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05.02.2004

OSL Storage Cluster - Berliner Lösung mit Pfiff

Die Storage-Lösung des Berliner Softwarehauses OSL (www.osl-it.de) kann sich im Konzert der Anbieter für Speichervirtualisierung und Hochverfügbarkeit sehen lassen. Sie bietet für durchaus erschwingliche Summen das, was weit teuerere Angebote in vielen Fällen auch kaum besser machen. Von ComputerPartner-Redakteur Wolfgang Leierseder

Für OSL-Geschäftsführer Bert Miemietz und seine dreiköpfige Truppe sind jene Tage, als sie noch bei Siemens saßen, keineswegs aus dem Gedächtnis gestrichen. In einem der vielen Unix-Büros des deutschen IT-Riesen wurde ein Teil der Speicherlösung entwickelt, die die 2002 in Berlin gegründete OSL GmbH heute als fertige Lösung unter dem Namen "OSL Storage Cluster 2.1" anbietet. Derzeit vertreibt sie die aktuell auf Solaris-Rechnern (ab Version 7; Sparc; FSC "Primepower" und Intel-Version IA32) laufende Software nicht nur, aber auch über Siemens? Serviceabteilung SBS. "Wir sind einfach noch nicht erfahren und groß genug, um allein sichtbar zu sein", sagt Miemietz dazu.

Doch sichtbar zu werden, wenn möglich für Oracle und SAP, ist das vordringliche Anliegen der Berliner. Immerhin können sie mit einer Speicherlösung aufwarten, die zwei zentrale SAN-Themen, nämlich Virtualisierung und Cluster-Verwaltung sowie Hochverfügbarkeit über einen Host-Rechner zu beherrschen verspricht - und das zu Preisen, die Konkurrenten wie EMC, Veritas oder auch Sun erröten lassen könnten. Zwar schwächt Miemietz die Güte seiner Lösung wieder ab, indem er sagt, es genüge bei Speicherlösungen manchmal sozusagen auch ein Pferd statt einer Kutsche. Doch der umgekehrten Folgerung, dass ein Pferd für viele Unternehmen einen rasanten Zuwachs gegenüber der Alternative bedeutet, weiterhin zu Fuß gehen, widerspricht er nicht.

Storage-Virtualisierung

Der Charme der OSL-Lösung basiert auf der Überlegung, dass der Einsatz von SANs vor allem in mittelständischen Unternehmen deutlich vereinfacht werden kann, wenn man der sowieso ständig "am Limit arbeitenden" Administration zwar komplexe und weit reichende, doch eben einfach zu handhabende Lösungen anbietet. Also entwickelten die Berliner eine Host-basierte Unix-Lösung, mit der in einem SAN zusammengefasste Speicherkapazitäten über ein beliebiges RAID-System für den alltäglichen, Kosten sparenden Zweck virtualisiert zur Verfügung stehen. Dabei übernimmt der Host die Aufgabe, bestehende Speichervolumina über RAID so zu erfassen und zu administrieren, dass diese aus der Sicht mehrerer Workstations oder Applikationsserver einen gemeinsam zu adressierenden SAN-Pool bilden.

Auf diesen Speicher greift der"Volume Manager" zu, um durch Management der Datenverteilung wie "Simple Volumes", "Concatenated (verbundene) Volumes" und "Striped Volumes" grundsätzlich nur den benötigen Speicherplatz zu beanspruchen.

Die nicht beanspruchten Speicherkapazitäten stehen allen mit dem SAN verbundenen Rechnern zur Verfügung. Im SAN Kapazitäten freizuschaufeln, was mit erheblichem administrativen Aufwand verbunden ist, entfällt laut Miemietz. "Virtuelle" Volumina sorgen dafür, dass Platten in bedarfsgenaue Volumen aufgeteilt werden; umgekehrt werden auch kleine, übrig gebliebene Kapazitäten zu größeren Einheiten zusammengefasst - "nichts geht für die Speicherung verloren", sagt Miemietz.

