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15.02.2005

Outsourcing-Projekt Herkules verzögert sich weiter

Das milliardenschwere Vorhaben der Bundeswehr ist erneut ins Stocken geraten.

Die schier unendliche Geschichte des größten deutschen Outsourcing-Vorhabens ist um ein Kapitel reicher. Dem Industriekonsortium TIS, bestehend aus Telekom, IBM und Siemens, gelang es Anfang dieser Woche nicht, dem Bundesverteidigungsministerium ein überarbeitetes Angebot vorzulegen. Stattdessen baten die Firmen um eine Verschiebung des Abgabetermins, wie ein Ministeriumssprecher bestätigte. Man erwarte die TIS-Unterlagen nun in der achten Kalenderwoche. Zu den Gründen für die Verzögerung wollte der Sprecher keine Angaben machen.

Damit steht erneut die Frage im Raum, ob das konkurrierende Konsortium Isic 21 womöglich ebenfalls noch eine Chance erhält, eine veränderte Offerte vorzulegen. Hinter Isic 21 stehen der IT-Dienstleister CSC Ploenzke, der Rüstungskonzern EADS und Mobilcom. Nach Angaben des Bundesamts für Informationsmanagement und Informationstechnik haben sich die Rahmenbedingungen für das Milliardenprojekt in den vergangenen Monaten verbessert. So gestalte sich die Kalkulation günstiger, weil die Preise für Hardware, Software und IT-Dienste gesunken seien. Wegen der angekündigten Schließung von 100 weiteren Bundeswehrstandorten könnten sich zudem die Kosten für die Vernetzung reduzieren.

Demgegenüber erklärte der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums, der Leistungsumfang des Vorhabens habe sich nicht verändert. Auch die Obergrenze von 6,65 Milliarden Euro sei die gleiche geblieben.

Peter Strabel, Vorstandschef der CSC Ploenzke AG, sagte dazu, er erwarte vom Bund eine Gleichbehandlung der Konsortien. Isic-21-Vertreter würden in Gesprächen mit dem Verteidigungsministerium klären, ob und inwieweit sich die Bedingungen tatsächlich geändert haben. Die Isic-21-Gruppe hatte ursprünglich das günstigere Angebot vorgelegt und lag damit bis zum Abbruch der Gespräche im Juli 2004 auf Platz eins im Bieterverfahren. Aus Verhandlungskreisen verlautete seinerzeit, der Bund habe Forderungen gestellt, die in dem vorgegebenen Kostenrahmen nicht zu erfüllen gewesen seien.

Dass die jüngsten Verzögerungen das Projekt noch einmal ins Wanken bringen könnten, bestreitet das Verteidigungsministerium: "Wir können den aktuellen Zeitplan trotzdem einhalten", erklärte ein Sprecher. Verteidigungsminister Peter Struck hatte Ende Januar gesagt, Herkules sei auf einem guten Weg; mit dem TIS-Konsortium hätten sich die Aussichten verbessert. Er beabsichtige, bis spätestens Anfang 2006 die Zustimmung des Bundestags zu dem IT-Projekt einzuholen.

Struck will im Rahmen von Herkules die komplette IT-Infrastruktur der Bundeswehr modernisieren. Dazu zählen neben neuen Computern und Rechenzentren auch die Einführung von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware sowie der Aufbau neuer Daten- und Fernsprechnetze. Teile des Großprojekts sollen externe Dienstleister erbringen. Das offizielle Ausschreibungsverfahren begann bereits im Jahr 2001. (wh)