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16.10.2006

Outsourcing-Pläne der HVB sind gefährdet

Die IT-Dienstleister halten sich mit ihren Angeboten zurück.

Bei der Hypovereinsbank (HVB) ist der Umbau der IT ins Stocken geraten. Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge hat das Finanzinstitut nur mäßige Resonanz auf die Ausschreibung ihrer IT-Infrastruktur erhalten. "Die Angebote waren wirtschaftlich nicht interessant", teilte die Geschäftsführung der IT-Tochter HVB Information Services (HVB IS) der Belegschaft mit. Offerten für eine Übernahme der IT-Infrastruktur gab es offenbar von IBM sowie Atos Origin, doch waren diese zu teuer. Nun will das Management die IT-Aktivitäten an den Unicredit-Standort Verona verlagern. 35 Mitarbeiter sollen künftig für Unicredits IT-Tochter Ugis arbeiten, davon 15 in Verona. Zudem wird die HVB IS in die Ugis integriert.

Entwicklung ist attraktiver

Etwas weniger problematisch gestaltet sich das Vorhaben, die Anwendungsentwicklung auszulagern. Für das im Vergleich zum Infrastruktur-Outsourcing größere Auslagerungsprojekt bewerben sich ebenfalls IBM und Atos Origin. Sie haben angeblich bereits zugesagt, 370 Mitarbeiter zu übernehmen. Derzeit machen sich die IT-Dienstleister im Rahmen der Due Diligence ein genaues Bild von den auszulagernden Diensten. Eine Entscheidung strebt HVB IS für Mitte November an.

Durch das Outsourcing der Rechenzentren hätten 140 Stellen gespart werden sollen. Bis 2008 soll HVB IS insgesamt 600 seiner 1800 Stellen abbauen und die IT-Kosten um 165 Millionen Euro senken. "Dieses Ziel ist nun gefährdet", sagte ein Bank-Manager der Zeitung. Erschwerend für das Auslagerungsprojekt ist die erhebliche Fluktuation. Seit Anfang des Jahres sollen schon 100 Mitarbeiter freiwillig gegangen sein. "Viele gute Kolleginnen und Kollegen haben das Unternehmen bereits verlassen, weitere werden folgen", beschwerte sich die Belegschaft in einem Brief an den IT-Vorstand der HVB, Matthias Sohler. Das Schreiben haben laut Betriebsrat über 700 Mitarbeiter unterzeichnet. Sie sehen den Abbau als "extreme Gefährdung der Produktionssicherheit".

Die Entwicklung bei der HVB ist exemplarisch für die Veränderungen in der Outsourcing-Branche. Die Bereitschaft der IT-Dienstleister zur Mitarbeiterübernahme ist geringer geworden. Große Outsourcing-Anbieter wie T-Systems, SBS und IBM wollen ihre Belegschaft reduzieren. Provider übernehmen IT-Mitarbeiter nur noch, wenn die Outsourcing-Vertragslaufzeiten so lang sind, dass ein nachhaltiger Umsatz garantiert ist. (jha)