"Striped Volumes" sorgen für gleichmäßige Verteilung der Speicherkapazitäten: Folglich reduziert die OSL-Lösung Latenzzeiten - was beispielsweise bei OLTP-Anforderungen den Benutzer erfreut, aber auch den Administrator, weil ihm das Performance-Monitoring erleichtert wird. Und auch den Einkauf freut?s, weil der Administrator ihm seltener als bisher mit der Forderung nach weiteren Platten in den Ohren liegt.

Da ferner die "Multipath"-Fähigkeit der OSL-Lösung garantiert, dass man verschiedene SAN-Pfade skalieren kann, sodass bei einem Hardwareausfall - beispielsweise eines Rechners oder eines Controllers - ein anderer Pfad zu den Platten führt, erscheint die Aussage von Miemietz berechtigt, dass schon das Basispaket einen erkennbaren Mehrwert für Kunden bieten kann.

Cluster und Hochverfügbarkeit

Bei vielen Unternehmen sind Rechner zu Clustern zusammengefasst, sodass die Hochverfügbarkeit der IT-Ressourcen garantiert werden kann. Dem Rechnung tragend, ermöglicht es die OSL-Software, Speicherkapazitäten für Rechner-Cluster zu managen. Dies geschieht, indem die Lösung

- erstens: RAID-Ressourcen den Rechnern über globale Namensräume zur Verfügung stellt und dabei über einen speziellen Layer die freie Benennung von Platten erlaubt;

- zweitens: durch eine Controller-unabhängige Schnittstelle die Erweiterung des Clusters um weitere Systeme ermöglicht und

- drittens: mittels "Disk Access Management" dafür sorgt, dass Plattenressourcen nicht versehentlich zur selben Zeit von verschiedenen Clusterrechnern reserviert werden ("r/w-Mon-tage").

"Wir haben versucht", sagt Miemietz dazu, "unsere Lösung so zu gestalten, dass sie die Bedürfnisse einer vereinfachten Administration berücksichtigt."

Das heiße aber nicht, dass die Software betont simpel und damit kaum konkurrenzfähig sei. Im Gegenteil: Die OSL-Lösung kann über die Basisausstattung hinaus um das Paket "Universe Extensions" für die Unterstützung des Symetrix-Angebots von Hersteller EMC sowie großer SANs erweitert werden.

Erweiterungen für Administratoren

Wer ferner die Applikationskontrolle in Clustern wünscht und beispielsweise bei einem Rechnerausfall die Applikation weiter nutzen will, erreicht dies mit der Erweiterung "Application Control Option". Mit ihr können Administratoren geplante ("Application Switchover"), notwendige Applikationsmigration ("multidirektionales Failover") und auch Failover-Cluster im Rechner-Cluster betreiben. Verschiedene Möglichkeiten kennt diese Software, insgesamt erscheint auch sie geeignet, Speicher-Cluster zu bilden und zu steuern. "Wir haben aus der Not der Administratoren eine Tugend gemacht", sagt der OSL-Chef. "Die treibende Kraft bei unserer Entwicklung war Hochverfügbarkeit" - weshalb die Berliner ihre Software bereits bei Banken installieren konnten. "Und anderen, wenn es gut geht", so Miemietz.

Dafür könnten auch die Preise sorgen. Sie beginnen bei der1-CPU-Version des Basispakets, das rund 2.500 Euro kostet. Rund 4.200 Euro muss man für eine 4-CPU-Version aufbringen, und bei 16 CPUs will OSL rund 10.000 Euro haben. Die Zusatzpakete kosten je rund drei Viertel des Basispakets.

Meinung des Redakteurs:

Die OSL-Lösung entwickelten Techniker, die mit Unix groß geworden sind und deshalb Client-Server-Umgebungen kennen. Dass sie den Schritt in dieEigenständigkeit getan haben, ehrt sie. Dass sie gerade jetzt, da ihnen der Wind des Speichermarktes um die Ohren pfeift, sich Erfolg im SAN-Management wünschen, erscheint angesichts der genannten Preise realistisch - zumal mit kompetenten Vertriebspartnern.

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