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12.05.1995

Outsourcing/Management-Beschimpfung

Wer outsourct, weiss nicht mehr weiter, will in der Regel eine unbewaeltigte Vergangenheit, sprich Intransparenz und kaum kontrollierbare Kosten, los sein; sich auf Kernkompetenzen besinnen, heisst das dann. Die Verantwortlichen im Topmanagement - manchmal sitzen sie auch als primus inter pares (im besten Falle) in der guten alten, immer noch zentralistischen DV-Abteilung - haben schlicht ihre Schularbeiten nicht gemacht und behaupten nun, die Zahn- und/ oder Bauchschmerzen, die das ganze Unternehmen zu spueren beginnt, koennten nur durch den Gang zum Doktor, pardon Outsourcer, kuriert werden.

Ganz schoen feige, ganz schoen bequem!

Klar, Manager werden nicht unbedingt fuer Mut bezahlt, und Harakiri muessen sie hierzulande auch nicht gleich machen, wenn ihnen einmal das (Pflichten-)Heft aus der Hand faellt.

Klar aber ist auch, dass viele "Krankheiten" provoziert oder simuliert sind und durchaus bei entsprechender Motivation in den Griff zu bekommen waeren mit den entsprechenden Erfolgserlebnissen, moeglicherweise indes nicht fuer diejenigen,

-die wichtige technologische und organisatorische Weichenstellungen schlicht ueberfahren haben (und ein paar menschliche Wegweiser gleich dazu),

-deren phantasieloser Marktfuehrer-Opportunismus immer der zentralen Ego-Absicherung diente,

-die niemals den Blick ueber den Tellerrand ihres Betriebssystems gewagt haben,

-die Evolution fuer ein unanstaendiges Wort und

-Revolution fuer das Ende ihrer DV-Welt halten.

Gut waere es schon, wenn diese Verantwortlichen nun wirklich nicht mehr das Heft in der Hand behielten, wenn denn der strategisch zweifellos riskante Schritt in die Abhaengigkeit unvermeidlich geworden ist, weil der DV-Karren im Dreck steckt.

Wenn es schlussendlich Zahn um Zahn und Bit um Bit um den Erhalt des Arbeitsplatzes (Wo denn, bitte? Beim Outsourcer natuerlich!) geht, dann ist das der spaeteste Zeitpunkt, Verantwortung zuzuweisen und im fliegenden Wechsel zu einem neuen Gruppenkonsens zu kommen.

Der koennte dann lauten: So wenig (unverantwortliches) Management wie ueberhaupt moeglich, also viel Eigenverantwortung (am PC) und die Vision der sich selbst organisierenden Gruppe. Unrealistisch? Mitbestimmung muss sowieso stattfinden, warum also nicht als integraler Bestandteil des Selbstverstaendnisses der IT-Crew, wo immer sie sitzt - noch oder schon wieder in der "kernkompetenten" Company oder beim Outsourcer, der ihr moeglicherweise erneut die Selbstverantwortlichkeit streitig macht.