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08.05.1998 - 

Neuling setzt auf Exchange

Outlook-basierter Workflow auch für Kleinbetriebe interessant

08.05.1998

Die Arena für Exchange-gestützten Workflow füllt sich. Ob etablierte Anbieter oder Neulinge, nahezu alle Hersteller wollen im Kielwasser Microsofts mit in die Unternehmens-DV schwimmen. So auch der Newcommer Paravisio, dessen Programm die Messaging- und Groupware-Funktionen von Exchange um Workflow-Features erweitert. Die über Mapi verbundenen Outlook-Anwender sollen sich mit Hilfe von Smartflow eine dokumentenbasierte Vorgangsbearbeitung einrichten können.

Als Einsatzgebiet nennt der Hersteller vor allem administrative Geschäftsprozesse - Zielgruppe sind kleinere und mittlere Betriebe sowie die Abteilungsebene in Großunternehmen. Innerhalb des Workflow-Spektrums sollen sowohl strukturierte als auch Ad-hoc-Abläufe unterstützt werden. Dazu bietet die Software ein integriertes Formular-Management, Funktionen zur Aktivitätenverwaltung sowie die Möglichkeit, Office-97-Objekte in einen Workflow einzubinden.

Zu den Werkzeugen von Smartflow zählt der "Prozeß-Designer" (grafische Definition der Workflow-Aktivitäten) sowie ein "Organisations-Designer", mit dessen Hilfe Unternehmens- beziehungsweise Abteilungsstrukturen abgebildet und darin Rollen zugewiesen werden können. Der "Prozeß-Viewer" gibt eine grafische Übersicht über den aktuellen Status eines Prozesses. In einer Bibliothek lassen sich die definierten Aktivitäten ablegen und zu einem späteren Zeitpunkt wiederverwenden. Anhand eines "Objekt Framework Designers" können Dokumente zueinander in Beziehung gesetzt werden. Zur interaktiven Verbindung von Formularfeldern mit Datenbanken und Excel-Zellen dient der "Forms-Assistant". Darüber hinaus bietet das Paket Administrationsfunktionen für das Versions-Management, eine OLE-API-Entwicklungsumgebung sowie ein Archivierungssystem.

Die laut Hersteller hohe Skalierbarkeit der Lösung ist das Resultat der Client-basierten Architektur - andere Workflow-Produkte arbeiten dagegen mit einer zentralen Server-Engine, in der die gesamte Ablauflogik für alle Front-ends gesteuert wird. Bei Smartflow ist die Engine in Outlook integriert. Sie kommuniziert über das Mapi-Protokoll mit dem Exchange-Server. Nach der Freigabe einer Aktivität berechnet die Engine die unmittelbaren Folgeaktionen und übermittelt sie zusammen mit den Dokumenten und statistischen Daten (Bearbeiter, Zeitdauer des Vorgangs etc.) an den Server. Dieser legt die Informationen in einem "Publik Prozeß Folder" ab und informiert die Folge-Clients, die daraufhin ihre Aktivitätenliste aktualisieren.

Ein Problem stellt diese Architektur allerdings für schlanke Web-Clients dar. Um dennoch mit Smartflow im Internet arbeiten zu können, ist für dieses Jahr eine Variante geplant, die auf der Technik der Active-Server-Pages von Microsoft beruht.

Als Besonderheit hebt Paravisio auch den Preis des ausschließlich von Computer 2000 vertriebenen Systems hervor: Fünf Lizenzen der Small Business Edition (SBE) kosten knapp 1000 Mark, die Enterprise Edition (EE) ist mit 25 Client-Lizenzen für rund 4000 Mark zu haben.

Paravisio

Peter Eichhorst, Vorstand von Paravisio, hat das Unternehmen Anfang dieses Jahres mit einem Stammkapital von 100000 Mark gegründet. Außer dem Hauptsitz in Dresden werden Niederlassungen in München und San Diego betrieben. Die Mitarbeiterzahl soll bis Jahresende von derzeit 25 auf 40 Personen wachsen. Das Umsatzziel 1998 beträgt sechs Millionen Mark, im kommenden Jahr will man 30 Millionen Mark erwirtschaften.

Seinen Optimismus bezieht Eichhorst aus den Prognosen für das weltweite Workflow-Marktpotential. Analysten rechnen in diesem Produktsegment mit einem jährlichen Umsatzplus von 50 Prozent. Das Gesamtgeschäft wird bis zum Jahr 2000 auf rund fünf Milliarden Dollar geschätzt.

Eichhorst lebte insgesamt 25 Jahre in den USA, wo er zunächst die Firma Software Product International (SPI) und später die Enfin Corp. gegründet hatte. Bei Enfin entwickelte man ein objektorientiertes Entscheidungsunterstützungs-System für "Lotus 1-2-3" sowie objektorientierte Entwicklungs-Tools. 1992 wurde Enfin von der Easel Corp. übernommen.