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14.09.2001 - 

Versandhandel übers Web ist ein Erfolg

Otto hält an Internet-Strategie fest

MÜNCHEN (CW) - Viele E-Commerce-Anbieter haben derzeit mit massiven Problemen zu kämpfen oder stehen sogar kurz vor der Pleite. Der Hamburger Versandhaus-Riese Otto kann dagegen Erfolge vorweisen und setzt weiter auf den Ausbau seines Online-Geschäfts.

Firmenchef Michael Otto ist nach wie vor davon überzeugt, dass das Internet für die Zukunft seines Geschäfts von großer Bedeutung sein wird: "In zehn Jahren wird der Online-Handel einen Anteil von zehn Prozent am gesamten Einzelhandel erreichen". Sein Unternehmen wolle bis dahin 20 Prozent seines Umsatzes im Netz machen.

Die Zahlen geben Otto Recht: Eigenen Angaben zufolge hat der Hamburger Konzern mit dem reinen Endverbrauchergeschäft im vergangenen Geschäftsjahr weltweit Waren im Wert von 2,1 Milliarden Mark über das Internet verkauft - und damit doppelt so viel wie im Vorjahr. Allein in Deutschland lag der Online-Umsatz bei 1,1 Milliarden Mark. Diese Dynamik setzt sich laut Otto auch im laufenden Geschäftsjahr fort: In den sechs Monaten seit Ende des Geschäftsjahres 2000/2001 sei der Online-Umsatz erneut um mehr als 50 Prozent gestiegen, betonte der Firmenchef.

Damit liegt der Konzern hinter Amazon auf Platz zwei im weltweiten Internet-Handel. Im Gegensatz zu Amazon wirft aber das Internet-Geschäft bei Otto in weiten Bereichen bereits Gewinne ab. "Unsere etablierten Unternehmen wie der Otto Versand, Heine oder Sport-Scheck schreiben mit ihren Internet-Aktivitäten schwarze Zahlen", sagte Otto. Dies sei darauf zurückzuführen, dass für den Aufbau einer Logistikstruktur und für das Marketing keine zusätzlichen Investitionen notwendig seien. Anders sehe dies bei Neugründungen, Beteiligungen und Joint-Ventures aus: Dort sei mit "Anlaufverlusten über vier oder fünf Jahre zu rechnen", sagte Otto.

Der mit einem Umsatz von 23,5 Milliarden Euro weltweit größte Versandhändler hat eigenen Angaben zufolge in den letzten fünf Jahren 500 Millionen Euro in den Aufbau des E-Commerce gesteckt - 180 Millionen davon allein im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Investitionen würden zwar in den kommenden Jahren abnehmen, aber weiterhin im zweistelligen Millionenbereich liegen, erklärte der Firmenchef.