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14.08.1992 - 

Schlechte Karten für kleinere Service-RZs

Outsourcing-Studie: Deutschlands Anbieter brauchen viel Geduld

BAD WÖRISHOFEN (CW) - Das Outsourcing-Geschäft in Deutschland steckt noch in den Kinderschuhen. So lagen die Pro-Kopf-Umsätze von Serviceunternehmen im letzten Jahr deutlich hinter denen der Software-Unternehmen zurück. Auch die Umsatzanteile, die Outsourcing-Giganten wie Debis oder EDS bisher mit konzernfremden Kunden erwirtschaften konnten, waren vergleichsweise gering.

Rund 27 Prozent ihres Gesamtumsatzes konnte die Daimler-Benz-Tochtergesellschaft Debis Systemhaus im externen Geschäft generieren. Das entspricht bei einem Umsatzvolumen von 1,2 Milliarden Mark im Geschäftsjahr 1991 einem konzernfremden Turn-over von 324 Millionen Mark. Wie das Redaktionsbüro Thomas Lünendonk, Bad Wörishofen, in einer Outsourcing-Recherche ermittelt hat, dürfte auch das externe Geschäft der General-Motors-Tochter EDS Deutschland GmbH in Rüsselsheim nicht gerade Anlaß zu Luftsprüngen gegeben haben. Das Unternehmen erwirtschaftete hierzulande 468 Millionen Mark, davon aber nur 20 Prozent oder knapp 94 Millionen Mark mit Fremdkunden.

Trotz dieser eher nachdenklich stimmenden Zahlen zitiert Lünendonk Marktforscher, die in den 90er Jahren mit einer stark ansteigenden Nachfrage rechnen. Neben Service-RZ-Leistungen und Netzservices stehe das Facilities Management die Übernahme des RZ-Betriebs durch einen externen Dienstleister - ähnlich wie in den USA auch hierzulande vor einer großen Zukunft. Das gesamte Outsourcing-Marktvolumen beziffert der Marktbeobachter auf gegenwärtig rund 3,5 Milliarden Mark. Dabei bewege sich das jährliche Wachstum der Anbieter nur zwischen drei und zehn Prozent. Drei Gruppen von Dienstleistern werden in der Marktanalyse unterschieden. So gibt es die klassischen unabhängigen Service-Rechenzentren, von denen sich die größeren über Dialogverarbeitung und Netzservices zu Outsourcing-Anbietern gemausert haben. Dieser Gruppe sind etwa die TDS Holding GmbH, die Info AG, die RZ Schulte GmbH oder die VRG GmbH zuzuordnen.

Eine zweite Kategorie bilden Gesellschaften, die ihre Dienstleistungen für eine Unternehmensgruppe oder einen Mitgliederkreis erbringen. Dazu zählen sowohl Unternehmen, die wie Debis oder EDS durch die Auslagerung eines Unternehmens-RZs entstanden sind, als auch Konzerne wie die Datev oder die Fiducia AG, die bestimmte Branchen mit RZ-Dienstleistungen versorgen. Als dritte Gruppe kategorisiert Lünendonk solche Anbieter, die sich vom reinen Service-RZ zum DV-Beratungs- und Systemhäus entwickelt haben - zum Beispiel die Alldata GmbH, die AC Service Gruppe oder die Bonndata Gruppe.

Wird der Pro-Kopf-Umsatz als Maßstab für die Gesundheit der Unternehmen herangezogen, so zeigt sich, daß Serviceanbieter die Produktivität von Softwarehäusern nicht erreichen konnten. Der Pro-Kopf-Umsatz bei deutschen Outsourcing-Anbietern schwankte 1991 zwischen 120000 und 240000 Mark pro Mitarbeiter. Bei Anbietern von Individualsoftware lag die Summe zwischen 160000 und 300000 Mark.

Lünendonk kommt in seiner Analyse zu dem Schluß, daß am Outsourcing-Markt schon bald eine Bereinigung stattfinden wird. Dabei haben Unternehmen, die zwischen 1965 und 1975 gegründet wurden, geringe Chancen, sich gegen die anderen Anbietergruppen durchzusetzen. Unternehmen wie EDS und Debis oder mitgliederorientierte Konzerne, etwa die Datev, seien wegen ihrer besseren Performance überlegen. Diese Konzerne hätten schon jetzt einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Umsatz von über 200000 Mark aufzuweisen.