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16.04.1993 - 

ANDF macht Unix-Software plattformunabhaengig

OSF: Wiederbelebungsversuche an einer verschmaehten Technik

"Wenn die OSF das Projekt auf die Reihe bekommt, dann erschliesst das den Software-Anbietern im Unix-Markt einen Massenmarkt", begeisterte sich Ixos-Geschaeftsfuehrer Hans Strack-Zimmermann fuer ANDF, kurz bevor es von der Open-Systems-Organisation zur Seite gelegt wurde. Das Konzept sah vor, den Sourcecode einer Anwendung in ein Zwischenformat zu uebersetzen und dieses dann fuer die verschiedensten Unix-Anlagen und -Architekturen zu vermarkten. Die Software sollte erst beim Kunden zu Ende kompiliert werden.

Mangelndes Interesse der Sponsoren hatte die OSF Anfang 1992 dazu veranlasst, die ANDF-Entwicklung auf - wie es hiess - unbestimmte Zeit an ein Esprit-Unterprogramm der EG sowie an ein Forschungslabor des US-Verteidigungsministeriums abzugeben. Auch die Unix Software Laboratories, die im Mai von Novell uebernommen werden, wollten sich damals im Rahmen eines Technologieaustauschs mit der OSF an der ANDF-Entwicklung beteiligen. Aber auch von dieser Seite war bald nichts mehr zu hoeren.

Inzwischen liegt jedoch eine Betaversion von ANDF vor, die den OSF-Cheftechniker Ira Goldstein dazu veranlasste, eine Renaissance des Projekts zu versprechen. Wie der britische Brancheninformationsdienst "Computergram" erfahren hat, will die OSF die ANDF-Vermarktung ab Anfang 1994 in Angriff nehmen.

Noch fehlt fuer ein solches Vorhaben jedoch die Unterstuetzung der Industrie. Waehrend Standardisierungs-Organisationen wie X/Open, IEEE und NIST, so Goldstein, laengst dringlich nach dieser Technikv erlangen, muss bei den Herstellern noch Ueberzeugungsarbeit geleistet werden. Auf einer fuer Ende 1993 anberaumten Konferenz will der OSF-Manager ausloten, welche Firmen an einer Vermarktung Interesse zeigen.

Bei Branchenkennern stoesst die Zurueckhaltung der Industrie auf Unverstaendnis. So gilt ANDF bei "Computergram" als ein sinnvoller Mechanismus, der "schon im Konzept die Herzen und den Verstand erobert hat". Allerdings rief die Technik von Anfang an Kritiker auf den Plan, die Zweifel anmeldeten, ob das im britischen Verteidigungsministerium entwickelte Konzept jemals zu einem vermarktbaren Produkt reifen koenne. Die jetzt vorliegende Betaversion, die laut Goldstein nur noch wenige Fehler enthaelt, soll solchen Einwaenden die Grundlage entziehen.