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18.01.1991 - 

DV-Einsparungen von 20 Prozent erwartet

Outsourcing: Big Blue erhält Großaufträge von US-Banken

FRAMINGHAM (IDG) - Die IBM Corp. läßt sich verstärkt auf das Outsourcing-Geschäft ein: Zwei der größten US-Banken wollen dem DV-Giganten noch in diesem Monat Großaufträge zukommen lassen, die Big Blue endgültig zu einem der schärfsten Mitbewerber von Spezialisten machen.

Nachdem IBMs Geschäft mit der DV-Auslagerung nach den stürmischen Anfängen von 1989 im letzten Jahr eher flau ausfiel, läutet der größte DV-Anbieter zu Beginn dieses Jahres eine neue Outsourcing-Ära ein. So wird Big Blue voraussichtlich noch im Januar mit zwei bedeutenden amerikanischen Geldinstituten handelseinig werden.

Das bisher größte Geschäft im Bankenbereich kann IBM mit der Southeast Banking Corp., Miami/Florida, abschließen. Das Unternehmen zählt mit Vermögenswerten von 13,4 Milliarden Dollar zu den 50 größten US-Banken. Beim zweiten Geschäftspartner handelt es sich um die Washingtoner Riggs National Bank, deren Kapitalanlagen bei etwa 7,25 Milliarden Dollar liegen.

Beide Verträge sollen langfristig angelegt sein - möglicherweise auf zehn Jahre. In diesem Rahmen wird IBM eine Mehrheit der RZ-Mitarbeiter übernehmen, um für beide Unternehmen das DV-Tagesgeschäft zu erledigen. Für die Southeast-Bank plant Big Blue außerdem ein unternehmensweites Automatisierungskonzept über sämtliche Filialen hinweg, das nach Ansicht eines Unternehmenssprechers wesentlich mehr Zeit und Geld kosten würde, wenn die Bank es selbst durchführte.

Von dem Vertrag mit IBM verspricht sich die Southeast-Bank innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Kostenreduktion von 20 Prozent - allein sechs Millionen Dollar sollen im ersten Vertragsjahr eingespart werden. Auf die Software-Entwicklung dürfte IBM keinen Einfluß nehmen können - sie wird aus unternehmensstrategischen Gründen weiterhin in den Händen der Banker bleiben.

Sowohl die 90 DV-Mitarbeiter der Southeast-Bank als auch die 75 DV-Spezialisten der Riggs National Bank in Washington werden künftig mehrheitlich auf der Payrole von Big Blue stehen. Die Riggs-Bank, deren Vertrag mit IBM nach Unternehmensangaben auf jeden Fall länger als fünf Jahre laufen soll, will ihre DV aus ihrem Rechenzentrum in Washington auslagern, wo gegenwärtig ein IBM-Mainframe 3090, Modell 400 J, installiert ist. Den Grund nennt einer der Geschäftsführer: "Wir können uns auf diese Weise allein auf unsere Geschäftstätigkeiten konzentrieren und müssen uns nicht mehr darum kümmern, wann wir den nächst größeren Rechner kaufen wollen."

IBM ist in dem noch jungen Outsourcing-Geschäft kein unbeschriebenes Blatt. Gerade im Bankenbereich kann das Unternehmen bereits auf Kunden wie die Hibernia Corp., die First Tennessee National Corp. und die Bank South Corp. verweisen. Das spektakulärste Outsourcing-Geschäft wurde allerdings nicht mit einer Bank, sondern mit Eastman Kodak gemacht.

IBM als Konkurrent von EDS und Systematics

Offensichtlich verfügen die Armonker inzwischen auch über die notwendigen Fachkenntnisse, um im Bankengeschäft bestehen zu können. "IBM hat sein Training-on-the-Job absolviert", meint zum Beispiel M. Arthur Gillis, Präsident der Solutions Inc., einem in New Orleans ansässigen DV-Beratungsunternehmen für Banken. Früher, als IBM ein Neuling auf dem Gebiet des Outsourcing gewesen sei, hätten sich die Banken um IBM als Geschäftspartner bemüht. Heute sei IBM ein ernst zu nehmender Anbieter auf diesem Gebiet, der Konkurrenten wie EDS und Systematics durchaus das Fürchten lehren könne.