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25.07.1997 - 

Auf ERP folgt ORP

Ovum: Ganzheitlicher Ansatz verkannt

Zu Ovums Testkandidaten zählten Baan, JBA, Marcam, Oracle, QAD, SAP und die SSA. Die Anbieter von Standardsoftware rühmen sich, Industrie-Allrounder bereitzustellen, mit denen die gesamten IT-Belange eines Unternehmens abgedeckt werden können. Doch die Praxis sieht oft anders aus. Die Suche nach einem geeigneten ERP-System gestaltet sich für viele Fertiger als eine Gratwanderung zwischen Kompromissen, resümiert Mike Evans, einer der Autoren der Ovum-Studie. Das Auswahlprozedere der Anwender könne immerhin dazu führen, daß sich zumindest die völlig ungeeigneten Lösungen ausklammern lassen.

Ein Problem der von Ovum untersuchten Produkte bestehe darin, daß lediglich spezielle Fertigungsarten unterstützt würden. Bei der Durchgängigkeit der Lösungen bis in die Fabrikhalle mit deren Leitständen und Maschinensteuerungen wiesen viele Pakete ohnehin Schwachstellen auf.

Kritik müssen sich auch die Anwender gefallen lassen, die meist nur ausgewählte Module eines Systems implementieren und damit die Vorteile ganzheitlicher ERP-Konzepte verspielen. Ein effektives Kosten-Management lasse sich nur dann erreichen, wenn die einheitliche Sicht auf Unternehmensdaten sowohl von betriebswirtschaftlicher als auch von technischer Seite aus gewährleistet sei. ERP-Produkte böten dazu die Basis einer gemeinsamen Datenbank und Benutzeroberfläche. Die Praxis sehe jedoch anders aus: Die Systemauswahl werde meist von speziellen Abteilungen getroffen, die sich dabei einseitig an ihren besonderen Funktionswünschen orientierten.

Ungeachtet dieser Hindernisse sollen die Investitionen zur ERP-Einführung in den kommenden Jahren kräftig steigen. Laut Ovum hat allein die diskrete Fertigungsindustrie im vergangenen Jahr vier Milliarden Dollar für dieses Softwaresegment ausgegeben, im Jahr 2002 werden es den Analysten zufolge 14 Milliarden Dollar sein. Bis dahin müssen sich die Anwender jedoch mit einem weiteren Akronym anfreunden: ORP (Optimization of Resources and Processes) ergänzt ERP laut Ovum um flexible, prozeßorientierte Workflow-Applikationen.