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11.05.2006

Outsourcing: Standardservices setzen sich durch

IT-Dienstleister müssen ihre Leistungen künftig möglichst rationell anbieten. Für Kunden muss das kein Nachteil sein.
Beim Outsourcing geht es künftig primär um Geschäftsprozesse und Netzwerke.
Beim Outsourcing geht es künftig primär um Geschäftsprozesse und Netzwerke.

Anbieter von Outsourcing-Services werden ihre Dienstleistungen künftig vermehrt in standardisierter Form anbieten. Von diesem Schritt erhoffen sie sich, in einem schärfer werdenden Wettbewerb, in dem Billiganbieter aus Offshore-Regionen eine zunehmend bedeutende Rolle spielen, profitabler zu wirtschaften. Das prophezeien die Analysten von Gartner, die sich den Markt näher angesehen haben.

Die Margen schwinden

Vice President Jim Longwood ist sich sicher, dass die schwindenden Margen auf den lokalen und globalen Märkten Dienstleister davon abhalten werden, individualisierte Services anzubieten, die kaum Skaleneffekte zulassen. "Service-Provider werden ihre Betriebskosten senken, indem sie Prozessstandardisierung, Automatisierung, Utility-Angebote und Fern- Management betonen", sagt Longwood. Auf diesem Weg ließen sich die Kosten senken und der Profit - zumindest auf kurze Sicht - steigern. Mittelfristig seien aber geringere Gewinnmargen unausweichlich.

Dem Kundenbedürfnis kommt das laut Gartner auf lange Sicht entgegen. Sie verlangten auf Dauer keine kundenindividuell angepassten IT-Umgebungen, sondern eine vielfach bewährte Infrastruktur mit Anwendungen und Prozessen, die auf offenen Standards wie BS 15000 basierten. Nach Verbrauch abgerechnete Leistungen (Utility Computing) - etwa Rechenkapazität, Speicherplatz oder Anwendungsnutzung - gewinnen den Marktforschern zufolge dabei an Bedeutung.

Mehr als die Hälfte aller neuen Outsourcing-Deals, so prophezeit das Institut, wird bis 2008 entsprechende Vertragskomponenten enthalten. Geht es dabei um die Nutzung von Applikationen, werden in 70 Prozent der Fälle nicht die IT-Abteilungen, sondern die Business Units beziehungsweise Abteilungsleiter adressiert. Außerdem glaubt Gartner, dass bis 2015 ungefähr 30 Prozent aller IT-Serviceaufgaben von Offshore-Regionen wie Indien und China aus erledigt werden und nicht von Dienstleistern der westlichen Industrienationen.

Anbieter geraten unter Druck

Longwood warnt davor, dass Servicekonzerne versuchen würden, bestehende Verträge mittelfristig neu zu verhandeln, sofern sie die angestrebte Gewinnspanne mit dem jeweiligen Kunden nicht erreichten. Die Anbieter gerieten unter Druck, ein Konsolidierungstrend, wie er derzeit im Markt für Business-Applikationen zu beobachten sei, stehe nun auch dem Outsourcing-Markt bevor.

Auf die Kunden von Unternehmen, die übernommen werden oder selbst zukaufen, könnten ernsthafte Probleme zukommen. "Anwender sollten die Risiken mit ihrem Dienstleister aktiv diskutieren, wenn der in einem solchen Szenario steckt", so der Gartner-Mann. "Sie sollten ihre Serviceerwartungen sehr klar zum Ausdruck bringen und dabei die wirklich geschäftskritischen Services, die im Falle einer solchen Übergangsphase tangiert sein könnten, identifizieren. Tun sie es nicht, riskieren sie, dass der Partner den Kunden aus dem Auge verliert und möglicherweise sogar Personal abbaut, das für den Kunden wichtig gewesen wäre."

Der Konsolidierungstrend sollte Anwender aber trotzdem nicht davon abhalten, auch auf kleinere Servicepartner mit hohem Übernahmerisiko zu setzen. Wichtiger sei es, zu prüfen, ob die Kultur der Unternehmen zueinander passe. Sei das der Fall, gelte es Fusionsszenarien im laufenden Risiko-Management zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass angemessene Ausstiegsklauseln im Vertrag festgeschrieben seien. (hv)