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10.01.1992

Overselling is over

Ein problematisches Jahr liegt hinter uns, ein nicht minder problematisches vor uns, so die nahezu einhellige Meinung von Vertretern der DV-Industrie (siehe Thema der Woche, Seite 7). Die Computerbranche wartet auf den Aufschwung. Während sich einige Größen, die bessere Zeiten gesehen haben, wie gelähmt und unschlüssig über das "Wohin" die proprietären Beine in den Bauch stehen, passiert Aufregendes im Anwenderlager: Mit der Realisierung verteilter Systeme (Stichwort: Client-Server-Computing) auf der Basis herstellerneutraler Standards wird Ernst gemacht - Downsizing ist angesagt. Wir wollen hier nicht den müßigen Streit wiederbeleben, ob es zutreffender sei, von "Rightsizing" zu sprechen. Es bleibt dabei: Die Zeit des Overselling is over - kein normaler Hersteller wird an eine Renaissance der herkömmlichen Mainframes glauben, hieße er selbst IBM.

Mit dem Trend zum angemessenen Einsatz der Informatikmittel - und darum handelt es sich beim Downsizing wird natürlich auch ein wesentliches Argument für das Outsourcing hinfällig:

Inhouse-DV sei zu kompliziert und zu teuer. Die Datenverarbeitung an externe Dienstleister zu vergeben bietet sich allerdings dann an, wenn es gilt, das Wesentliche, was den Wettbewerbsfaktor Information betrifft, vom Unwesentlichen zu trennen. Wer Erbsen gezählt haben will, kann sagen: Das soll EDS machen oder Debis. Die Outsourcing-Anbieter sollten uns aber nicht mit der Marketing-Masche mürben, wir hätten doch wahrhaftig Wichtigeres zu tun - so hört man es allen Ernstes -, als informationstechnische Lösungen auszutüfteln. Man bedenke: Wir überließen das Denken den Pferden. Nein, Outsourcing ist nur das Mäntelchen, das eine DV-Industrie, die den Overselling-Bogen überspannt hat, in den Runter-mit-den-DV-Kosten-Wind hängt.

Doch der Wind dreht sich erneut. Wetterfühlige DV-Chefs wissen das - und noch viel mehr. Mit Client-Server-Konzepten liegen sie gut im Trend - was nicht heißen soll, daß es keine Turbulenzen gibt. Der Know-hop-Gap - es fehlen Client-Server-Spezialisten - hat sich als gravierendstes Anwenderproblem herausgestellt, das erkennen mittlerweile auch die Anbieter. PC-Erfahrung ist gut, reicht aber nicht. Wer Unix- und C-Kenntnisse dazu erwirbt, hat erst halb gewonnen. Selten ist eine Qualifikation, die Networking einschließt. Und dann die Datenbanksicht: SQL ist bekanntlich kein Kinderkram.

Alles in allem: Enorm viel wird verlangt. Doch das sollte nicht schrecken. Einiges (Fifo-Prinzip) kann man getrost vergessen: Wie sich Assembler schreibt etwa, und was an VSAM so grausam ist. Das läßt sich verschmerzen. Klassischer Rat an alle, die sich nicht konfus machen lassen wollen: Kiss - Keep it simple, stupid.