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08.11.1985 - 

Kompatibilität der eigenen Produktlinien vorrangig bei der Bürokommunikationsstrategie:

OSI im OA-Bereich für IBM noch kein Thema

MÜNCHEN (cmd) - In einer Fünf-Punkte-Strategie will IBM "die integrierte Systemlösung" für das Büro der Zukunft realisieren: Im Mittelpunkt dieser für die späten achtziger und die neunziger Jahre geplanten Umsetzung steht die Kompatibilität der unterschiedlichen IBM-Produktlinien untereinander - und weniger deren Verträglichkeit mit der entstehenden OSI-Welt.

Zwar verhinderte Nebel während der "Systems" das persönliche Auftreten von Peter Haberland, Director of Technology der Information Systems & Communications Group der IBM Corp., White Plains; immerhin wurde der eingeladenen Fachpresse aber im nachhinein das Redemanuskript über die Strategie des Marktführers im Office-Automation-Sektor verfügbar gemacht.

Darin heißt es gleich zu Anfang über das Selbstverständnis des DV-Marktführers als Anbieter von Bürokommunikationslösungen: "Ich (Haberland, Anm. d. Red.) bin davon überzeugt, daß es niemanden in der Computer-lndustrie gibt, der mehr als IBM die so wesentlichen Voraussetzungen erfüllt, um die große Palette von DV- und TP-Lösungen im Büro anzubieten, die benötigt werden, um die technologischen Fortschritte der kommenden zehn Jahre nutzen zu können - nämlich erfahrenes Management, technisches Wissen, die Fähigkeit, die entsprechenden Investitionen zu tätigen, sowie ein rechtmäßiges Interesse an dieser Arbeit an der Zukunft."

Insbesondere den letzten Punkt erläutert der IBM-Mann an anderer Stelle mit einer Marktprognose: Man schätze, daß etwa die Hälfte des Umsatzes der DV-Industrie in den USA 1989 sich unmittelbar auf das Angebot zufriedenstellender Lösungen für das Büro zurückführen lassen werde. Das Ziel sei daher, für das "Büro der Zukunft" im Spitzenfeld der Anbieter zu sein, wobei die Strategie große ebenso wie kleine Systeme und Workstations berücksichtigen müsse.

Auf dem Weg dorthin hat Big Blue nach den Worten Haberlands fünf Schlüsselelemente festgelegt:

1) Die Implementierung seiner Architekturen, insbesondere DCA, DIA Snads und APPC.

2) Die Fortsetzung "der erfolgreichen Reihe der auf dem PC basierenden intelligenten Workstations und anderer Produkte".

3) Ein "breites Angebot konsistenter Anwendungen mit ähnlichen Endbenutzerschnittstellen für die Familie der intelligenten IBM-Workstations".

4) Eine Ausweitung der Architekturen und Anwendungen, "um fortschrittliche Funktionen, um alle Formen der Informationsverarbeitung zu unterstützen".

5) Die Verbindung der Produkte untereinander "in modernen Netzwerken. Diese Netzwerke verbinden Abteilungssysteme, Steuereinheiten, lokale Netze und Telefon-Nebenstellenanlagen, sie ermöglichen den Zugriff zu übergreifenden Netzen und berücksichtigen die große Palette neuer Produkte, Technologien und Anwendungen, die in dem kommenden Jahrzehnt verfügbar sein werden."

Im Zusammenhang mit der vielzitierten integrierten Lösung versäumt es Haberland auch nicht, nochmals Big Blues Verständnis von Kompatibilität zum Equipment der Konkurrenz hervorzuheben: "Die integrierte Systemlösung von IBM funktioniert jedoch nicht nur mit unseren Produkten, sondern wird auch die Integration derjenigen Mitbewerberprodukte ermöglichen, die den von uns veröffentlichten Architekturen entsprechen. Mit der späteren Implementierung von OSI werden sich weitere Verbindungsmöglichkeiten ergeben." Die tatsächlichen Prioritäten, die sich für den Marktführer im Hinblick auf eine "offene Systemumgebung" (O-Ton IBM) ergeben, erfordern laut Haberland eine "flexible Strategie, die folgendes umfaßt:

- erstens eine bessere Anschließbarkeit von IBM-Geräten untereinander;

- zweitens die Anschließbarkeit von IBM- und Rolm-Geräten untereinander;

- drittens Kommunikationsprotokolle von außerhalb der IBM wie X.25 und OSI;

- und viertens die Anschließbarkeit von Nicht-IBM-Geräten durch die Unterstützung von Schnittstellen mit IBM-Architektur und durch die Unterstützung von genormten Schnittstellen. "

Last but not least läßt es sich in IBM Director of Technology aus White Plains nicht nehmen, ein paar Worte über die Produkte aus der Office-Automation-Linie des Marktführers zu verlieren. Demnach sind von zentraler Bedeutung die gesamte PC-Familie, die mittleren Systeme /34, /36, /38, die 8100, die Serie /1 und das untere Ende der /370-Systeme, wobei Big Blue nach Haberland "das Schwergewicht auf den PC, das System /36 und die 5250- und 3270-Produktfamilien" legt; sie seien "die in der Büroumgebung bevorzugten IBM-Produkte".