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Kolumne


26.04.2005 - 

Outsourcing funktioniert - theoretisch

Funktioniert Outsourcing prinzipiell nicht oder noch nicht? Diese praktisch hinter jedem Bericht und jeder Fallstudie stehende Frage nach Sinn und Nutzen von Outsourcing-Vorhaben konnte noch niemand eindeutig beantworten. Auch die Studie von Deloitte, die jetzt vorgelegt wurde, bleibt eine Antwort schuldig. Allerdings belegt die Untersuchung unter 25 der größten US-Unternehmen, dass Outsourcing keineswegs immer zu Kostensenkungen, geringerer Komplexität oder mehr Flexibilität führen muss (siehe Seite 1). Außerdem macht sie deutlich, dass die Versäumnisse immer die gleichen sind: Anwender unterschätzen die Komplexität ihrer IT, lagern zu viele oder die falschen Aufgaben aus und halten zu wenige eigene Spezialisten unter Vertrag, die in der Lage wären, den oder die Dienstleister ordentlich zu steuern. Aber auch auf Seiten der Serviceanbieter gibt es nach wie vor gehörigen Lernbedarf. Schließlich lassen sich Fehleinschätzungen auf Anwenderseite meistens direkt auf schlechte Beratung oder falsch zugeschnittene Dienstleistungen zurückführen.

Und trotzdem kann Outsourcing funktionieren - zumindest theoretisch. Erfolgreiche Projekte setzen allerdings voraus, dass die IT im auslagernden Unternehmen nach den Regeln der Kunst betrieben wird. Außerdem darf am Anfang eines solchen Projekts keine einseitige politische Willenserklärung stehen. Entscheidet der Vorstand nämlich politisch, dass der Betrieb der IT zu teuer ist, sowieso nicht mehr zum Kerngeschäft gehört und somit ausgelagert werden muss, helfen keine Benchmarks mehr, die das Gegenteil beweisen. Nur solche Kalkulationen werden in den Chefetagen akzeptiert, die deren Entschluss stützen. Die Verträge mit dem Dienstleister müssen dann so formuliert werden, dass die Rechnung des Vorstandes wenigstens auf dem Papier aufgeht. Die Laufzeit steigt, mehr Mitarbeiter wechseln den Arbeitgeber, die Service-Level-Agreements werden den Einsparzielen angepasst, und das eigene Projekt-Management gerät zu klein. Am Ende stehen Frustration und unerreichte Ziele.

Gelungene Outsourcing-Projekte setzen geordnete Verhältnisse voraus. Wer Chaos auslagert, muss dafür einen hohen Preis zahlen - in Euro, Motivation der Mitarbeiter und im laufenden Betrieb. Doch das Argument, IT sei zu komplex und zu unternehmensspezifisch, um von einem Dritten betrieben werden zu können, trifft einfach nicht zu. Flughäfen, Staudämme und größte Industrieanlagen werden nach ähnlichen Prinzipien erfolgreich von externen Dienstleistern geplant, gebaut und betrieben. Nur wissen dort offenbar beide Seiten, worauf sie sich einlassen, und machen ihre Hausaufgaben vorher.