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21.03.1997 - 

Gesetzgeber beim Problem der Interconnection gefordert

Otelo sagt Telekom in allen Märkten den Kampf an

Primäres Geschäftsziel von Otelo nach der vollständigen Liberalisierung des deutschen TK-Marktes zum 1. Januar 1998 ist, wie der Vorsitzende der Geschäftsführung, Ulf Bohla, in Hannover erläuterte, der Massenmarkt der privaten Telefonkunden. Dies sei das mit Abstand größte Marktsegment im Telefongeschäft - insbesondere durch die nationalen und internationalen Ferngespräche. Gleichzeitig wolle man sich aber auch der Großunternehmen und der vielen kleinen und mittelständischen Firmen annehmen, für die "Telekommunikation unverzichtbar ist". Der ehemalige Vebacom-Manager wörtlich: "Otelo wird kein Nischenanbieter sein."

Um dies zu erreichen, hat man sich bis zum Jahr 2005 folgende Ziele gesetzt: Der jährliche Umsatz soll zwischen sieben und neun Milliarden Mark liegen, was - je nach Segment - einem Marktanteil von zwölf bis 17 Prozent entspricht. 75 Prozent der Einnahmen dürften dann, wie Bohla erläuterte, im Geschäft mit Sprachdiensten erzielt werden; mehr als die Hälfte davon im nationalen und internationalen Fernverkehr. Den Break-even will der Düsseldorfer Carrier, der mit zunächst rund 2000 Mitarbeitern startet, innerhalb von fünf Jahren erreichen. Gleichzeitig sollen jedoch in den kommenden Jahren sieben Milliarden Mark investiert und 10000 weitere Arbeitsplätze (einschließlich denen bei der RWE-Tochter E-Plus) geschaffen werden.

Sowohl der Veba-Vorstandsvorsitzende Ulrich Hartmann als auch sein Pendant auf RWE-Seite, Dietmar Kuhnt, nutzten die erste offizielle Pressekonferenz des Joint-ventures beider Konzerne, um die Bonner Regulierungspolitik heftig aufs Korn zu nehmen. Hartmann sprach von der Gefahr eines Preisdiktats und damit einer Wettbewerbsverzerrung seitens der Telekom, wenn diese ihre Monopolstellung bei der strittigen Frage der Netzzusammenschaltung im Ortsbereich quasi mit Rückendeckung des Gesetzgebers ausnütze.

Otelo möchte auf Dauer offenbar möglichst wenig Telekom-Leitungen mieten müssen, nachdem sich die entsprechenden Interconnection-Verhandlungen der alternativen Carrier mit dem Bonner Ex-Monopolisten zäh gestalten. Auch deshalb soll das derzeit rund 11000 Kilometer Glasfaserleitungen umfassende eigene Transportnetz bedarfsgerecht ausgebaut und durch eine Reihe von Partnerschaften mit sogenannten City-Carriern ergänzt werden, hieß es in Hannover. Kuhnt bestätigte ferner das Interesse seines Unternehmens, die Mehrheit der Anteile am Mobilfunkbetreiber E-Plus zu erwerben und diesen nach Möglichkeit in Otelo zu integrieren.