieter versuchen, Microsoft durch systemuebergreifende Konzepte und demonstrierte Einigkeit die Stirn zu bieten.

"Unix-Anbieter, vereinigt euch im Kampf gegen Windows NT", lautete nach Einschaetzung von Joachim Ruff, Geschaeftsfuehrer des Tagungsveranstalters, der Konstanzer In integrierte Informationssysteme GmbH, der unterschwellige Appell. So rueckte einerseits die Herstellerinitiative Common Open Software Environment (COSE) in den Mittelpunkt des Interesses und zum anderen das Windows Application Binary Interface (Wabi), das eine Windows-Oberflaeche nachstellt, ohne auf eine Microsoft-Lizenz zurueckzugreifen.

Der Sales- und Marketing Director der IXI Limited aus Cambridge, Anil Malhotra, beschrieb COSE als einen Prozess und betonte, die Initiative sei kein Kartell und kein Produkt. Die Gruppe erstelle Spezifikationen, die letztlich zu einem ebenso kohaerenten wie einheitlichen Erscheinungsbild fuehren solle, wie es Microsoft mit Windows geschafft habe.

Von Grund auf fuer

offene Systeme konzipiert

Ebenfalls gegen Microsoft richtet sich laut Sun-Referent Donatus Schmidt der hauseigene Windows-Ersatz Wabi. "Eine

neue Form von Freiheit" stelle Wabi dar; denn im Gegensatz zum proprietaeren MS-Windows sei Wabi von Grund auf fuer offene Systeme konzipiert und jedermann frei zugaenglich. In

Solaris-Umgebungen laeuft das Produkt derzeit im Pre-Betastadium, es soll aber so bald als moeglich auch auf PCs unter SCO-Unix und fuer RS/6000-Rechner angeboten werden.

Wie der Veranstalter resuemiert, waren die OSF/Motif-Tage kein Kongress der Superlative und ueberlegt, in welcher Form das Treffen noch eine Zukunft haben kann. Bereits in seiner Eroeffnungsrede wies Joachim Ruff darauf hin, dass die Motif-Technik ein zu enger Rahmen fuer den Kongress sei, der besser unter dem allgemeineren Motto einheitlicher Benutzeroberflaechen stuende. In diesem Sinne bezeichnete er die OSF-Konferenz als nicht mehr zeitgemaess und forderte die Umbenennung in "GUI Tage". In zwei Jahren boete sich dann als Titel der Begriff "Multimedia" an.

Gastrednerin der OSF war

Cathy Betz, Buisiness Area Manager der Abteilung User Environment. Sie zeigte die kuenftigen Entwicklungstrends der Foundation auf. Insbesonders im Bereich "Graphics fuer X" suche die OSF fuer Weiterentwicklungen noch Industriebeteiligungen. Dabei zeigte sich die OSF offen fuer Systeme anderer Hersteller. Betz wies auf denkbare Kombinationen von Motif mit Wabi, DOS, Macintosh- Systemen, Windows und Windows NT hin.