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29.06.2001 - 

Von der Marktkonsolidierung profitieren

P&I AG steckt ihre Claims ab

FRANKFURT/M. - Die seit Juli 1999 am Neuen Markt notierte P&I Personal & Informatik AG, Wiesbaden, ist im Geschäftsjahr 2000/2001 (Ende: 31. März 2001) gut vorangekommen. So schaffte der Spezialist von Personalwirtschafts-Software für mittelständische Unternehmen neben einer kräftigen Umsatzsteigerung auch die Rückkehr in die Profitzone. Von Beate Kneuse*

P&I-Gründer und -Vorstandschef Egbert Becker präsentierte bei der Vorlage der Bilanz vergangene Woche in Frankfurt am Main einen Umsatzanstieg um 51 Prozent von 18,4 (Fiskaljahr 1999/2000) auf 27,7 Millionen Euro, beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) einen Gewinn von 1,1 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte P&I noch ein Minus von 2,5 Millionen Euro ausweisen müssen, bedingt durch IPO-Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro.

Die ansehnlichen Zahlen sind auf den Zukauf der AS/400-Lohnsoftware von IBM im Juli vergangenen Jahres zurückzuführen. Ein gelungener Schachzug. Denn neben der Produktrechte sicherten sich die Wiesbadener einen komfortablen Kundenbestand von 1700 Unternehmen, so dass sich die Gesamtklientel auf einen Schlag auf 2650 erhöhte. Bislang konnten die IBM-Kundschaft nahezu komplett bei der Stange gehalten werden. Dies kam letztlich auch den Wartungsaktivitäten von P&I zu Gute. Ihr Anteil stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 33 Prozent - nach 25 Prozent im Vorjahr.

Ein weiterer Meilenstein im zurückliegenden Geschäftsjahr war laut Becker die Markteinführung des Internet-Produkts "Loga-Net" im Januar dieses Jahres. Dabei handelt es sich um ein Internet-Portal für Kleinbetriebe bis 100 Mitarbeiter, für das der P&I-Lenker ein Marktpotenzial von rund 2,7 Millionen Betrieben sieht. Vertriebskosten entstehen kaum, da man keine physischen Verkaufskräfte einsetzen muss, hieß es in Frankfurt, denn "Loga-Net" setzt auf vorhandenen Lösungen, zum Beispiel Datenbanken, auf. Das Hosting erfolgt bei P&I.

Darüber hinaus soll das Internet-Portal auch die Grundlage für die Weiterentwicklung der Hessen hin zum künftigen Wachstumsmarkt des so genannten Employee Relationship Management bilden. "Das", so zeigte sich Becker vor Journalisten überzeugt, "ist der Trend der kommenden Jahre." Habe P&I mit Beginn seiner Geschäfsttätigkeit vor rund 30 Jahren zunächst ausschließlich die Entgeld-Abrechnung adressiert und sich in der Folge hin zum Personal-Management entwickelt, fokussiere man künftig verstärkt die Angestellten. Das von P&I geplante Mitarbeiter-Portal mache beispielsweise ausgedruckte Gehaltsabrechnungen obsolet; der einzelne Angestellte habe ferner Zugriff auf seine Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Daneben heißt für P&I die Devise für die kommenden Jahre: kontinuierliches Wachstum bei gleichzeitiger Verbesserung der Ertragslage sowie die weitere Expansion im Ausland. Derzeit ist man mit eigenen Tochtergesellschaften in der Schweiz, in Österreich, in den Niederlanden und in Tschechien vertreten. In nächster Zeit liebäugeln die Wiesbadener vor allem mit dem Gang nach Belgien, Irland und Portugal. Die dazu nötige Softwareentwicklung soll, so Becker, eng an die Vermarktung gekoppelt sein - sprich: Pilotkunden sind gefragt. Finden sich diese, so dürfte der Auslandsanteil am Umsatz im laufenden Geschäftsjahr auf rund zehn (Vorjahr: 8,5) Prozent zunehmen. Kein Thema sind die USA. "In Europa haben wir erst einmal genug zu tun", so der P&I-Chef.

Marktführerschaft als ZielWeiter vorankommen will Becker aber auch im Inland. Sein erklärtes Ziel ist die Marktführerschaft in Deutschland. Dafür sieht er gute Chancen. So nehme die Zahl der Wettbewerber weiter ab. Hätten sich im hiesigen Markt für Lohn- und Gehaltssoftware vor drei, vier Jahren noch über 300 Anbieter getummelt, so seien es zurzeit noch knapp 70 - Tendenz weiter abnehmend. Immer mehr kleinere Wettbewerber könnten sich die hohen Entwicklungskosten nicht mehr leisten, begründete Becker die Konsolidierung. "Übrig bleiben werden letztlich wohl nicht mehr als zehn Anbieter", so seine Prognose. P&I verfüge hier als einziges Unternehmen über eine voll integrierte Softwarelösung, die international nutzbar sei.

Ein Wermutstropfen bleibt allerdings. Die Börsenmisere trübt die Stimmung des P&I-Gründers merklich. Mit einem Kurs von 12,50 Euro vor knapp zwei Jahren gestartet, dümpelt der Kurs der P&I-Aktie derzeit bei 4,50 Euro. Damit befindet man sich zwar in guter Gesellschaft, ein Trost aber ist das für Becker nicht. "Wir machen Gewinne, doch der Kurs verbessert sich nicht."

*Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.