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26.07.1991 - 

Schwäbische TK-Planer setzen optische Übertragungssysteme

Ostdeutsche TK-Misere belebt den Geschäftsverlauf bei ANT

BACKNANG (gh) - Eine befriedigende Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 1990/91 meldet die ANT Nachrichtentechnik GmbH. Zusammen mit der Tochterfirma Teldix GmbH und der Bosch Telecom Öffentliche Vermittlungstechnik GmbH konnte der Umsatz für den Bosch-Telecom-Geschäftsbereich Öffentliche Kommunikationstechnik um 2,2 Prozent gesteigert werden - bei gleichen Erträgen wie im Vorjahr.

Nach einigen Jahren mit eher verhaltenem Geschäftsverlauf sieht sich das Unternehmen nun laut Michael Schwarzer, Vorsitzender der Geschäftsführung, am Beginn einer kräftigen Wachstumsphase und erwartet für dieses Jahr eine prozentuale Umsatzzunahme im zweistelligen Bereich. Entscheidenden Einfluß auf die Geschäftstätigkeit nehmen dabei die Aufträge zum Aufbau einer neuen TK-Infrastruktur in Ostdeutschland.

Im Rahmen des Turn-key-Programmes '91 der Telekom richtete das schwäbische TK-Unternehmen eigenen Angaben zufolge die Knotenamtsbezirke Oranienburg, Zeuthen und Strausberg ein. Dabei wurden bis zum 1. Juli 1991 430 Kilometer Kupferkabel und 32 Kilometer Glasfaser-Leitungen für rund 6000 Telefonanschlüsse verlegt. Im Dezember 1990, wenige Monate nach dem Auftragserhalt, übergab ANT für das neue digitale Overlay-Netz die Richtfunkverbindung Berlin-Leipzig, im April 1991 kamen die Strecken Berlin-Frankfurt/Main, Leipzig-Erfurt sowie Rostock-Schwerin-Hamburg hinzu. Noch vor dem 1. Juli diesen Jahres wurde Dresden mit Berlin, Leipzig, Chemnitz und Magdeburg verbunden.

Mit der Aufgabe, in der ehemaligen DDR ein vollkommen neues Fernsprechnetz aufzubauen, erlebte der Richtfunk nach Schwarzers Worten eine "wahre Renaissance". Vor allen Dingen besann man sich, so der ANT-Geschäftsführer, auf seine spezifischen Vorteile: "Schnelle Installation, Flexibilität und weitgehende Unabhängigkeit von der Topographie". Um vor allem der Nachfrage aus den neuen Bundesländern gerecht zu werden, übernahm die Backnanger Bosch-Tochter rückwirkend zum 1. Januar 1991 die Richtfunk- und Datentechnik der Robotron Telecom GmbH in Radeberg bei Dresden mit derzeit rund 700 Mitarbeitern.

Der Boom in der Telekommunikation löste Schwarzer zufolge einen nicht in dem Ausmaß erwarteten Umsatzschub aus. Schwerpunkte der künftigen Tätigkeit sehen die ANT-Verantwortlichen daher neben der Einrichtung und dem Betrieb privater Satellitennetze vor allen Dingen in der weiteren Entwicklung der Nachrichtenübertragungstechnik. Hier wollen sich die Schwaben primär auf die Festsetzung international verbindlicher Normen und die Konzeption von Netz-Management-Systemen in der Vermittlungstechnik konzentrieren.

Besonderes Augenmerk legt man bei ANT dabei auf die voll synchrone Übertragungsnorm SDH (Synchrone Digitale Hierarchie) gemäß CCITT-Standard. Nach Angaben von ANT vergab die Telekom bereits Aufträge für synchrone optische Übertragungssysteme des Fernnetzes, an denen sich das Unternehmen mit fünf regionalen Knoten beteiligt. Zudem wurden auch Versuchssysteme für die untere Netzebene ausgeschrieben, die nach dem gegenwärtigen Stand der Planungen vom Frühjahr 1992 an aufgebaut werden. Aufträge für den Regelbetrieb seitens der Telekom erwartet man bei ANT ab 1995.