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11.11.1994

OSF-Technik erhoeht Sicherheit im Internet Zusaetzliche Funktionen sollen DCE zum Durchbruch verhelfen

MUENCHEN (CW) - Nur wenige mit dem Distributed Computing Environment (DCE) erstellte Anwendungen kommen ueber das Projektstadium hinaus. Die Management- und Sicherheitseigenschaften der jetzt von der OSF freigegebenen DCE- Version 1.1 sollen hier Abhilfe schaffen. In Aussicht stellt der Hersteller auch die Einbindung von Internet, Novell Netware und Netztechniken von Sun.

Auf Zustimmung stiess bei der Praesentation vor US-Anwendern in Boston die Integration der bisher vier Verwaltungswerkzeuge in ein einziges Tool, das zudem mit nur einer Script-Sprache arbeitet. Die aufwendige Handhabung mit verschiedenen Werkzeugen und vielen Schnittstellen galt bisher vor allem bei der Erstellung von Anwendungen fuer umfangreiche verteilte Umgebungen als Hauptproblem.

Begruesst wurde auch die Oeffnung des Sicherheitskonzepts fuer verteilte Umgebungen, die nicht mit dem Remote Procedure Call (RPC) arbeiten. Zudem lassen sich nun auch proprietaere Sicherheits-Tools einbinden. "Jetzt koennen wir DCE endlich fuer unternehmenskritische und sicherheitsempfindliche Anwendungen einsetzen", urteilt Charles Blauner, Entwickler bei der Bellcore Inc., Morristown.

US-Analysten kritisieren aber, dass die OSF-Technik auch in der aktuellen Version fast ausschliesslich auf den Betriebssystem- Bereich ziele, anstatt endlich Features fuer Anwendungsanbieter zu liefern. Tatsaechlich bekennen sich bisher fast nur Systemspezialisten wie DEC, SNI, Gradient und Transarc sowie IBM und HP zu DCE 1.1.

Gegen die Vorwuerfe aus Analystenkreisen spricht jedoch, dass inzwischen mehrere Datenbankanbieter zugesagt haben, die anstehenden Versionen ihrer Produkte DCE-konform zu gestalten. Zu ihnen gehoeren Informix, Sybase, Oracle und CA sowie die IBM mit DB2/2 und DB2 AIX.

Erste Anwendungen mit DCE-Technik

Auf einem anderen Gebiet hat die OSF selbst die Initiative ergriffen. So wurden Spezifikationen fuer eine umfassende Internet- Anwendung erstellt. Dabei handelt es sich um die Moeglichkeit, die Sicherheitsmechanismen von DCE auf den Internet-Dienst World Wide Web (WWW) zu uebertragen, der bisher immer wieder wegen der Maengel auf diesem Gebiet kritisiert wurde. Konkret soll der Nachrichtenverkehr ueber ein neues Protokoll in eine DCE-Message eingekapselt werden. Noch fuer dieses Jahr sind Prototypen eines Mosaic-Browsers mit DCE-Unterstuetzung sowie ein WWW-Server- Programm geplant. Mit einer Produktfreigabe ist allerdings nicht vor Mitte 1995 zu rechnen.

Wie die IDG-Schwesterpublikation "Computerworld" darueber hinaus erfahren hat, wurden den Anwendern in Boston in einer nichtoeffentlichen Sitzung bereits die Features von DCE 1.2 vorgestellt. Dazu gehoert vor allem die Einbindung der weit verbreiteten Novell-Netze unter Netware sowie des DCE- Konkurrenzproduktes Open Network Computing (ONC) von Sun Microsystems.

Von Bedeutung ist die momentane Ankuendigungsflut auch deshalb, weil sie der OSF helfen soll, eine Schlappe auszubuegeln, die DCE gegen ein Konkurrenzprodukt hinnehmen musste. So ist es dem Konsortium nicht gelungen, den RPC, um den sich die DCE-Services ranken, als Standard fuer verteilte Umgebungen auch fuer objektorientierte Techniken zu etablieren. Die fuer die Version 2 des Messaging-Systems Corba zustaendige Arbeitsgruppe des Standardkonsortiums Object Management Group (OMG) hat sich gegen den DCE-RPC und fuer einen Konkurrenzvorschlag von Sunsoft, Expersoft, Iona Technologies, Bell Northern, ICL und IBM entschieden (vgl. CW Nr. 43 vom 28. Oktober 1994, Seite 6). Der Grund fuer diesen Rueckschlag liegt in den hohen Systemanforderungen von DCE und den mehr als 400 Systemaufrufen, die den Programmierern das Leben schwermachen. Daran hat sich, so die "Computerworld", nur wenig geaendert.